Plazentageburt – Ablauf, Komplikationen & Tipps
Die Plazentageburt ist die dritte Geburtsphase, in der die Plazenta nach der Entbindung des Kindes ausgestossen wird. Sie ist ein natürlicher Abschluss des Geburtsvorgangs.
Wissenswertes über "Plazentageburt"
Die Plazentageburt ist die dritte Geburtsphase, in der die Plazenta nach der Entbindung des Kindes ausgestossen wird. Sie ist ein natürlicher Abschluss des Geburtsvorgangs.
Was ist die Plazentageburt?
Die Plazentageburt, auch als Nachgeburt bezeichnet, ist die dritte und letzte Phase des Geburtsvorgangs. Nach der Geburt des Kindes löst sich die Plazenta – das während der Schwangerschaft gebildete Organ, das das ungeborene Kind mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt hat – von der Gebärmutterwand und wird ausgestossen. Dieser Vorgang ist medizinisch bedeutsam, da Komplikationen wie starke Blutungen auftreten können, wenn die Plazenta nicht vollständig oder rechtzeitig ausgestossen wird.
Ablauf der Plazentageburt
Kurz nach der Geburt des Kindes beginnt die Gebärmutter, sich weiter zusammenzuziehen. Diese Kontraktionen führen dazu, dass sich die Plazenta von der Gebärmutterwand ablöst und in Richtung Scheide geschoben wird. Typische Zeichen der Plötzlichen Plazentalösung sind ein kurzer Blutschwall, ein Absinken der Nabelschnur und ein Veränderung der Gebärmutterform.
- Spontane Plazentageburt: Die Plazenta wird ohne äußere Hilfe innerhalb von 30 Minuten nach der Kindsgeburt ausgestossen.
- Aktive Behandlung (Management): Um das Blutungsrisiko zu senken, wird häufig nach der Geburt des Kindes ein wehendärmendes Medikament (z. B. Oxytocin) verabreicht, was die Plazentageburt beschleunigt.
- Gesteuerte Plazentageburt: Das medizinische Personal kann durch leichten Zug an der Nabelschnur und Druck auf den Bauch die Geburt der Plazenta unterstützen.
Zeitrahmen und Normalverlauf
Die Plazentageburt dauert in der Regel zwischen 5 und 30 Minuten. Wenn sie länger als 30 bis 60 Minuten auf sich warten lässt, spricht man von einer retained placenta (verbleibende Plazenta), was ärztliches Eingreifen erfordert. Das medizinische Team prüft anschließend sorgfältig, ob die Plazenta vollständig ausgestossen wurde, da verbliebene Gewebeteile Infektionen oder anhaltende Blutungen verursachen können.
Mögliche Komplikationen
Obwohl die Plazentageburt in den meisten Fällen unkompliziert verläuft, können folgende Komplikationen auftreten:
- Postpartale Hämorrhagie (PPH): Starke Blutung nach der Geburt, häufig die häufigste Ursache mütterlicher Sterblichkeit weltweit.
- Placenta accreta: Die Plazenta ist zu tief in die Gebärmutterwand eingewachsen und kann sich nicht selbständig ablösen.
- Plazentarest: Teile der Plazenta verbleiben in der Gebärmutter und müssen chirurgisch entfernt werden.
- Uterusinversion: Seltene, aber ernste Komplikation, bei der sich die Gebärmutter nach außen stülpt.
Medizinische Begleitung
Die Plazentageburt wird stets von Hebammen und Ärzten überwacht. Zur Vorbeugung einer postpartalen Hämorrhagie ist die Gabe von Oxytocin unmittelbar nach der Geburt des Kindes laut Leitlinien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlen. Zusätzlich wird die Plazenta nach dem Ausstossen auf Vollständigkeit untersucht.
Die Plazenta nach der Geburt
Nach der Entbindung kann die Plazenta auf Wunsch der Mutter mitgegeben werden. In einigen Kulturen und Traditionen wird die Plazenta begraben oder anderweitig rituell behandelt. Das Essen der Plazenta (Plazentophagie) wird von manchen praktiziert, ist jedoch medizinisch nicht empfohlen, da keine belegten Vorteile und potenzielle gesundheitliche Risiken bestehen.
Quellen
- World Health Organization (WHO): Recommendations for the prevention and treatment of postpartum haemorrhage. Geneva: WHO Press, 2012.
- Begley CM et al. – Active versus expectant management for women in the third stage of labour. Cochrane Database of Systematic Reviews, 2019.
- Schneider H, Husslein P, Schneider KTM: Die Geburtshilfe. 5. Auflage. Springer Verlag, 2016.
Meistgekaufte Produkte
Der universelle Immunschutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Immunproteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des Immunsystems
Für eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac, Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Die meistgelesenen Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieMagnesiumcarbonat
Kaloriengehalt
Kölner Liste
Verwandte Suchbegriffe: Plazentageburt