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Der Progesteronrezeptor ist ein Eiweißmolekül in Zellen, das das Hormon Progesteron bindet und dessen Wirkung im Körper vermittelt. Er spielt eine wichtige Rolle bei Fortpflanzung, Schwangerschaft und bestimmten Krebserkrankungen.
Der Progesteronrezeptor ist ein Eiweißmolekül in Zellen, das das Hormon Progesteron bindet und dessen Wirkung im Körper vermittelt. Er spielt eine wichtige Rolle bei Fortpflanzung, Schwangerschaft und bestimmten Krebserkrankungen.
Der Progesteronrezeptor (Abkürzung: PR) ist ein spezialisiertes Eiweißmolekül (Protein), das in bestimmten Körperzellen vorkommt und das Geschlechtshormon Progesteron erkennt und bindet. Progesteron gehört zur Gruppe der Gestagene und wird hauptsächlich in den Eierstöcken, der Nebennierenrinde und während der Schwangerschaft in der Plazenta gebildet. Sobald Progesteron an seinen Rezeptor bindet, wird eine Signalkette in der Zelle ausgelöst, die die Aktivität bestimmter Gene verändert.
Der Progesteronrezeptor gehört zur großen Familie der nukleären Steroidhormonrezeptoren. Das bedeutet, dass der Rezeptor nach der Bindung von Progesteron in den Zellkern wandert und dort direkt die Ablesevorgänge (Transkription) bestimmter Gene reguliert.
Es gibt zwei Hauptformen des Progesteronrezeptors, die durch dasselbe Gen (PGR-Gen) kodiert werden, jedoch unterschiedliche biologische Funktionen ausüben:
Das Verhältnis zwischen PR-A und PR-B in einem Gewebe beeinflusst maßgeblich, wie eine Zelle auf Progesteron reagiert.
Der Progesteronrezeptor ist an zahlreichen physiologischen Prozessen beteiligt:
In der Onkologie spielt der Progesteronrezeptor eine wichtige diagnostische und therapeutische Rolle, insbesondere beim Brustkrebs und beim Gebärmutterschleimhautkrebs (Endometriumkarzinom).
Beim Brustkrebs wird routinemäßig untersucht, ob die Tumorzellen Progesteronrezeptoren aufweisen. Man spricht dann von einem PR-positiven Tumor. PR-positive Tumoren sprechen in der Regel gut auf eine antihormonelle Therapie (Hormontherapie) an, da das Tumorwachstum durch Progesteron stimuliert wird. Typische Medikamente dieser Therapie sind Tamoxifen und Aromatasehemmer.
Beim Gebärmutterschleimhautkrebs gilt ein hoher PR-Gehalt im Tumorgewebe generell als günstiges prognostisches Zeichen und kann ebenfalls die Grundlage für eine Hormontherapie sein.
Der Progesteronrezeptor wird im Rahmen der Tumordiagnostik immunhistochemisch nachgewiesen. Dabei wird eine Gewebeprobe (Biopsie) mit speziellen Antikörpern gefärbt, die spezifisch an den PR binden. Das Ergebnis wird als prozentualer Anteil PR-positiver Zellen sowie als Färbungsintensität angegeben.
Nicht nur in der Krebstherapie, sondern auch in der Gynäkologie und Reproduktionsmedizin spielt der Progesteronrezeptor eine zentrale Rolle. Gestagene (synthetische Progesteronanaloga) werden eingesetzt bei:
Antigestagene wie Mifepriston blockieren den Progesteronrezeptor und werden in der Notfallverhütung sowie beim medikamentösen Schwangerschaftsabbruch eingesetzt.
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