Polyarthritis: Ursachen, Symptome & Behandlung
Polyarthritis bezeichnet eine gleichzeitige Entzündung von fünf oder mehr Gelenken. Sie kann chronisch verlaufen und zu Gelenkschäden führen.
Wissenswertes über "Polyarthritis"
Polyarthritis bezeichnet eine gleichzeitige Entzündung von fünf oder mehr Gelenken. Sie kann chronisch verlaufen und zu Gelenkschäden führen.
Was ist Polyarthritis?
Polyarthritis bezeichnet die gleichzeitige Entzündung von fünf oder mehr Gelenken. Der Begriff setzt sich aus dem griechischen poly (viel) und arthritis (Gelenkentzündung) zusammen. Sie ist keine eigenständige Erkrankung, sondern ein Erscheinungsbild, das bei verschiedenen rheumatischen und immunologischen Grunderkrankungen auftreten kann. Je nach Ursache kann der Verlauf akut oder chronisch sein und in schweren Fällen zu dauerhaften Gelenkschäden führen.
Ursachen und Grunderkrankungen
Die Polyarthritis kann durch unterschiedliche Erkrankungen ausgelöst werden. Zu den häufigsten Ursachen gehören:
- Rheumatoide Arthritis (RA): Die häufigste Ursache einer chronischen Polyarthritis. Es handelt sich um eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem irrtümlich die Gelenkinnenhaut angreift.
- Psoriasis-Arthritis: Gelenkentzündung im Zusammenhang mit der Schuppenflechte (Psoriasis).
- Systemischer Lupus erythematodes (SLE): Eine Autoimmunerkrankung, die viele Organe einschließlich der Gelenke befallen kann.
- Reaktive Arthritis: Gelenkentzündung als Reaktion auf eine Infektion an anderer Körperstelle (z.B. Harnwege oder Darm).
- Virale Infektionen: Bestimmte Viren wie Parvovirus B19, Hepatitis B und C oder Ruböllaviren können vorübergehend eine Polyarthritis verursachen.
- Kristallarthropathien: Ablagerungen von Harnsäurekristallen (Gicht) oder Kalziumpyrophosphat-Kristallen in mehreren Gelenken.
Symptome
Die typischen Beschwerden einer Polyarthritis umfassen:
- Schmerzen, Schwellung und Überwärmung an mindestens fünf Gelenken gleichzeitig
- Morgensteifigkeit, die oft länger als 30 Minuten anhält
- Einschränkung der Beweglichkeit der betroffenen Gelenke
- Allgemeine Abgeschlagenheit und Müdigkeit
- Gelegentlich Fieber (besonders bei infektiöser oder reaktiver Ursache)
Bei der rheumatoiden Arthritis sind häufig die Fingergrundgelenke, Fingermittelgelenke und Handgelenke symmetrisch betroffen.
Diagnose
Die Diagnose einer Polyarthritis erfordert eine sorgfältige ärztliche Abklärung, da die Behandlung stark von der zugrundeliegenden Erkrankung abhängt. Folgende Untersuchungen sind typischerweise erforderlich:
- Körperliche Untersuchung: Beurteilung der betroffenen Gelenke auf Schwellung, Wärme und Beweglichkeit.
- Blutuntersuchungen: Entzündungsmarker wie CRP und Blutkörpersenkungsgeschwindigkeit (BSG), Rheumafaktor (RF), Anti-CCP-Antikörper, ANA (antinukleäre Antikörper) sowie Harnsäurewert.
- Bildgebung: Röntgenaufnahmen, Ultraschall oder MRT der betroffenen Gelenke zur Beurteilung von Knochen- und Knorpelveränderungen.
- Gelenkpunktion: Bei unklaren Fällen kann eine Analyse der Gelenkflüssigkeit hilfreich sein.
Behandlung
Die Therapie der Polyarthritis richtet sich nach der zugrundeliegenden Erkrankung und dem Schweregrad der Beschwerden. Grundsätzlich unterscheidet man:
Medikamentöse Therapie
- Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR): Lindern Schmerzen und dämpfen Entzündungen (z.B. Ibuprofen, Diclofenac).
- Kortikosteroide: Bei starken Entzündungsschüben eingesetzt, um schnell Linderung zu verschaffen.
- Basistherapeutika (DMARDs): Medikamente wie Methotrexat, Hydroxychloroquin oder Sulfasalazin greifen gezielt in den Krankheitsprozess ein und verlangsamen das Fortschreiten der Erkrankung.
- Biologika und JAK-Inhibitoren: Neuere Medikamentenklassen, die gezielt in Entzündungsprozesse des Immunsystems eingreifen (z.B. TNF-alpha-Blocker, IL-6-Hemmer).
Nicht-medikamentöse Therapie
- Physiotherapie und Krankengymnastik: Zur Erhaltung der Gelenkbeweglichkeit und Stärkung der Muskulatur.
- Ergotherapie: Hilft, den Alltag trotz Gelenkbeschränkungen besser zu bewältigen.
- Patientenschulung: Aufklärung über Erkrankung, Medikamente und Selbstmanagement.
Chirurgische Therapie
Bei schweren Gelenkschäden kann in Einzelfällen ein chirurgischer Eingriff notwendig sein, beispielsweise eine Synovektomie (Entfernung der entzündeten Gelenkinnenhaut) oder der Einsatz einer Gelenkprothese.
Prognose
Die Prognose der Polyarthritis hängt wesentlich von der Grunderkrankung, dem Zeitpunkt des Behandlungsbeginns und dem Ansprechen auf die Therapie ab. Eine frühzeitige Diagnose und konsequente Behandlung können Gelenkschäden erheblich verlangsamen oder verhindern und die Lebensqualität deutlich verbessern.
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh): S2e-Leitlinie – Management der frühen rheumatoiden Arthritis (2019). Verfügbar unter: https://www.dgrh.de
- Smolen JS et al. – Rheumatoid arthritis. Nature Reviews Disease Primers, 2018; 4: 18001. DOI: 10.1038/nrdp.2018.1
- Pschyrembel Klinisches Wörterbuch, 268. Auflage. De Gruyter, 2020.
Meistgekaufte Produkte
Der universelle Immunschutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Immunproteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des Immunsystems
Für eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac, Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Die neusten Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieErosive Arthrose
Spondyloarthritis
Reaktive Arthritis
Die meistgelesenen Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieMagnesiumcarbonat
Kaloriengehalt
Kölner Liste
Verwandte Suchbegriffe: Polyarthritis