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Die Polyphenolbiokinetikanalyse untersucht, wie pflanzliche Polyphenole im Körper aufgenommen, verteilt, umgewandelt und ausgeschieden werden. Sie liefert wichtige Erkenntnisse für Ernährungswissenschaft und Präventivmedizin.
Die Polyphenolbiokinetikanalyse untersucht, wie pflanzliche Polyphenole im Körper aufgenommen, verteilt, umgewandelt und ausgeschieden werden. Sie liefert wichtige Erkenntnisse für Ernährungswissenschaft und Präventivmedizin.
Die Polyphenolbiokinetikanalyse ist ein wissenschaftliches Analyseverfahren, das den vollständigen Weg von Polyphenolen – sekundären Pflanzenstoffen aus Lebensmitteln wie Früchten, Gemüse, Tee oder Rotwein – im menschlichen Organismus beschreibt und quantifiziert. Der Begriff setzt sich aus „Polyphenol“, „Biokinetik“ (die Lehre von Aufnahme, Verteilung, Metabolismus und Ausscheidung biologisch aktiver Substanzen) und „Analyse“ zusammen.
Ziel dieser Untersuchung ist es zu verstehen, in welcher Menge und in welcher Form Polyphenole nach dem Verzehr tatsächlich im Blut, in Geweben und in Zielorganen ankommen und wie lange sie dort wirksam bleiben.
Polyphenole sind eine große Gruppe chemischer Verbindungen, die natürlicherweise in Pflanzen vorkommen. Sie umfassen unter anderem:
Polyphenolen werden vielfältige gesundheitliche Wirkungen zugeschrieben, darunter antioxidative, antientzündliche, kardioprotektive und neuroprotektive Eigenschaften. Ob und wie stark diese Wirkungen eintreten, hängt jedoch entscheidend von ihrer Bioverfügbarkeit ab – also davon, wie viel der aufgenommenen Menge tatsächlich im Blut und an den Wirkorten verfügbar ist.
Die Biokinetikanalyse von Polyphenolen gliedert sich in vier klassische pharmako- bzw. nutrikinetikverwandte Phasen, die häufig mit dem Akronym ADME zusammengefasst werden:
Dieser Schritt beschreibt, wie Polyphenole aus der Nahrungsmatrix freigesetzt und über die Darmschleimhaut in den Blutkreislauf aufgenommen werden. Viele Polyphenole sind in Lebensmitteln als Glykoside (an Zuckermoleküle gebundene Formen) gebunden und müssen erst durch Darmenzyme oder Darmbakterien hydrolysiert werden, bevor sie resorbiert werden können. Die Absorptionsrate variiert je nach Substanz erheblich: Catechine aus Grüntee werden relativ schnell aufgenommen, während Ellagitannine aus Granatapfel kaum direkt absorbiert werden.
Nach der Resorption gelangen Polyphenole über das Blut in verschiedene Organe und Gewebe. Die Verteilung hängt von der Bindung an Plasmaproteine (vor allem Albumin), der Lipophilie der Verbindung und den spezifischen Transportmechanismen ab. Die Analyse misst Polyphenolkonzentrationen in Plasma, Urin und gelegentlich in Gewebebiopsien.
Polyphenole werden in der Leber (Phase-I- und Phase-II-Metabolismus) sowie durch das Darmmikrobiom intensiv umgebaut. Die dabei entstehenden Metaboliten (z. B. Urolithine aus Ellagitanninen oder Equol aus Soja-Isoflavonen) können eine wesentlich höhere oder veränderte biologische Aktivität aufweisen als die ursprünglichen Verbindungen. Interindividuelle Unterschiede in der Darmmikrobiota führen zu stark variierenden Metabolitenprofilen zwischen verschiedenen Personen.
Polyphenole und ihre Metaboliten werden hauptsächlich über den Urin und die Galle/den Stuhl ausgeschieden. Die Messung der ausgeschiedenen Mengen im Urin ist eine zentrale Methode zur Abschätzung der systemischen Verfügbarkeit.
Für die Polyphenolbiokinetikanalyse werden moderne analytische Techniken eingesetzt:
Die Polyphenolbiokinetikanalyse ist von zentraler Bedeutung für:
Zahlreiche Faktoren beeinflussen, wie Polyphenole im Körper verarbeitet werden:
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