Peritonealkarzinom: Ursachen, Symptome & Therapie
Das Peritonealkarzinom ist ein bösartiger Tumor des Bauchfells. Es entsteht primär oder als Streuung anderer Krebsarten und erfordert spezialisierte Behandlung.
Wissenswertes über "Peritonealkarzinom"
Das Peritonealkarzinom ist ein bösartiger Tumor des Bauchfells. Es entsteht primär oder als Streuung anderer Krebsarten und erfordert spezialisierte Behandlung.
Was ist ein Peritonealkarzinom?
Das Peritonealkarzinom ist eine bösartige Erkrankung des Peritoneums – der dünnen Gewebeschicht, die die Bauchhöhle auskleidet und die inneren Organe umhüllt. Man unterscheidet zwei Hauptformen: das primäre Peritonealkarzinom, das direkt aus dem Bauchfell entsteht, und die Peritonealkarzinose, bei der Krebszellen anderer Tumoren (z. B. Eierstock-, Darm- oder Magenkrebs) in das Bauchfell streuen.
Das primäre Peritonealkarzinom ist histologisch dem Ovarialkarzinom (Eierstockkrebs) sehr ähnlich und wird oft mit ähnlichen Methoden behandelt. Es tritt häufiger bei Frauen auf, kann aber grundsätzlich beide Geschlechter betreffen.
Ursachen und Risikofaktoren
Die genauen Ursachen des primären Peritonealkarzinoms sind noch nicht vollständig geklärt. Folgende Faktoren erhöhen das Risiko:
- Genetische Mutationen: Mutationen in den Genen BRCA1 und BRCA2 sind mit einem deutlich erhöhten Risiko verbunden.
- Familiengeschichte: Ein familiäres Vorkommen von Eierstock- oder Brustkrebs erhöht das Risiko.
- Alter: Die Erkrankung tritt überwiegend bei Frauen nach der Menopause auf.
- Vorherige Krebserkrankungen: Patienten mit Eierstock-, Darm-, Magen- oder Bauchspeicheldrüsenkrebs haben ein erhöhtes Risiko für eine Peritonealkarzinose.
Symptome
Das Peritonealkarzinom verursacht im Frühstadium oft keine oder nur unspezifische Beschwerden, was die Diagnose erschwert. Mögliche Symptome umfassen:
- Aufgeblähter oder vergrößerter Bauch (oft durch Aszites, d. h. Flüssigkeitsansammlung im Bauch)
- Bauchschmerzen oder Druckgefühl
- Ungewollter Gewichtsverlust
- Übelkeit, Erbrechen oder Veränderungen der Darmfunktion
- Appetitlosigkeit und frühes Sättigungsgefühl
- Allgemeine Schwäche und Müdigkeit
Diagnose
Da die Symptome unspezifisch sind, werden für die Diagnose verschiedene Untersuchungen eingesetzt:
- Bildgebende Verfahren: Ultraschall, CT (Computertomographie) und MRT (Magnetresonanztomographie) helfen, Tumorformationen und Flüssigkeitsansammlungen sichtbar zu machen.
- Blutuntersuchungen: Der Tumormarker CA-125 ist bei vielen Peritonealkarzinomen erhöht, ist jedoch nicht spezifisch für diese Erkrankung.
- Biopsie: Die endgültige Diagnose erfolgt durch die Entnahme und feingewebliche Untersuchung einer Gewebeprobe, z. B. im Rahmen einer Laparoskopie (Bauchspiegelung).
- Aszitespunktion: Flüssigkeit aus dem Bauchraum kann entnommen und auf Krebszellen untersucht werden.
Behandlung
Die Behandlung des Peritonealkarzinoms richtet sich nach dem Stadium, dem Allgemeinzustand des Patienten und der Art des Tumors. Die wichtigsten Therapieoptionen sind:
Chirurgie (zytoreduktive Operation)
Ziel der Operation ist die möglichst vollständige Entfernung aller sichtbaren Tumorareale im Bauchraum (Zytoreduktion). Dieses aufwendige Verfahren wird häufig mit einer speziellen Chemotherapie kombiniert.
Chemotherapie
Nach der Operation oder als primäre Therapie bei inoperablen Fällen wird häufig eine systemische Chemotherapie eingesetzt, oft mit Wirkstoffen wie Carboplatin und Paclitaxel.
HIPEC (Hypertherme intraperitoneale Chemotherapie)
Bei der HIPEC wird nach der zytoreduktiven Operation eine erwärmte Chemotherapielösung direkt in die Bauchhöhle geleitet. Diese Methode erhöht die lokale Wirksamkeit der Chemotherapie und wird an spezialisierten Zentren angeboten.
Zielgerichtete Therapien und Immuntherapie
Bei bestimmten genetischen Veränderungen (z. B. BRCA-Mutationen) kommen zielgerichtete Medikamente wie PARP-Inhibitoren zum Einsatz. Immuntherapeutische Ansätze werden in klinischen Studien erprobt.
Prognose
Die Prognose des Peritonealkarzinoms hängt stark vom Stadium bei Diagnosestellung, dem Ausmaß der Tumorausbreitung und dem Ansprechen auf die Therapie ab. Durch moderne Kombinationstherapien (Chirurgie und HIPEC) konnten die Überlebensraten in den letzten Jahren verbessert werden. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung in einem spezialisierten Zentrum sind entscheidend für das Behandlungsergebnis.
Quellen
- Leitlinienprogramm Onkologie der AWMF: S3-Leitlinie Diagnostik, Therapie und Nachsorge maligner Ovarialtumoren, Version 5.1 (2022). AWMF-Registernummer: 032/035OL.
- Sugarbaker, P.H.: Peritoneal Surface Oncology – A Subspecialty of General Surgery. In: World Journal of Surgical Oncology, 2021.
- National Cancer Institute (NCI): Primary Peritoneal Cancer Treatment (PDQ). Verfügbar unter: https://www.cancer.gov (2023).
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