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Progerie ist eine extrem seltene genetische Erkrankung, bei der Kinder rapide altern. Die Lebenserwartung ist stark verkürzt.
Progerie ist eine extrem seltene genetische Erkrankung, bei der Kinder rapide altern. Die Lebenserwartung ist stark verkürzt.
Progerie, medizinisch auch als Hutchinson-Gilford-Progerie-Syndrom (HGPS) bekannt, ist eine äußerst seltene und schwerwiegende genetische Erkrankung, bei der betroffene Kinder einen dramatisch beschleunigten Alterungsprozess durchlaufen. Der Begriff stammt aus dem Griechischen: pro bedeutet "früh" und geras bedeutet "Alter". Weltweit sind schätzungsweise 350 bis 400 Kinder gleichzeitig von dieser Erkrankung betroffen.
Progerie wird durch eine Punktmutation im LMNA-Gen verursacht, das auf Chromosom 1 liegt. Dieses Gen kodiert für das Protein Lamin A, das eine wichtige Rolle bei der Stabilisierung der Zellkernmembran spielt. Durch die Mutation entsteht eine fehlerhafte Version des Proteins, die als Progerin bezeichnet wird. Progerin lagert sich in der Kernmembran ab, führt zu Instabilität der Zellkerne und löst einen vorzeitigen Zelluntergang aus. Die Mutation tritt in der Regel spontan (de novo) auf und wird nicht von den Eltern vererbt. Das Erkrankungsrisiko ist unabhängig von Geschlecht, ethnischer Zugehörigkeit oder geografischer Herkunft.
Kinder mit Progerie erscheinen bei der Geburt zunächst gesund. Im Laufe des ersten Lebensjahres beginnen jedoch charakteristische Merkmale aufzutreten:
Die geistige Entwicklung der betroffenen Kinder ist in der Regel nicht beeinträchtigt.
Die Diagnose der Progerie erfolgt in erster Linie klinisch, also anhand der typischen körperlichen Merkmale. Sie wird durch einen genetischen Test bestätigt, der die spezifische Mutation im LMNA-Gen nachweist. Eine frühzeitige Diagnose ist entscheidend, um rechtzeitig mit einer geeigneten Behandlung zu beginnen.
Andere seltene Progerie-ähnliche Syndrome, wie das Werner-Syndrom (das erst im Erwachsenenalter auftritt) oder das Cockayne-Syndrom, müssen ausgeschlossen werden.
Eine Heilung der Progerie ist bislang nicht möglich. Die Behandlung zielt auf die Verlängerung der Lebenserwartung und die Verbesserung der Lebensqualität ab.
Im Jahr 2020 wurde Lonafarnib (Handelsname: Zokinvy) von der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA als erstes spezifisch zugelassenes Medikament für Progerie genehmigt. Lonafarnib ist ein Farnesyltransferase-Inhibitor, der die Anlagerung von Progerin an die Zellkernmembran verhindert und so den Zelluntergang verlangsamt. Klinische Studien zeigten, dass Lonafarnib die Lebenserwartung der Patienten im Durchschnitt um etwa 2,5 Jahre verlängern kann.
Die Lebenserwartung bei Progerie ist stark verkürzt. Das durchschnittliche Sterbealter liegt bei etwa 13 bis 14 Jahren. Die häufigste Todesursache ist ein Herzinfarkt oder Schlaganfall, ausgelöst durch die schwere Arteriosklerose. Durch den Einsatz von Lonafarnib konnte die Lebenserwartung in den letzten Jahren etwas verbessert werden.
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