Pertussis-Impfung: Schutz vor Keuchhusten
Die Pertussis-Impfung schützt vor Keuchhusten, einer hochansteckenden Atemwegserkrankung. Sie ist für Säuglinge, Kinder und Erwachsene empfohlen.
Wissenswertes über "Pertussis impfung"
Die Pertussis-Impfung schützt vor Keuchhusten, einer hochansteckenden Atemwegserkrankung. Sie ist für Säuglinge, Kinder und Erwachsene empfohlen.
Was ist die Pertussis-Impfung?
Die Pertussis-Impfung schützt vor Keuchhusten (Pertussis), einer hochansteckenden Infektionskrankheit der Atemwege, die durch das Bakterium Bordetella pertussis verursacht wird. Die Impfung gehört zu den wichtigsten Schutzimpfungen im Kindesalter und wird auch für Jugendliche, Erwachsene und besonders für Schwangere empfohlen.
Wie wirkt die Pertussis-Impfung?
In Deutschland und Österreich wird ausschließlich der azelluläre Pertussis-Impfstoff (aP) verwendet. Er enthält gereinigte Bestandteile des Bakteriums, jedoch keine lebenden oder abgetöteten Erreger. Der Impfstoff regt das Immunsystem an, spezifische Antikörper gegen Pertussis-Toxin und andere Bakterienproteine zu bilden, sodass der Körper bei einem echten Kontakt mit dem Erreger schnell und effektiv reagieren kann.
Die Pertussis-Impfung wird in der Regel als Kombinationsimpfstoff verabreicht, der gleichzeitig gegen mehrere Erkrankungen schützt, zum Beispiel gegen Diphtherie, Tetanus, Pertussis, Polio, Haemophilus influenzae Typ b und Hepatitis B (DTaP- oder Tdap-Kombinationsimpfstoffe).
Wer sollte gegen Pertussis geimpft werden?
Säuglinge und Kleinkinder
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Grundimmunisierung gegen Pertussis für Säuglinge ab dem vollendeten 2. Lebensmonat. Das Standardschema umfasst:
- Erste Impfung im Alter von 2 Monaten
- Zweite Impfung im Alter von 4 Monaten
- Dritte Impfung im Alter von 11 bis 14 Monaten (je nach verwendetem Impfstoff)
Bei Frühgeborenen (vor der 37. Schwangerschaftswoche) empfiehlt die STIKO eine zusätzliche frühere Impfgabe.
Kinder und Jugendliche
Auffrischungsimpfungen werden im Schulalter empfohlen:
- Im Alter von 5 bis 6 Jahren (Vorschulalter)
- Im Alter von 9 bis 17 Jahren (kombiniert mit Tetanus, Diphtherie und ggf. Polio)
Erwachsene
Erwachsene, die keinen aktuellen Pertussis-Impfschutz haben, sollten eine einmalige Auffrischungsimpfung erhalten, insbesondere wenn sie Kontakt zu Säuglingen haben. Die STIKO empfiehlt die nächste fällige Tetanus/Diphtherie-Auffrischung mit einem Tdap-Kombinationsimpfstoff durchzuführen.
Schwangere
Eine besondere Empfehlung gilt für Schwangere: Die STIKO empfiehlt die Pertussis-Impfung in jeder Schwangerschaft, vorzugsweise zwischen der 28. und 32. Schwangerschaftswoche. Die von der Mutter gebildeten Antikörper werden über die Plazenta auf das Ungeborene übertragen und schützen das Neugeborene in den ersten Lebenswochen, bevor es selbst geimpft werden kann.
Nebenwirkungen der Pertussis-Impfung
Die Pertussis-Impfung ist im Allgemeinen gut verträglich. Häufige, meist leichte Nebenwirkungen sind:
- Rötung, Schwellung oder Schmerzen an der Einstichstelle
- Leichtes Fieber
- Müdigkeit und Unwohlsein
- Reizbarkeit bei Säuglingen
Schwere Nebenwirkungen sind sehr selten. Allergische Reaktionen (Anaphylaxie) kommen in Ausnahmefällen vor und werden in der Regel bereits in der Arztpraxis erkannt und behandelt.
Wie lange hält der Impfschutz an?
Der Schutz durch die Pertussis-Impfung nimmt im Laufe der Zeit ab. Studien zeigen, dass der Impfschutz nach etwa 4 bis 12 Jahren nachlassen kann. Deshalb sind regelmäßige Auffrischungsimpfungen notwendig, um einen ausreichenden Schutz aufrechtzuerhalten.
Warum ist die Pertussis-Impfung so wichtig?
Keuchhusten kann bei Säuglingen lebensbedrohlich sein und zu schweren Komplikationen wie Lungenentzündung, Atemstillstand oder Hirnschäden führen. Eine hohe Durchimpfungsrate in der Bevölkerung schützt auch diejenigen, die nicht geimpft werden können, zum Beispiel Neugeborene in den ersten Lebenswochen. Die Impfung ist daher ein zentrales Instrument des Infektionsschutzes und der öffentlichen Gesundheit.
Quellen
- Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut: Empfehlungen der STIKO, aktueller Impfkalender. Epidemiologisches Bulletin, 2024. Verfügbar unter: https://www.rki.de/stiko
- World Health Organization (WHO): Pertussis vaccines - WHO position paper. Weekly Epidemiological Record, 2015;90(35):433-460.
- Mattoo S, Cherry JD: Molecular Pathogenesis, Epidemiology, and Clinical Manifestations of Respiratory Infections Due to Bordetella pertussis and Other Bordetella Subspecies. Clinical Microbiology Reviews, 2005;18(2):326-382.
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