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Polytrauma bezeichnet gleichzeitige schwere Verletzungen mehrerer Körperregionen, die lebensbedrohlich sind. Schnelle Notfallversorgung ist entscheidend.
Polytrauma bezeichnet gleichzeitige schwere Verletzungen mehrerer Körperregionen, die lebensbedrohlich sind. Schnelle Notfallversorgung ist entscheidend.
Als Polytrauma bezeichnet man das gleichzeitige Auftreten von zwei oder mehr schweren Verletzungen an verschiedenen Körperregionen, wobei mindestens eine dieser Verletzungen für sich allein oder in Kombination mit den anderen lebensbedrohlich ist. Der Begriff stammt aus dem Griechischen: poly bedeutet „viel“ und trauma bedeutet „Verletzung“. Ein Polytrauma stellt einen der schwersten medizinischen Notfälle dar und erfordert sofortige, koordinierte intensivmedizinische Versorgung.
Polytraumata entstehen häufig durch Ereignisse mit großer Krafteinwirkung auf den Körper. Zu den typischen Ursachen gehören:
Ein Polytrauma kann nahezu alle Körperregionen betreffen. Typische Verletzungskombinationen umfassen:
Zusätzlich können systemische Reaktionen auftreten, darunter hämorrhagischer Schock (lebensbedrohlicher Blutverlust), Gerinnungsstörungen und Organversagen.
Die Diagnostik beim Polytrauma muss schnell und strukturiert erfolgen, da jede Minute zählt. Dabei kommen folgende Verfahren zum Einsatz:
Zur Einschätzung des Verletzungsschweregrads wird häufig der Injury Severity Score (ISS) verwendet. Ein ISS-Wert von 16 oder mehr gilt als schweres Trauma.
Die Erstversorgung am Unfallort durch Rettungsdienst und Notarzt umfasst die Sicherung der Atemwege, Blutstillung, Immobilisation der Wirbelsäule sowie den schnellstmöglichen Transport in ein Traumazentrum. Das Prinzip „Load and Go“ (schnell transportieren) hat Priorität gegenüber langwieriger Behandlung vor Ort.
Im Traumazentrum übernimmt ein interdisziplinäres Team – bestehend aus Unfallchirurgen, Anästhesisten, Neurochirurgen und weiteren Spezialisten – die Versorgung. Ziele sind:
Nach der Akutphase ist eine langfristige Rehabilitation unabdingbar. Je nach Verletzungsausmaß umfasst sie physiotherapeutische, ergotherapeutische und neuropsychologische Maßnahmen sowie psychosoziale Unterstützung.
Die Prognose eines Polytraumas hängt stark von der Schwere der Verletzungen, dem Alter des Patienten, dem Vorliegen von Begleiterkrankungen sowie der Geschwindigkeit und Qualität der medizinischen Versorgung ab. Dank moderner Traumazentren und verbesserter Versorgungskonzepte konnte die Sterblichkeit in den vergangenen Jahrzehnten deutlich gesenkt werden.
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