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PIIINP ist ein Biomarker für den Kollagenumbau im Körper. Er wird zur Beurteilung von Lebererkrankungen und Fibroseprozessen eingesetzt.
PIIINP ist ein Biomarker für den Kollagenumbau im Körper. Er wird zur Beurteilung von Lebererkrankungen und Fibroseprozessen eingesetzt.
PIIINP steht für Prokollagen-III-N-terminales Propeptid (englisch: Procollagen III N-terminal Propeptide). Es handelt sich um ein Abbauprodukt, das entsteht, wenn Prokollagen Typ III – eine Vorstufe des Kollagens – zu reifem Kollagen umgebaut wird. Dabei wird das N-terminale Propeptid abgespalten und in den Blutkreislauf abgegeben. Der Spiegel von PIIINP im Blut spiegelt die Aktivität der Kollagensynthese und des Bindegewebsumbaus im Körper wider.
Kollagen Typ III ist ein wichtiger Bestandteil des Bindegewebes und kommt vor allem in Leber, Lunge, Haut, Gefäßwänden und inneren Organen vor. Bei Entzündungen, Verletzungen oder chronischen Erkrankungen wird verstärkt Kollagen produziert, um geschädigtes Gewebe zu ersetzen oder zu reparieren. Dieser Prozess wird als Fibrose bezeichnet, wenn er übermäßig abläuft. PIIINP wird dabei als Nebenprodukt freigesetzt und kann im Serum oder Plasma gemessen werden.
Der PIIINP-Wert wird am häufigsten als nichtinvasiver Marker zur Beurteilung der Leberfibrose eingesetzt. Bei chronischen Lebererkrankungen wie Hepatitis B, Hepatitis C, alkoholischer Lebererkrankung oder nicht-alkoholischer Fettlebererkrankung (NAFLD/NASH) kommt es zu einer zunehmenden Vernarbung des Lebergewebes. Ein erhöhter PIIINP-Wert kann auf einen aktiven Fibroseprozess hinweisen.
PIIINP wird auch zur Überwachung einer Wachstumshormontherapie genutzt. Da Wachstumshormon die Kollagensynthese stimuliert, steigen PIIINP-Werte unter dieser Therapie an. Regelmäßige Messungen helfen dabei, eine Überdosierung zu erkennen und die Therapie sicher anzupassen.
PIIINP wird über eine einfache Blutentnahme bestimmt. Die Messung erfolgt mittels Immunoassay aus dem Serum oder Plasma. Die Referenzwerte können je nach Labor und verwendetem Testverfahren leicht variieren; üblicherweise liegen die Normalwerte für Erwachsene bei etwa 1,5 bis 9,0 µg/l. Abweichungen sollten stets im klinischen Gesamtkontext beurteilt werden.
PIIINP ist kein krankheitsspezifischer Marker – erhöhte Werte können bei verschiedenen Erkrankungen auftreten, die mit einem erhöhten Bindegewebsumbau einhergehen. Daher sollte PIIINP immer in Kombination mit anderen klinischen Befunden, Laborwerten und bildgebenden Verfahren interpretiert werden.
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