Propylenglykol (E 1520) – Wirkung & Sicherheit
Propylenglykol ist ein synthetischer Zusatzstoff, der als Lösungs- und Feuchthaltemittel in Lebensmitteln, Kosmetika und Arzneimitteln eingesetzt wird.
Wissenswertes über "Propylenglykol"
Propylenglykol ist ein synthetischer Zusatzstoff, der als Lösungs- und Feuchthaltemittel in Lebensmitteln, Kosmetika und Arzneimitteln eingesetzt wird.
Was ist Propylenglykol?
Propylenglykol (chemische Bezeichnung: 1,2-Propandiol) ist eine farblose, geruchlose und leicht süßlich schmeckende Flüssigkeit, die zur Gruppe der Alkohole gehört. Es wird synthetisch aus Propylenoxid hergestellt und findet in zahlreichen Industriezweigen Anwendung – darunter Lebensmittelproduktion, Pharmaindustrie, Kosmetik und Technik.
Als Lebensmittelzusatzstoff ist Propylenglykol in der Europäischen Union unter der Bezeichnung E 1520 zugelassen und darf in bestimmten Lebensmittelkategorien eingesetzt werden.
Anwendungsbereiche
Lebensmittel
In Lebensmitteln wird Propylenglykol als Feuchthaltemittel, Lösungsmittel und Trägersubstanz für Aromen und Farbstoffe eingesetzt. Es hält Produkte weich und verhindert das Austrocknen. Typische Anwendungen finden sich in:
- Backwaren und Tortenverzierungen
- Aromen und Aromakonzentrate
- Salatdressings und Soßen
- Kaugummi und Süßigkeiten
- Nahrungsergänzungsmittel (als Lösungsmittel)
Arzneimittel
In der Pharmaindustrie dient Propylenglykol als Lösungsvermittler für schwer lösliche Wirkstoffe in oralen, topischen und intravenösen Zubereitungen. Es wird beispielsweise in Injektionslösungen, Cremes und Salben sowie Sirupen eingesetzt.
Kosmetik
In Kosmetikprodukten wie Lotionen, Shampoos und Deodorants wirkt Propylenglykol als Feuchthaltemittel und Stabilisator. Es verbessert die Textur und Hautverträglichkeit vieler Produkte.
Technische Anwendungen
Technisch wird Propylenglykol als Frostschutzmittel in Heizungs- und Kühlanlagen eingesetzt, die Kontakt mit Lebensmitteln haben können (z. B. in der Lebensmittelverarbeitung), sowie als Hydraulikflüssigkeit und in elektronischen Zigaretten.
Wirkmechanismus und Stoffwechsel
Nach der Aufnahme wird Propylenglykol im Körper rasch über die Leber metabolisiert. Die Hauptabbauprodukte sind Milchsäure und Brenztraubensäure (Pyruvat), die in den normalen Energiestoffwechsel eingehen. Ein kleiner Teil wird unverändert über die Nieren ausgeschieden. Bei normalen Aufnahmemengen gilt Propylenglykol als gut verträglich.
Sicherheit und Verträglichkeit
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) sowie die amerikanische Lebensmittel- und Arzneimittelbehörde (FDA) stufen Propylenglykol bei bestimmungsgemäßem Gebrauch als sicher ein. Die akzeptable tägliche Aufnahme (ADI-Wert) der EFSA beträgt 25 mg pro Kilogramm Körpergewicht und Tag.
Bei übermäßiger Aufnahme oder bei Personen mit eingeschränkter Nierenfunktion kann es jedoch zu unerwünschten Wirkungen kommen, darunter:
- Schwindel und Kopfschmerzen
- Übelkeit und Magenprobleme
- In seltenen Fällen: Laktatazidose (Erhöhung der Milchsäure im Blut)
- Allergische Hautreaktionen (Kontaktdermatitis) bei topischer Anwendung
Besondere Vorsicht ist geboten bei Säuglingen, Kleinkindern und Personen mit Nieren- oder Lebererkrankungen, da der Abbau verlangsamt sein kann.
Kennzeichnung und Regulierung
In der EU muss Propylenglykol in Lebensmitteln als E 1520 oder als "Propylenglykol" auf der Zutatenliste deklariert werden. Die Verwendung ist auf bestimmte Lebensmittelkategorien beschränkt und an Höchstmengen gebunden. In ökologischen Lebensmitteln ist der Einsatz nicht zulässig.
Quellen
- Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA): Re-evaluation of propane-1,2-diol (E 1520) as a food additive. EFSA Journal, 2018.
- World Health Organization (WHO) / FAO: Propylene Glycol. In: Safety evaluation of certain food additives. WHO Food Additives Series, 2002.
- Ziment, I. et al.: Propylene Glycol – Pharmacology and Toxicology. In: Pharmaceutical Sciences Encyclopedia, Wiley, 2010.
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