Pivot-Shift-Test: Knieuntersuchung beim Kreuzbandriss
Der Pivot-Shift-Test ist eine klinische Untersuchungsmethode zur Diagnose einer vorderen Kreuzbandriss am Kniegelenk. Er prüft die rotatorische Instabilität des Knies.
Wissenswertes über "Pivot-Shift-Test"
Der Pivot-Shift-Test ist eine klinische Untersuchungsmethode zur Diagnose einer vorderen Kreuzbandruptur am Kniegelenk. Er prüft die rotatorische Instabilität des Knies.
Was ist der Pivot-Shift-Test?
Der Pivot-Shift-Test ist ein spezielles klinisches Untersuchungsverfahren in der Orthopädie und Sportmedizin. Er wird eingesetzt, um eine Ruptur (Riss) des vorderen Kreuzbandes im Kniegelenk nachzuweisen. Dabei wird insbesondere die sogenannte rotatorische Instabilität des Knies beurteilt – also die Neigung des Schienbeins (Tibia), unter dem Oberschenkelknochen (Femur) wegzugleiten, wenn das Knie belastet und gleichzeitig gedreht wird.
Der Test wurde in den 1970er-Jahren von den Orthopäden MacIntosh und Galway beschrieben und gehört heute zum Standardrepertoire der klinischen Knieuntersuchung.
Wie funktioniert der Pivot-Shift-Test?
Die Untersuchung wird in der Regel von einem Arzt oder einer Ärztin mit dem liegenden Patienten durchgeführt. Der Ablauf ist wie folgt:
- Das Bein des Patienten wird gestreckt gehalten.
- Der Untersucher übt eine leichte Innenrotation auf den Unterschenkel aus und beugt gleichzeitig das Knie langsam von der Streckung in die Beugung.
- Zusätzlich wird ein Valgusstress (seitlicher Druck nach innen) auf das Knie ausgelöst.
- Bei einem gerissenen vorderen Kreuzband kommt es bei etwa 20–30 Grad Beugung zu einem spürbaren und oft sichtbaren Ruck oder Gleiten des Schienbeinkopfes – dem sogenannten “Shift”. Dieses Phänomen entsteht, weil der Tractus iliotibialis (ein Bindegewebsband an der Außenseite des Oberschenkels) bei dieser Beugung die subluxierte Tibia plötzlich zurück in die korrekte Position zieht.
Klinische Bedeutung
Der Pivot-Shift-Test gilt als einer der spezifischsten Tests für die vordere Kreuzband-Instabilität. Er liefert wichtige Hinweise darauf, ob trotz eines Kreuzbandrisses eine funktionelle Stabilität des Knies besteht oder ob eine operative Versorgung notwendig sein könnte.
Die Intensität des Pivot-Shift-Phänomens wird häufig nach folgender Einteilung klassifiziert:
- Grad 0: Kein Shift (negativer Befund)
- Grad I: Leichtes Gleiten (Glide)
- Grad II: Deutlicher Ruck (Clunk)
- Grad III: Ausgeprägtes Springen (Gross)
Sensitivität und Spezifität
Die diagnostische Genauigkeit des Pivot-Shift-Tests hängt stark von der Erfahrung des Untersuchers sowie vom Muskeltonus des Patienten ab. Bei entspanntem Patienten oder unter Narkose ist die Sensitivität deutlich höher. Studien zeigen eine Sensitivität von etwa 24–48 % beim wachen Patienten und bis zu 98 % unter Narkose, bei einer Spezifität von über 95 %.
Kombination mit anderen Tests
Der Pivot-Shift-Test wird häufig in Kombination mit anderen Knieuntersuchungen durchgeführt, um die Diagnose zu sichern:
- Lachman-Test: Prüft die anteriore Translationsbewegung der Tibia in 20–30 Grad Beugung.
- Vordere Schubladentest: Älterer Test zur Prüfung der anterioren Stabilität bei 90 Grad Beugung.
- MRT (Magnetresonanztomographie): Bildgebende Bestätigung bei klinischem Verdacht.
Wann wird der Pivot-Shift-Test eingesetzt?
Der Test kommt typischerweise zum Einsatz bei:
- Verdacht auf eine akute oder chronische vordere Kreuzbandriss nach Sportverletzung oder Unfall
- Präoperativer Planung einer Kreuzbandrekonstruktion
- Postoperativer Verlaufskontrolle zur Beurteilung des Rekonstruktionserfolgs
- Sportorthopädischen Untersuchungen bei Leistungssportlern
Quellen
- Galway HR, MacIntosh DL. The lateral pivot shift: a symptom and sign of anterior cruciate ligament insufficiency. Clinical Orthopaedics and Related Research, 1980; 147: 45–50.
- van Eck CF, van den Bekerom MP, Fu FH et al. Methods to diagnose acute anterior cruciate ligament rupture: a meta-analysis of physical examinations with and without anaesthesia. Knee Surgery, Sports Traumatology, Arthroscopy, 2013; 21(8): 1895–1903.
- Claes S, Hermie L, Verdonk R et al. Is kinesiophobia a predictor for chronic anterior cruciate ligament ruptures? Orthopaedics & Traumatology: Surgery & Research, 2017; 103(1S): S57–S60.
Meistgekaufte Produkte
Der universelle Immunschutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Immunproteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des Immunsystems
Für eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac, Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Die meistgelesenen Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieMagnesiumcarbonat
Kaloriengehalt
Kölner Liste
Verwandte Suchbegriffe: Pivot-Shift-Test