PEA (Palmitoylethanolamid) - Wirkung & Anwendung
PEA (Palmitoylethanolamid) ist ein körpereigener Fettstoff mit entzündungshemmenden und schmerzlindernden Eigenschaften. Es wird als Nahrungsergänzungsmittel bei chronischen Schmerzen eingesetzt.
Wissenswertes über "PEA"
PEA (Palmitoylethanolamid) ist ein körpereigener Fettstoff mit entzündungshemmenden und schmerzlindernden Eigenschaften. Es wird als Nahrungsergänzungsmittel bei chronischen Schmerzen eingesetzt.
Was ist PEA?
PEA steht für Palmitoylethanolamid, eine natürlich vorkommende Fettsäureamide, die vom Körper selbst produziert wird. PEA gehört zur Gruppe der endogenen Lipidmediatoren und ist strukturell mit den Endocannabinoiden verwandt, ohne jedoch psychoaktiv zu wirken. Die Substanz kommt in geringen Mengen auch in Lebensmitteln wie Eigelb, Sojabohnen und Erdnußbutter vor.
Wirkmechanismus
PEA entfaltet seine Wirkung hauptsächlich über mehrere Mechanismen:
- PPAR-alpha-Aktivierung: PEA aktiviert den Peroxisomproliferator-aktivierten Rezeptor Alpha (PPAR-α), einen Kernrezeptor, der entzündungshemmende Genexpression steuert.
- Mastzellstabilisierung: PEA hemmt die Überaktivierung von Mastzellen, die eine zentrale Rolle bei Entzündungen und allergischen Reaktionen spielen.
- Modulation des Endocannabinoid-Systems: PEA erhöht indirekt die Wirkung des körpereigenen Endocannabinoids Anandamid, indem es dessen Abbau verlangsamt (sogenannter "Entourage-Effekt").
- Neuroglia-Modulation: PEA beeinflusst Mikroglia und Astrozyten im Nervensystem und kann so neuroinflammatorische Prozesse dämpfen.
Medizinische Anwendungsgebiete
PEA wird in verschiedenen medizinischen Bereichen eingesetzt und erforscht:
Chronische Schmerzen
PEA findet häufig Anwendung bei chronischen Schmerzerkrankungen wie Fibromyalgie, Rückenschmerzen, Ischiasschmerzen und neuropathischen Schmerzen. Mehrere klinische Studien belegen eine Reduktion des Schmerzempfindens bei regelmäßiger Einnahme.
Neuropathische Schmerzen
Besonders gut untersucht ist die Wirkung von PEA bei neuropathischen Schmerzen, z. B. im Rahmen einer diabetischen Neuropathie oder eines Karpaltunnelsyndroms. Hier zeigt PEA eine signifikante schmerzlindernde Wirkung.
Entzündliche Erkrankungen
Aufgrund seiner entzündungshemmenden Eigenschaften wird PEA auch bei entzündlichen Erkrankungen wie Arthrose, Reizdarmsyndrom und chronisch-entzündlichen Erkrankungen untersucht.
Neurologische Erkrankungen
In der Neurologie wird PEA bei Erkrankungen wie Multiple Sklerose, Alzheimer und Parkinson erforscht, da es neuroinflammatorische Prozesse beeinflussen kann.
Dosierung und Einnahme
In klinischen Studien wurden häufig Dosierungen von 300 bis 1200 mg PEA pro Tag eingesetzt, aufgeteilt auf zwei bis drei Einnahmen. PEA ist als Nahrungsergänzungsmittel in Kapsel- oder Pulverform erhältlich. Es empfiehlt sich, die Einnahme mit einer Mahlzeit zu kombinieren, da PEA fettlöslich ist. Eine ärztliche Rücksprache vor der Einnahme wird empfohlen.
Sicherheit und Nebenwirkungen
PEA gilt allgemein als sehr gut verträglich. In Studien wurden kaum schwerwiegende Nebenwirkungen berichtet. Gelegentlich können leichte Magen-Darm-Beschwerden auftreten. PEA ist nicht psychoaktiv und macht nicht abhängig. Langzeitdaten über mehrere Jahre sind noch begrenzt. Für Schwangere und Stillende liegen keine ausreichenden Sicherheitsdaten vor, weshalb von einer Einnahme abgeraten wird.
Bioverfügbarkeit und Formulierungen
Die Bioverfügbarkeit von Standard-PEA ist aufgrund seiner schlechten Wasserlöslichkeit begrenzt. Neuere Formulierungen wie mikronisiertes PEA (m-PEA) oder ultramikronisiertes PEA (um-PEA) weisen eine deutlich verbesserte Absorption auf und werden in den meisten klinischen Studien bevorzugt eingesetzt.
Quellen
- Petrosino S, Di Marzo V. The pharmacology of palmitoylethanolamide and first data on the therapeutic efficacy of some of its new formulations. British Journal of Pharmacology, 2017; 174(11): 1349-1365.
- Hesselink JM, Hekker TA. Therapeutic utility of palmitoylethanolamide in the treatment of neuropathic pain associated with various pathological conditions. Journal of Pain Research, 2012; 5: 437-442.
- Gabrielsson L, Mattsson S, Fowler CJ. Palmitoylethanolamide for the treatment of pain: pharmacokinetics, safety and efficacy. British Journal of Clinical Pharmacology, 2016; 82(4): 932-942.
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