PR – Pulsrate: Bedeutung & Normalwerte
PR steht in der Medizin für Pulsrate (Pulse Rate) und bezeichnet die Anzahl der Herzschläge pro Minute. Sie ist ein wichtiger Vitalparameter zur Beurteilung der Herzfunktion.
Wissenswertes über "PR"
PR steht in der Medizin für Pulsrate (Pulse Rate) und bezeichnet die Anzahl der Herzschläge pro Minute. Sie ist ein wichtiger Vitalparameter zur Beurteilung der Herzfunktion.
Was bedeutet PR in der Medizin?
Die Abkürzung PR steht im medizinischen Kontext für Pulse Rate (Pulsrate) und gibt die Anzahl der Herzschläge pro Minute an. Sie ist einer der grundlegenden Vitalparameter und wird routinemäßig bei der körperlichen Untersuchung sowie im Rahmen der Überwachung von Patientinnen und Patienten erfasst. Neben der Pulsrate werden in der Medizin mit „PR“ gelegentlich auch andere Begriffe abgekürzt, etwa Pulmonal-Regurgitation (Undichtigkeit der Pulmonalklappe) oder Prothrombin Ratio (ein Maß für die Blutgerinnung), abhängig vom klinischen Zusammenhang.
Pulsrate (PR) – Grundlagen
Die Pulsrate entspricht in der Regel der Herzfrequenz und gibt an, wie oft das Herz pro Minute schlägt. Sie wird in der Einheit Schläge pro Minute (bpm, beats per minute) angegeben.
- Normalbereich Erwachsene: 60–100 bpm
- Bradykardie: Pulsrate unter 60 bpm (verlangsamter Herzschlag)
- Tachykardie: Pulsrate über 100 bpm (beschleunigter Herzschlag)
- Neugeborene: Normalwert 120–160 bpm
- Kinder: Normalwert je nach Alter variierend (70–120 bpm)
Messung der Pulsrate
Die Pulsrate kann auf verschiedene Weisen gemessen werden:
- Manuell: Fühlen des Pulses an der Handgelenksarterie (Arteria radialis) oder am Hals (Arteria carotis)
- Pulsoxymetrie: Nicht-invasive Messung über einen Sensor am Finger oder Ohrbärchen
- EKG (Elektrokardiogramm): Elektrische Ableitung der Herzaktivität, exakte Messung der Herzfrequenz
- Blutdruckmessgeräte: Viele automatische Geräte messen gleichzeitig Blutdruck und Pulsrate
- Wearables / Smartwatches: Optische Sensoren zur kontinuierlichen Pulsratenmessung im Alltag
Einflussfaktoren auf die Pulsrate
Verschiedene physiologische und pathologische Faktoren können die Pulsrate beeinflussen:
- Körperliche Aktivität: Sport erhöht die Pulsrate deutlich
- Stress und Emotionen: Angst, Aufregung oder Schmerz erhöhen den Puls
- Temperatur: Fieber und Wärme steigern die Pulsrate
- Medikamente: z.B. Betablocker senken, Stimulanzien erhöhen die Pulsrate
- Herzerkrankungen: Arrhythmien, Herzinsuffizienz oder Klappenerkrankungen können die PR verändern
- Schilddrüsenerkrankungen: Hyperthyreose führt häufig zu Tachykardie
- Flüssigkeitsmangel (Dehydration): Erhöht die Pulsrate kompensatorisch
Klinische Bedeutung der PR
Eine veränderte Pulsrate kann auf verschiedene Erkrankungen oder Zustände hinweisen und ist daher ein wichtiger diagnostischer Hinweis. Eine dauerhaft erhöhte oder erniedrigte Pulsrate sollte ärztlich abgeklärt werden. Im klinischen Alltag wird die PR gemeinsam mit anderen Vitalparametern wie Blutdruck, Atemfrequenz, Körpertemperatur und Sauerstoffsättigung beurteilt.
Weitere medizinische Bedeutungen von PR
Je nach Fachgebiet und Zusammenhang kann PR auch für folgende Begriffe stehen:
- Pulmonal-Regurgitation (PR): Rückfluss von Blut durch eine undichte Pulmonalklappe
- PR-Intervall: Abschnitt im EKG zwischen P-Welle und QRS-Komplex, der die Überleitung vom Vorhof zur Herzkammer beschreibt
- Prothrombin Ratio: Maß für die Blutgerinnungszeit, relevant bei Antikoagulationstherapie
- Per Rectum (PR): Verabreichung von Medikamenten über den After (rektal)
Quellen
- World Health Organization (WHO): Integrated Management of Childhood Illness, WHO Press, Genf, 2014.
- Herold, G. et al.: Innere Medizin, Eigenverlag Gerd Herold, Köln, 2023.
- Kasper, D.L. et al.: Harrison's Principles of Internal Medicine, 21. Auflage, McGraw-Hill Education, 2022.
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