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Das Pica-Syndrom ist eine Essstörung, bei der Betroffene anhaltend nicht essbare Substanzen verzehren. Es tritt bei Kindern, Schwangeren und Menschen mit Entwicklungsstörungen auf.
Das Pica-Syndrom ist eine Essstörung, bei der Betroffene anhaltend nicht essbare Substanzen verzehren. Es tritt bei Kindern, Schwangeren und Menschen mit Entwicklungsstörungen auf.
Das Pica-Syndrom (auch Pica-Störung genannt) ist eine Essstörung, die durch den anhaltenden Verzehr von Substanzen ohne Nährwert gekennzeichnet ist. Betroffene essen Dinge wie Erde, Ton, Kreide, Sand, Papier, Haare, Seife, Eis oder Metall. Die Bezeichnung leitet sich vom lateinischen Wort für Elster (pica) ab, da Elstern bekannt dafür sind, verschiedenste Gegenstände aufzunehmen.
Die Störung wird im diagnostischen Manual DSM-5 sowie in der ICD-10/ICD-11 als eigenständige Essstörung klassifiziert. Sie kann in jedem Alter auftreten, ist jedoch besonders häufig bei Kleinkindern, Schwangeren und Menschen mit geistigen Behinderungen oder Entwicklungsstörungen zu beobachten.
Die genauen Ursachen des Pica-Syndroms sind noch nicht vollständig geklärt. Verschiedene Faktoren werden als Auslöser diskutiert:
Das Hauptsymptom des Pica-Syndroms ist das wiederholte und anhaltende Essen von nicht essbaren oder nicht nahrhaften Substanzen über einen Zeitraum von mindestens einem Monat. Die konsumierten Substanzen variieren je nach Alter und kulturellem Hintergrund. Häufig konsumierte Substanzen umfassen:
Je nach verzehrter Substanz können Folgesymptome auftreten, darunter Bauchschmerzen, Verstopfung, Vergiftungserscheinungen (z. B. durch Blei in alten Farben), Darmverschluss oder Infektionen.
Die Diagnose des Pica-Syndroms erfolgt klinisch anhand der Krankengeschichte und Beobachtung des Verhaltens. Für eine gesicherte Diagnose müssen folgende Kriterien erfüllt sein:
Ergänzend werden Blutuntersuchungen zur Bestimmung von Nährstoffwerten (z. B. Eisen, Zink, Ferritin) sowie bildgebende Verfahren zum Ausschluss von Darmverletzungen oder Vergiftungsfolgen durchgeführt.
Die Behandlung des Pica-Syndroms richtet sich nach der Ursache und dem Schweregrad der Störung:
Falls ein Nährstoffmangel vorliegt (z. B. Eisenmangel), wird dieser gezielt behandelt. In vielen Fällen bessert sich das Pica-Verhalten nach einer erfolgreichen Supplementierung merklich.
Kognitiv-behaviorale Therapie (KVT) und verhaltenstherapeutische Ansätze werden eingesetzt, um das unerwünschte Essverhalten zu reduzieren und durch gesündere Alternativen zu ersetzen.
Bei zugrundeliegenden psychischen Erkrankungen wie Zwangsstörungen, Angststörungen oder Traumafolgestörungen ist eine psychotherapeutische oder psychiatrische Behandlung notwendig.
In einigen Fällen können Medikamente wie selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) eingesetzt werden, besonders wenn Pica im Zusammenhang mit Zwangsstörungen auftritt.
Bei Kindern oder Erwachsenen mit Autismus oder geistiger Behinderung sind spezialisierte Betreuungskonzepte sowie die Zusammenarbeit mit Ergotherapeuten, Logopäden und Sonderpädagogen wichtig.
Eltern sollten einen Arzt aufsuchen, wenn ihr Kind regelmäßig nicht essbare Substanzen zu sich nimmt. Auch bei Erwachsenen, die solches Verhalten bei sich bemerken, ist eine ärztliche Abklärung dringend empfohlen, da Pica zu ernsthaften gesundheitlichen Schäden führen kann.
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