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Phytolektine sind pflanzliche Proteine, die Kohlenhydrate binden und in vielen Lebensmitteln vorkommen. Sie beeinflussen das Immunsystem und die Verdauung.
Phytolektine sind pflanzliche Proteine, die Kohlenhydrate binden und in vielen Lebensmitteln vorkommen. Sie beeinflussen das Immunsystem und die Verdauung.
Phytolektine (auch Pflanzenlektine genannt) sind eine Gruppe von Proteinen oder Glykoproteinen pflanzlichen Ursprungs, die spezifisch und reversibel an Kohlenhydrate (Zucker) und kohlenhydrathaltige Strukturen binden. Sie kommen in einer Vielzahl von Pflanzen vor, besonders in Hülsenfrüchten, Getreide, Nüssen und Nachtschattengewächsen. Der Begriff setzt sich aus den griechischen bzw. lateinischen Wurzeln phyto (Pflanze) und legere (auswählen, binden) zusammen.
Phytolektine sind in zahlreichen Nahrungsmitteln natürlich enthalten. Zu den besonders lektinreichen Lebensmitteln zählen:
In Pflanzen erfüllen Phytolektine wichtige Schutzfunktionen. Sie wirken als natürliche Abwehrstoffe gegen Schädlinge, Pilze, Bakterien und Insekten. Durch ihre Bindung an Kohlenhydratstrukturen im Verdauungstrakt von Fressfeinden können sie Schäden verursachen und so die Pflanze schützen. Außerdem spielen sie eine Rolle bei Zell-Zell-Erkennungsprozessen und der Speicherung von Stickstoff in Pflanzensamen.
Im menschlichen Körper binden Phytolektine an spezifische Zuckerstrukturen auf Zelloberflächen, insbesondere an Glykoproteine und Glykolipide der Darmschleimhaut. Dies kann verschiedene biologische Wirkungen auslösen:
Rohe oder unzureichend gekochte Hülsenfrüchte, insbesondere Kidneybohnen, enthalten hohe Mengen des Lektins Phytohämagglutinin (PHA), das bei Verzehr in rohem Zustand zu schwerer Übelkeit, Erbrechen und Durchfall führen kann. Bereits wenige rohe Kidneybohnen können diese Vergiftungserscheinungen auslösen. Durch ausreichendes Kochen (mindestens 10 Minuten bei 100 °C) werden die meisten Lektine jedoch vollständig inaktiviert.
Nicht alle Lektine sind schädlich. Aktuelle Forschungsergebnisse weisen auf mögliche positive Wirkungen hin:
Die Zubereitung von Lebensmitteln hat einen entscheidenden Einfluss auf den Lektingehalt. Folgende Methoden reduzieren den Lektingehalt erheblich:
In einigen Ernährungskonzepten, wie der sogenannten lektinfreien Ernährung, werden Phytolektine als Ursache für verschiedene Beschwerden wie chronische Entzündungen, Darmbeschwerden oder Autoimmunerkrankungen angesehen. Die wissenschaftliche Evidenz für diese weitreichenden Behauptungen ist bislang jedoch begrenzt und wird in der Fachliteratur kontrovers diskutiert. Medizinische Fachgesellschaften empfehlen keine generell lektinfreie Ernährung für gesunde Personen.
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