Postmenopausale Osteoporose: Ursachen & Therapie
Die postmenopausale Osteoporose ist ein Knochenschwund, der nach den Wechseljahren durch Östrogenmangel entsteht und das Frakturrisiko stark erhöht.
Wissenswertes über "Postmenopausale Osteoporose"
Die postmenopausale Osteoporose ist ein Knochenschwund, der nach den Wechseljahren durch Östrogenmangel entsteht und das Frakturrisiko stark erhöht.
Was ist postmenopausale Osteoporose?
Die postmenopausale Osteoporose ist eine Erkrankung des Skelettsystems, bei der die Knochendichte und die Knochenstruktur nach den Wechseljahren (Menopause) abnehmen. Dieser Abbau wird hauptsächlich durch den Mangel an Östrogen verursacht, einem weiblichen Geschlechtshormon, das eine zentrale Rolle beim Schutz der Knochen spielt. Ohne ausreichend Östrogen wird mehr Knochenmasse abgebaut als neu aufgebaut, was die Knochen brüchig und anfraellig für Brüche (Frakturen) macht.
Osteoporose wird oft als "stille Krankheit" bezeichnet, da sie sich meist ohne Schmerzen entwickelt und erst dann bemerkt wird, wenn ein Knochen bricht. Typische Bruchstellen sind Wirbelsäule, Hüfte und Handgelenk.
Ursachen
Der wichtigste Auslöser der postmenopausalen Osteoporose ist der Östrogenabfall nach der letzten Regelblutung. Östrogen hemmt normalerweise die Aktivität der sogenannten Osteoklasten (knochenabbauende Zellen). Fällt dieser Schutz weg, werden die Knochen schneller abgebaut.
Weitere begünstigende Faktoren sind:
- Frühzeitige Menopause (vor dem 45. Lebensjahr)
- Genetische Veranlagung und familiäre Vorbelastung
- Kalzium- und Vitamin-D-Mangel
- Körperliche Inaktivität
- Rauchen und übermäßiger Alkoholkonsum
- Langzeiteinnahme von Kortikosteroiden
- Niedriges Körpergewicht
Symptome
Im Frühstadium verursacht die postmenopausale Osteoporose keine Beschwerden. Erst später können folgende Zeichen auftreten:
- Rückenschmerzen durch Wirbelkörperfrakturen
- Körpergrößenverlust und Rundrücken (Kyphose)
- Knochenbruch bei geringer Krafteinwirkung (z. B. Sturz aus dem Stand)
- Plötzlich auftretende, starke Rückenschmerzen als Hinweis auf Wirbeleinbruch
Diagnose
Die wichtigste diagnostische Methode ist die Knochendichtemessung (Osteodensitometrie), auch DXA-Messung (Dual-Energie-Röntgen-Absorptiometrie) genannt. Sie misst die Knochenmineraldichte und liefert den sogenannten T-Score:
- T-Score ≥ -1,0: normal
- T-Score zwischen -1,0 und -2,5: Osteopenie (Vorstufe)
- T-Score ≤ -2,5: Osteoporose
Ergänzend können Blutuntersuchungen (z. B. Kalzium, Vitamin D, Knochenstoffwechselmarker) und bildgebende Verfahren wie Röntgen eingesetzt werden.
Behandlung
Allgemeine Maßnahmen
Basismaßnahmen für alle Betroffenen umfassen:
- Kalzium (1000–1200 mg/Tag) und Vitamin D (800–1000 IE/Tag) als Ergänzung
- Regelmäßige körperliche Aktivität, insbesondere Kraft- und Gleichgewichtstraining
- Sturz- und Frakturprävention im Alltag
- Verzicht auf Rauchen und Alkohol
Medikamentöse Therapie
Bei erhöhtem Frakturrisiko stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung:
- Bisphosphonate (z. B. Alendronsäure, Risedronate): hemmen den Knochenabbau und sind Mittel der ersten Wahl
- Denosumab: ein Antikörper, der die Aktivität der Osteoklasten blockiert
- Raloxifen: ein selektiver Östrogenrezeptor-Modulator (SERM)
- Teriparatid und Romosozumab: knochenaufbauende Präparate bei schwerer Osteoporose
- Hormonersatztherapie (HRT): kann bei jüngeren postmenopausalen Frauen in Abwägung von Nutzen und Risiken eingesetzt werden
Prävention
Eine optimale Knochendichte wird bereits in jungen Jahren durch ausreichend Kalzium, Vitamin D und körperliche Aktivität aufgebaut. Nach der Menopause ist eine frühzeitige ärztliche Abklärung empfehlenswert, um eine Osteoporose rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln.
Quellen
- World Health Organization (WHO): Assessment of fracture risk and its application to screening for postmenopausal osteoporosis. WHO Technical Report Series 843, Genf, 1994.
- Leitlinie des Dachverbands Osteologie (DVO): Prophylaxe, Diagnostik und Therapie der Osteoporose bei postmenopausalen Frauen und bei Männern. AWMF-Registernummer 183-001, aktualisierte Fassung 2023.
- Kanis JA et al. on behalf of the Scientific Advisory Board of the European Society for Clinical and Economic Aspects of Osteoporosis and Osteoarthritis (ESCEO): European guidance for the diagnosis and management of osteoporosis in postmenopausal women. Osteoporosis International, 2019;30(1):3–44.
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