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Phosphatretention: Ursachen, Symptome & Behandlung

Phosphatretention bezeichnet die Ansammlung von Phosphat im Blut, meist bei Nierenerkrankungen. Sie kann zu schwerwiegenden Komplikationen wie Gefäßverkalkungen führen.

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Wissenswertes über "Phosphatretention"

Phosphatretention bezeichnet die Ansammlung von Phosphat im Blut, meist bei Nierenerkrankungen. Sie kann zu schwerwiegenden Komplikationen wie Gefäßverkalkungen führen.

Was ist Phosphatretention?

Phosphatretention bezeichnet den Zustand, bei dem der Körper übermäßig viel Phosphat im Blut anhäuft, weil die Nieren dieses nicht mehr ausreichend ausscheiden können. Phosphat ist ein lebenswichtiges Mineral, das für den Knochenaufbau, die Energiegewinnung und zahlreiche Zellprozesse benötigt wird. Bei gesunden Menschen regulieren die Nieren den Phosphatspiegel im Blut präzise. Ist die Nierenfunktion jedoch eingeschränkt, steigt der Phosphatgehalt im Blut an – man spricht dann von einer Phosphatretention, die im fortgeschrittenen Stadium zu einer Hyperphosphatämie (erhöhter Phosphatspiegel im Blut) führen kann.

Ursachen

Die häufigste Ursache der Phosphatretention ist eine chronische Nierenerkrankung (CKD). Je weiter die Nierenfunktion abnimmt, desto weniger Phosphat kann über den Urin ausgeschieden werden. Weitere Ursachen können sein:

  • Akutes Nierenversagen: plötzlicher Verlust der Nierenfilterleistung
  • Hypoparathyreoidismus: verminderte Produktion von Parathormon (PTH), das normalerweise die Phosphatausscheidung fördert
  • Erhöhte Phosphatzufuhr: übermäßiger Konsum phosphatreicher Lebensmittel oder Phosphatzusätze in Fertigprodukten
  • Rhabdomyolyse: Auflösung von Muskelgewebe mit Freisetzung großer Phosphatmengen
  • Tumorlyse-Syndrom: massiver Zellzerfall bei Krebstherapien

Symptome

In frühen Stadien verursacht die Phosphatretention oft keine spürbaren Beschwerden. Mit zunehmendem Schweregrad können jedoch folgende Symptome auftreten:

  • Juckreiz (Prüritus): durch Ablagerung von Kalzium-Phosphat-Kristallen in der Haut
  • Knochenschmerzen und -schwäche: durch störende Wechselwirkungen mit dem Kalzium- und Vitamin-D-Stoffwechsel
  • Muskelkrämpfe: durch veränderte Elektrolytbalance
  • Gefäßverkalkungen (vaskuläre Kalzifikationen): erhöhtes Risiko für Herzerkrankungen und Schlaganfall
  • Kardiovaskuläre Beschwerden: erhöhtes Risiko für Herzinsuffizienz und Herzrhythmusstörungen

Diagnose

Die Diagnose der Phosphatretention erfolgt in der Regel durch Blutuntersuchungen. Dabei werden folgende Parameter bestimmt:

  • Serum-Phosphat: Normalwert beim Erwachsenen ca. 0,81–1,45 mmol/l; Werte darüber weisen auf eine Hyperphosphatämie hin
  • Serum-Kalzium: häufig erniedrigt bei gleichzeitig erhöhtem Phosphat
  • Parathormon (PTH): oft erhöht als Reaktion auf den Kalziummangel
  • Kreatinin und GFR: zur Beurteilung der Nierenfunktion
  • Vitamin D (25-OH-D3): häufig erniedrigt bei Nierenerkrankungen

Behandlung

Die Therapie der Phosphatretention richtet sich nach der Grunderkrankung und dem Schweregrad der Erkrankung.

Diätetische Maßnahmen

Eine phosphatarme Ernährung ist ein zentraler Baustein der Behandlung. Empfohlen wird die Einschränkung von phosphatreichen Lebensmitteln wie Milchprodukten, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten und Fertigprodukten mit Phosphatzusätzen (z. B. E338–E341, E450–E452).

Phosphatbinder

Phosphatbinder sind Medikamente, die im Darm an Phosphat binden und dessen Resorption verhindern. Sie werden zu den Mahlzeiten eingenommen und umfassen:

  • Kalziumhaltige Phosphatbinder: z. B. Kalziumkarbonat, Kalziumazetat
  • Kalziumfreie Phosphatbinder: z. B. Sevelamer, Lanthankarbonat
  • Eisenbasierte Phosphatbinder: z. B. Sucroferric Oxyhydroxid

Dialyse

Bei Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz kann die Hämodialyse oder Peritonealdialyse helfen, überschussiges Phosphat aus dem Blut zu entfernen. Die Effektivität ist jedoch begrenzt, weshalb Phosphatbinder und Ernährungsmaßnahmen weiterhin notwendig bleiben.

Behandlung der Grunderkrankung

Eine optimale Behandlung der zugrundeliegenden Nierenerkrankung sowie die Kontrolle des sekundären Hyperparathyreoidismus mit Vitamin-D-Analoga (z. B. Calcitriol, Paricalcitol) oder Kalzimimetika (z. B. Cinacalcet) sind ebenfalls wichtige Behandlungsoptionen.

Quellen

  1. Kidney Disease: Improving Global Outcomes (KDIGO) - CKD-MBD Update Guideline 2017: KDIGO 2017 Clinical Practice Guideline Update for the Diagnosis, Evaluation, Prevention, and Treatment of Chronic Kidney Disease–Mineral and Bone Disorder (CKD–MBD). Kidney International Supplements, 7(1), 1–59.
  2. Moe, S.M. (2008). Disorders involving calcium, phosphorus, and magnesium. Primary Care: Clinics in Office Practice, 35(2), 215–237.
  3. Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) / Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) - Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr: Phosphor. DGE, Bonn, 2021.
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