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PINP (Prokollagen-Typ-I-N-terminales Propeptid) ist ein Blutmarker für den Knochenaufbau. Er wird bei der Diagnose und Verlaufskontrolle von Osteoporose eingesetzt.
PINP (Prokollagen-Typ-I-N-terminales Propeptid) ist ein Blutmarker für den Knochenaufbau. Er wird bei der Diagnose und Verlaufskontrolle von Osteoporose eingesetzt.
PINP steht für Prokollagen-Typ-I-N-terminales Propeptid (englisch: Procollagen Type I N-terminal Propeptide). Es handelt sich dabei um ein Eiweißfragment, das bei der Bildung von Kollagen Typ I entsteht – dem wichtigsten Strukturprotein des Knochens. PINP gilt als einer der zuverlässigsten Labormarker für die Knochenneubildung (Knochenformation) und wird weltweit in der Diagnostik und Therapieüberwachung von Knochenerkrankungen eingesetzt.
Kollagen Typ I wird von spezialisierten Knochenzellen, den sogenannten Osteoblasten, produziert. Zunächst wird eine Vorläuferform – das Prokollagen – synthetisiert. Beim Umbau dieses Prokollagens zur reifen Kollagenfaser wird das N-terminale Propeptid (PINP) abgespalten und in die Blutbahn abgegeben. Der gemessene PINP-Spiegel im Blut spiegelt daher direkt die Aktivität der Osteoblasten und damit die Rate der Knochenneubildung wider.
PINP ist ein etablierter Knochenumbaumarker (Bone Turnover Marker, BTM) und wird von internationalen Fachgesellschaften wie der IOF (International Osteoporosis Foundation) und der IFCC (International Federation of Clinical Chemistry) als bevorzugter Marker für die Knochenneubildung empfohlen. Er wird eingesetzt zur:
Neben der Osteoporose wird PINP auch bei folgenden Erkrankungen und Zuständen bestimmt:
PINP wird aus einer einfachen Blutprobe (Serum oder Plasma) bestimmt. Die Messung erfolgt mittels immunologischer Testverfahren (z. B. ELISA oder elektrochemilumineszenter Immunoassay). Es existieren zwei Hauptformen:
Für eine optimale Vergleichbarkeit sollten Verlaufskontrollen stets mit derselben Messmethode und möglichst nüchtern am Morgen durchgeführt werden, da PINP gewissen tageszeitlichen Schwankungen unterliegt.
Die Referenzbereiche können je nach Labor und Messmethode variieren. Als allgemeine Richtwerte für Erwachsene gelten bei der Messung des intakten PINP:
Erhöhte Werte deuten auf eine gesteigerte Knochenbildungsrate hin, die physiologisch (z. B. bei Kindern oder nach Frakturen) oder pathologisch (z. B. bei Morbus Paget oder Knochenmetastasen) bedingt sein kann. Erniedrigte Werte können auf eine verminderte Osteoblastenaktivität und ein erhöhtes Frakturrisiko hinweisen.
Ein besonders wichtiger Anwendungsbereich ist die Überwachung einer laufenden Osteoporosetherapie. Unter einer knochenaufbauenden Therapie mit Teriparatid (einem synthetischen Parathormon-Analogon) steigt PINP typischerweise stark an, was den therapeutischen Effekt bestätigt. Unter knochenabbau-hemmenden Therapien wie Bisphosphonaten oder Denosumab sinkt PINP hingegen deutlich, was auf eine reduzierte Knochenumbaurate schließen lässt. Ein ausbleibender Abfall kann auf mangelnde Therapieadhärenz oder Wirkungslosigkeit hindeuten.
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