Proteinurie: Ursachen, Symptome & Behandlung
Proteinurie bezeichnet die erhöhte Ausscheidung von Eiweiß über den Urin. Sie kann ein Hinweis auf Nierenerkrankungen oder andere Grunderkrankungen sein.
Wissenswertes über "Proteinurie"
Proteinurie bezeichnet die erhöhte Ausscheidung von Eiweiß über den Urin. Sie kann ein Hinweis auf Nierenerkrankungen oder andere Grunderkrankungen sein.
Was ist Proteinurie?
Proteinurie bezeichnet das Vorhandensein von erhöhten Mengen an Eiweiß (Protein) im Urin. Gesunde Nieren filtern das Blut und halten große Moleküle wie Proteine zurück, sodass nur sehr geringe Mengen in den Urin gelangen. Werden mehr als 150 mg Protein pro Tag im Urin ausgeschieden, spricht man von einer Proteinurie. Sie ist kein eigenständiges Krankheitsbild, sondern ein klinisches Zeichen, das auf eine Schädigung der Nieren oder andere systemische Erkrankungen hinweisen kann.
Ursachen
Proteinurie kann viele verschiedene Ursachen haben. Man unterscheidet zwischen vorübergehenden (transitören) und dauerhaften (persistierenden) Formen:
Vorübergehende Ursachen
- Starke körperliche Belastung (sportliche Aktivität)
- Fieber oder Infektionskrankheiten
- Dehydration (Flüssigkeitsmangel)
- Emotionaler Stress
- Orthostatische Proteinurie (Auftreten im Stehen, nicht im Liegen)
Dauerhafte Ursachen
- Diabetische Nephropathie: Nierenschaden durch Diabetes mellitus
- Glomerulonephritis: Entzündung der Nierenknäuelchen (Glomeruli)
- Nephrotisches Syndrom: starker Eiweißverlust über die Nieren
- Bluthochdruck (arterielle Hypertonie)
- Lupus erythematodes und andere Autoimmunerkrankungen
- Infektionskrankheiten wie HIV oder Hepatitis B und C
- Bestimmte Medikamente und nephrotoxische Substanzen
- Amyloidose (Ablagerung von Proteinen im Gewebe)
Symptome
Eine leichte bis mäßige Proteinurie verursacht meist keine spürbaren Beschwerden und wird häufig zufällig bei einer Routineuntersuchung entdeckt. Bei stärkerer Proteinurie können folgende Zeichen auftreten:
- Schaumiger Urin: durch die Oberflächenspannung der Proteine im Urin
- Ödeme: Wasseransammlungen in den Beinen, Knöcheln oder im Gesicht durch den Eiweißverlust im Blut
- Müdigkeit und allgemeines Unwohlsein
- Gewichtszunahme durch Ödeme
Bei zugrunde liegenden Erkrankungen können zusätzlich erkrankungsspezifische Symptome auftreten.
Diagnose
Die Diagnose einer Proteinurie erfolgt durch verschiedene Untersuchungen:
- Urin-Teststreifen: einfacher Screening-Test; ein positives Ergebnis muss bestätigt werden
- 24-Stunden-Sammelurin: genaue Messung der täglichen Eiweißausscheidung
- Albumin-Kreatinin-Quotient (AKQ) im Spontanurin: schnelle und zuverlässige Methode zur Quantifizierung
- Blutuntersuchungen: Nierenwerte (Kreatinin, Harnstoff), Albumin, Elektrolyte
- Nierenbiopsie: bei unklarer Ursache zur genauen Gewebeanalyse
- Bildgebende Verfahren wie Nierensonographie
Schweregrade der Proteinurie
- Mikroalbuminurie: 30–300 mg Albumin pro Tag (Frühzeichen einer Nierenbeteiligung)
- Makroalbuminurie: über 300 mg Albumin pro Tag
- Nephrotische Proteinurie: über 3,5 g Protein pro Tag
Behandlung
Die Behandlung der Proteinurie richtet sich nach der Grunderkrankung. Ziele sind die Reduktion der Eiweißausscheidung, der Schutz der Nierenfunktion und die Vermeidung von Komplikationen.
Medikamentöse Therapie
- ACE-Hemmer oder AT1-Blocker (Sartane): senken den Blutdruck in den Nierengefäßen und reduzieren die Proteinurie; Mittel der Wahl bei diabetischer Nephropathie und Bluthochdruck
- SGLT2-Inhibitoren: neuere Medikamente mit nephroprotektivem Effekt
- Immunsuppressiva: bei entzündlichen Nierenerkrankungen wie Glomerulonephritis
- Diuretika: bei Ödemen zur Wasserausscheidung
Allgemeine Maßnahmen
- Blutdruck optimal einstellen (Zielwert < 130/80 mmHg)
- Blutzuckerkontrolle bei Diabetes mellitus
- Eiweißarme Diät bei fortgeschrittener Niereninsuffizienz (nach ärztlicher Empfehlung)
- Salzarme Ernährung
- Verzicht auf nephrotoxische Substanzen (z. B. bestimmte Schmerzmittel wie NSAR)
- Regelmäßige Kontrolluntersuchungen der Nierenfunktion
Prognose
Die Prognose hängt stark von der Grunderkrankung und dem Ausmaß der Eiweißausscheidung ab. Eine frühzeitige Behandlung kann das Fortschreiten einer Nierenerkrankung deutlich verlangsamen oder aufhalten. Unbehandelt kann eine persistierende Proteinurie zu einer chronischen Niereninsuffizienz führen.
Quellen
- Kidney Disease: Improving Global Outcomes (KDIGO) - KDIGO 2024 CKD Guideline. Kidney International, 2024.
- Kasper, D. L. et al. - Harrison's Principles of Internal Medicine, 21. Auflage, McGraw-Hill, 2022.
- Deutsche Gesellschaft für Nephrologie (DGfN) - Leitlinien zur Diagnostik und Therapie der chronischen Nierenerkrankung, 2023.
Verwandte Produkte
Für eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac, Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®
Für Deinen universellen Schutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Proteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des Immunsystems