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Protein Spiking bezeichnet die betrügerische Praxis, Nahrungsergänzungsmitteln billige Aminosäuren oder Stickstoffquellen beizumischen, um einen höheren Proteingehalt vorzutäuschen.
Protein Spiking bezeichnet die betrügerische Praxis, Nahrungsergänzungsmitteln billige Aminosäuren oder Stickstoffquellen beizumischen, um einen höheren Proteingehalt vorzutäuschen.
Protein Spiking (auch Nitrogen Spiking oder Amino Acid Spiking genannt) bezeichnet eine betrügerische Praxis in der Nahrungsergänzungsmittelindustrie. Dabei werden Proteinpulvern oder anderen eiweißhaltigen Produkten günstige Aminosäuren oder stickstoffhaltige Substanzen beigemischt, die bei der Standardanalyse als Protein gemessen werden – obwohl sie keinen gleichwertigen ernährungsphysiologischen Nutzen besitzen. Verbraucher zahlen so für einen Proteingehalt, der auf der Verpackung angegeben ist, aber in der Realität nicht vorhanden ist.
Die gängigste Methode zur Bestimmung des Proteingehalts in Lebensmitteln ist die sogenannte Kjeldahl-Methode oder die modernere Dumas-Methode. Beide Verfahren messen nicht direkt den Proteingehalt, sondern den Gesamtstickstoffgehalt einer Probe. Da Proteine im Durchschnitt etwa 16 % Stickstoff enthalten, wird der gemessene Stickstoffgehalt mit dem Faktor 6,25 multipliziert, um den Proteingehalt zu berechnen.
Genau diese Methodik machen sich Hersteller beim Protein Spiking zunutze: Indem sie Substanzen mit hohem Stickstoffgehalt, aber geringem Ernährungswert hinzufügen, erscheint der Proteingehalt auf dem Papier höher als er tatsächlich ist.
Folgende Substanzen werden häufig für Protein Spiking eingesetzt:
Protein Spiking ist aus mehreren Gründen problematisch:
Es gibt einige Hinweise, auf die Verbraucher achten können:
In der Europäischen Union ist die falsche Deklaration von Nährstoffen auf Lebensmitteletiketten gemäß der Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV, EU-Verordnung Nr. 1169/2011) verboten. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) sowie nationale Behörden wie das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) sind für die Überwachung zuständig. In der Praxis ist die Durchsetzung jedoch schwierig, da Protein Spiking durch gezielte Auswahl legaler Zutaten oft formal legal bleibt, solange die zugesetzten Substanzen korrekt deklariert werden.
Um sich vor Protein Spiking zu schützen, empfehlen Ernährungsexperten folgende Maßnahmen:
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