Plica-Syndrom: Ursachen, Symptome & Behandlung
Das Plica-Syndrom ist eine Reizung der Schleimhautfalte im Kniegelenk. Es verursacht Schmerzen, Schwellungen und ein Schnappen im Knie und tritt häufig bei sportlich aktiven Menschen auf.
Wissenswertes über "Plica-Syndrom"
Das Plica-Syndrom ist eine Reizung der Schleimhautfalte im Kniegelenk. Es verursacht Schmerzen, Schwellungen und ein Schnappen im Knie und tritt häufig bei sportlich aktiven Menschen auf.
Was ist das Plica-Syndrom?
Das Plica-Syndrom bezeichnet eine Reizung oder Entzündung der sogenannten Plica synovialis – einer Schleimhautfalte im Inneren des Kniegelenks. Diese Falte ist ein Überbleibsel aus der embryonalen Entwicklung und teilt das Kniegelenk ursprünglich in verschiedene Kammern auf. Bei den meisten Menschen bildet sie sich zurück, bleibt jedoch bei etwa 50 % der Bevölkerung in unterschiedlicher Ausprägung erhalten. Wird sie durch Überlastung oder Verletzung gereizt, kann sie Beschwerden verursachen.
Ursachen
Das Plica-Syndrom entsteht häufig durch mechanische Überlastung oder wiederholte Bewegungen des Kniegelenks. Zu den häufigsten Auslösern gehören:
- Intensive sportliche Betätigung, z. B. Laufen, Radfahren oder Kniebeugen
- Direkte Verletzungen oder Stoß auf das Knie (Trauma)
- Plötzliche Steigerung der sportlichen Belastung
- Muskelschwäche oder muskuläre Dysbalancen im Bereich des Oberschenkels
- Anatomische Besonderheiten des Kniegelenks
Symptome
Die Beschwerden beim Plica-Syndrom können denen anderer Knieerkrankungen ähneln, was die Diagnose erschwert. Typische Symptome sind:
- Schmerzen an der Innenseite des Knies, oft um die Kniescheibe (Patella) herum
- Schnappen oder Knacken im Knie bei Beugung und Streckung
- Schwellung und Druckempfindlichkeit im betroffenen Bereich
- Steifheit des Kniegelenks, besonders nach längerem Sitzen
- Schmerzzunahme bei Treppensteigen, Kniebeugen oder sportlicher Belastung
Diagnose
Die Diagnose des Plica-Syndroms erfolgt in erster Linie klinisch durch eine gründliche körperliche Untersuchung. Der Arzt prüft dabei gezielt die Schmerzlokalisation und den sogenannten Plica-Test, bei dem die Kniescheibe bei gebeugtem Knie nach innen gedrückt wird. Weitere diagnostische Maßnahmen umfassen:
- MRT (Magnetresonanztomographie): Zur Darstellung der Schleimhautfalte und zum Ausschluss anderer Kniepathologien
- Ultraschall: Kann eine verdickte oder entzündete Plica sichtbar machen
- Arthroskopie: Goldstandard zur direkten Beurteilung und ggf. gleichzeitigen Behandlung der Plica
Behandlung
Konservative Therapie
In den meisten Fällen lässt sich das Plica-Syndrom ohne Operation erfolgreich behandeln. Die konservative Therapie umfasst:
- Schonung und Belastungsreduktion: Vermeidung schmerzhafter Bewegungen und Überlastung
- Physiotherapie: Kräftigungsübungen für die Oberschenkelmuskulatur (insbesondere Quadrizeps), Dehnen und Stabilisierung
- Entzündungshemmende Medikamente (NSAIDs): z. B. Ibuprofen oder Diclofenac zur Schmerzlinderung
- Kälteanwendungen: Zur Reduktion von Schwellung und Schmerzen
- Kortisoninjektionen: Bei anhaltenden Beschwerden kann eine lokale Injektion in das Kniegelenk helfen
Operative Therapie
Falls die konservative Behandlung nach mehreren Wochen bis Monaten keinen ausreichenden Erfolg zeigt, ist eine arthroskopische Resektion (operative Entfernung) der Plica möglich. Dieser minimal-invasive Eingriff hat in der Regel eine gute Prognose mit hoher Erfolgsrate.
Prognose
Bei frühzeitiger Behandlung und konsequenter Physiotherapie erholen sich die meisten Patientinnen und Patienten vollständig. Rückfälle können durch gezieltes Training, ausreichende Aufwärmung vor dem Sport und das Vermeiden von Überlastung verhindert werden.
Quellen
- Sznajderman T, Smorgick Y, Lindner D, et al. - Medial plica syndrome. Isr Med Assoc J. 2009;11(1):54-57.
- Schindler OS - The surgical treatment of symptomatic medial plica of the knee. J Bone Joint Surg Br. 2009;91(8):1022-1028. DOI: 10.1302/0301-620X.91B8.22018
- Lyu SR - Relationship of medial plica and medial femoral condyle during flexion. Clin Biomech. 1999;14(7):489-493.
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