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Das Phäochromozytom ist ein seltener Tumor der Nebennieren, der überschießend Stresshormone produziert und zu gefährlichen Blutdruckkrisen führen kann.
Das Phäochromozytom ist ein seltener Tumor der Nebennieren, der überschießend Stresshormone produziert und zu gefährlichen Blutdruckkrisen führen kann.
Ein Phäochromozytom ist ein in der Regel gutartiger Tumor, der aus den chromaffinen Zellen des Nebennierenmarks entsteht. Diese Zellen sind für die Produktion von Katecholaminen zuständig – insbesondere Adrenalin und Noradrenalin, den sogenannten Stresshormonen. Ein Phäochromozytom produziert diese Hormone unkontrolliert und in übermäßigen Mengen, was zu zum Teil lebensbedrohlichen Blutdruckanstiegen und anderen Beschwerden führen kann. Etwa 10 % der Fälle sind bösartig (maligne). In seltenen Fällen entstehen ähnliche Tumoren außerhalb der Nebennieren – diese werden als Paragangliome bezeichnet.
Die genaue Ursache eines Phäochromozytoms ist nicht immer bekannt. Man unterscheidet zwischen sporadischen (zufällig auftretenden) und erblichen Formen:
Aufgrund des hohen Anteils genetisch bedingter Fälle wird bei allen Betroffenen eine genetische Beratung und Testung empfohlen.
Die klassische Symptom-Trias des Phäochromozytoms besteht aus:
Weitere häufige Symptome sind:
Die Beschwerden können in Form von episodischen Krisen auftreten, die Minuten bis Stunden andauern und durch körperliche Belastung, Stress, bestimmte Medikamente oder Druck auf den Tumor ausgelöst werden können.
Die Diagnose eines Phäochromozytoms erfordert mehrere Untersuchungsschritte:
Als zuverlässigste Methode gilt die Messung der fraktionierten Metanephrine (Abbauprodukte der Katecholamine) im Plasma (Blut) oder im 24-Stunden-Sammelurin. Erhöhte Werte sind ein starker Hinweis auf einen hormonproduzierenden Tumor.
Zur Lokalisierung des Tumors werden bildgebende Verfahren eingesetzt:
Aufgrund der hohen Rate an hereditären Formen wird eine molekulargenetische Untersuchung empfohlen, um zugrundeliegende Genmutationen zu identifizieren.
Die Therapie der Wahl bei einem Phäochromozytom ist die operative Entfernung des Tumors (Adrenalektomie). Diese erfolgt meist laparoskopisch (minimal-invasiv). Eine erfolgreiche Operation führt in den meisten Fällen zur Normalisierung des Blutdrucks und zum Verschwinden der Beschwerden.
Vor der Operation ist eine medikamentöse Vorbereitung zwingend erforderlich, um lebensbedrohliche Blutdruckschwankungen während des Eingriffs zu verhindern. Dazu werden üblicherweise eingesetzt:
Bei malignen oder metastasierten Formen stehen folgende Behandlungsoptionen zur Verfügung:
Die Prognose bei benignem Phäochromozytom nach vollständiger Resektion ist in der Regel gut. Allerdings besteht ein Rezidivrisiko, das bei genetisch bedingten Formen höher ist. Regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen mit Labortests (Metanephrine) und ggf. Bildgebung werden für mindestens 10 Jahre, bei Hochrisikopatienten lebenslang empfohlen.
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