Perkutane endoskopische Gastrostomie (PEG) erklärt
Die perkutane endoskopische Gastrostomie (PEG) ist ein minimalinvasiver Eingriff zur Anlage einer Magensonde durch die Bauchdecke für künstliche Ernährung.
Wissenswertes über "Perkutane endoskopische Gastrostomie"
Die perkutane endoskopische Gastrostomie (PEG) ist ein minimalinvasiver Eingriff zur Anlage einer Magensonde durch die Bauchdecke für künstliche Ernährung.
Was ist die perkutane endoskopische Gastrostomie?
Die perkutane endoskopische Gastrostomie (kurz: PEG) ist ein medizinisches Verfahren, bei dem mithilfe eines Endoskops ein Ernährungsschlauch (Sonde) durch die Bauchdecke direkt in den Magen gelegt wird. Das Wort „perkutan” bedeutet „durch die Haut”, „endoskopisch” verweist auf die Verwendung eines flexiblen Kamerasystems (Endoskop). Diese Methode ermöglicht eine langfristige künstliche Ernährung bei Patientinnen und Patienten, die nicht mehr ausreichend schlucken oder essen können.
Wann wird eine PEG angelegt?
Eine PEG wird eingesetzt, wenn eine orale Nahrungsaufnahme über einen längeren Zeitraum nicht möglich oder nicht ausreichend ist. Typische Indikationen sind:
- Neurologische Erkrankungen wie Schlaganfall, amyotrophe Lateralsklerose (ALS) oder Demenz mit Schluckstörungen
- Tumorerkrankungen im Bereich des Mund-, Rachen- oder Speiseröhrenbereichs
- Schwere Schluckstörungen (Dysphagie) unterschiedlicher Ursache
- Bewusstseinsstörungen oder anhaltende Bewusstlosigkeit
- Starker Gewichtsverlust oder Unterernährung bei chronischen Erkrankungen
Die Entscheidung zur PEG-Anlage erfolgt immer nach sorgfältiger medizinischer und ethischer Abwägung sowie in Absprache mit der Patientin oder dem Patienten bzw. den rechtlichen Vertretungspersonen.
Wie wird die PEG angelegt?
Der Eingriff erfolgt in der Regel ambulant oder stationär unter leichter Sedierung (Beruhigungsmittel) und lokaler Betäubung. Der Ablauf umfasst folgende Schritte:
- Ein Endoskop wird über den Mund in den Magen eingeführt.
- Der Arzt oder die Ärztin beleuchtet den Magen von innen und markiert die geeignete Stelle an der Bauchwand.
- An dieser Stelle wird ein kleiner Schnitt durch die Haut gesetzt.
- Eine Hohlnadel wird durch die Bauchdecke in den Magen eingeführt und der PEG-Schlauch wird über einen Fäden-Zug-Mechanismus verankert.
- Der Schlauch wird von außen mit einer Halteplatte fixiert.
Der gesamte Eingriff dauert in der Regel zwischen 15 und 30 Minuten.
Ernährung über die PEG-Sonde
Nach der Anlage können spezielle flüssige Sondennahrungen direkt in den Magen verabreicht werden. Diese Nahrungen enthalten alle notwendigen Nährstoffe, Vitamine und Mineralstoffe in angepasster Zusammensetzung. Die Gabe erfolgt entweder als kontinuierliche Infusion über eine Pumpe oder als sogenannte Bolusernaährung (portionsweise Gabe).
Pflege und Komplikationen
Eine regelmäßige Pflege der Einstichstelle ist wichtig, um Infektionen zu vermeiden. Mögliche Komplikationen sind:
- Lokale Infektionen an der Einstichstelle (häufigste Komplikation)
- Leckagen um den Schlauch herum
- Granulationsgewebe (überschießendes Gewebe an der Wundstelle)
- Verstopfung des Schlauchs (bei unzureichender Spülung)
- Seltenere Komplikationen wie Bauchfellentzündung (Peritonitis), Blutungen oder Fehllage des Schlauchs
Eine regelmäßige ärztliche Kontrolle und fachgerechte Pflege durch geschultes Pflegepersonal oder Angehörige sind entscheidend für einen komplikationsarmen Verlauf.
Austausch und Entfernung der PEG
PEG-Sonden können in der Regel mehrere Monate bis Jahre liegen bleiben. Bei Bedarf werden sie ausgetauscht oder gegen ein sogenanntes Button-System (flachere Variante) ersetzt. Ist eine orale Ernährung wieder möglich, kann die Sonde entfernt werden. Die Wunde verschließt sich danach meist von selbst.
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS): Leitlinie Enterale Ernährung, 2023.
- Loser C, Wolters S, Folsch UR. Enteral long-term nutrition via percutaneous endoscopic gastrostomy (PEG) in 210 patients. A four-year prospective study. Digestive Diseases and Sciences, 1998; 43(11): 2549-2557.
- Arends J et al. ESPEN guidelines on nutrition in cancer patients. Clinical Nutrition, 2017; 36(1): 11-48.
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