Perfluorhexyloctan – Wirkstoff bei trockenem Auge
Perfluorhexyloctan (F6H8) ist ein synthetischer Wirkstoff zur Behandlung des trockenen Auges. Er stabilisiert den Tränenfilm und lindert Beschwerden.
Wissenswertes über "Perfluorhexyloctan"
Perfluorhexyloctan (F6H8) ist ein synthetischer Wirkstoff zur Behandlung des trockenen Auges. Er stabilisiert den Tränenfilm und lindert Beschwerden.
Was ist Perfluorhexyloctan?
Perfluorhexyloctan, auch bekannt unter der Kurzbezeichnung F6H8, ist ein halbfluorierter Alkan-Wirkstoff, der zur Behandlung des trockenen Auges (Sicca-Syndrom) eingesetzt wird. Es handelt sich um eine klare, wasserfreie Flüssigkeit, die als Augentropfen angewendet wird. Das Präparat ist in der Europäischen Union unter dem Handelsnamen Noveome bzw. NOV03 bekannt und wurde speziell für Patientinnen und Patienten mit Meibom-Drüsen-Dysfunktion entwickelt.
Wirkmechanismus
Perfluorhexyloctan wirkt auf der Oberfläche des Auges, indem es die Lipidschicht des Tränenfilms stabilisiert und ergänzt. Der Tränenfilm besteht aus drei Schichten: einer Muzin-, einer wässrigen und einer Lipidschicht. Bei einer Meibom-Drüsen-Dysfunktion ist die Lipidschicht vermindert oder verändert, was zur schnellen Verdunstung der Tränenflüssigkeit führt.
- Perfluorhexyloctan breitet sich gleichmäßig über die Augenoberfläche aus und bildet einen schützenden Film.
- Es reduziert die Verdunstungsrate der Tränenflüssigkeit.
- Es wirkt wasserfreie Formulierung, d. h. es enthält keine Konservierungsmittel wie Benzalkoniumchlorid, die das Augengewebe reizen können.
- Durch die Stabilisierung des Tränenfilms werden Entzündungsreaktionen auf der Augenoberfläche reduziert.
Anwendungsgebiet
Perfluorhexyloctan ist indiziert bei Erwachsenen mit trockenem Auge infolge einer Meibom-Drüsen-Dysfunktion (MGD, Meibomian Gland Dysfunction). Diese Erkrankung betrifft die ölsezernierenden Drüsen am Augenlidrand und ist eine der häufigsten Ursachen des evaporativen trockenen Auges.
Dosierung und Anwendung
Die empfohlene Dosierung von Perfluorhexyloctan beträgt in der Regel einen Tropfen viermal täglich in das betroffene Auge. Die genaue Anwendung sollte stets gemäß der ärztlichen Verschreibung und dem Beipackzettel erfolgen. Wichtige Hinweise zur Anwendung:
- Das Präparat ist konservierungsmittelfrei und daher auch für empfindliche Augen geeignet.
- Kontaktlinsen sollten vor der Anwendung entfernt und frühestens 15 Minuten danach wieder eingesetzt werden.
- Die Tropfen sollten nicht mit anderen Augentropfen gleichzeitig angewendet werden; ein zeitlicher Abstand von mindestens 5 Minuten wird empfohlen.
Nebenwirkungen
Perfluorhexyloctan wird im Allgemeinen gut vertragen. Zu den möglichen Nebenwirkungen gehören:
- Vorübergehendes Verschwommensehen unmittelbar nach der Anwendung
- Leichtes Brennen oder Stechen beim Einträufeln
- Überempfindlichkeitsreaktionen (selten)
Schwerwiegende Nebenwirkungen sind bislang nicht bekannt. Bei anhaltenden oder ungewohnten Beschwerden sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.
Klinische Evidenz
Die Wirksamkeit und Sicherheit von Perfluorhexyloctan wurden in klinischen Studien belegt. In der zulassungsrelevanten Phase-3-Studie zeigte der Wirkstoff eine signifikante Verbesserung der Symptome des trockenen Auges sowie eine Verbesserung objektiver Parameter wie der Tränenfilmstabilität und der Oberflächenfärbung der Hornhaut (korneale Färbung). Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat das Präparat auf Basis dieser Daten zugelassen.
Quellen
- European Medicines Agency (EMA): Assessment Report on Perfluorohexyloctane Eye Drops. EMA/CHMP, 2023.
- Tauber J. et al. - Randomized Phase 3 Study of Perfluorohexyloctane Ophthalmic Solution for Dry Eye Disease Associated with Meibomian Gland Dysfunction. Ophthalmology, 2023.
- Craig J.P. et al. - TFOS DEWS II Report Executive Summary. The Ocular Surface, 2017.
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