Pseudokrupp bei Erwachsenen: Symptome & Behandlung
Pseudokrupp bei Erwachsenen ist eine seltene Entzündung des Kehlkopfes und der oberen Atemwege, die zu Heiserkeit, Husten und Atemnot führen kann.
Wissenswertes über "Pseudokrupp Erwachsene"
Pseudokrupp bei Erwachsenen ist eine seltene Entzündung des Kehlkopfes und der oberen Atemwege, die zu Heiserkeit, Husten und Atemnot führen kann.
Was ist Pseudokrupp bei Erwachsenen?
Pseudokrupp (auch Laryngotracheitis oder stenosierende Laryngotracheitis genannt) ist eine Entzündung des Kehlkopfes (Larynx) und der Luftröhre (Trachea), die häufig durch Viren ausgelöst wird. Während Pseudokrupp vor allem bei Kleinkindern zwischen sechs Monaten und sechs Jahren auftritt, können in seltenen Fällen auch Erwachsene betroffen sein. Bei Erwachsenen verläuft die Erkrankung oft atypisch und wird daher häufig nicht sofort erkannt.
Ursachen
Pseudokrupp bei Erwachsenen wird meist durch Virusinfektionen ausgelöst. Die häufigsten Erreger sind:
- Parainfluenzaviren (Typ 1 und 2) – häufigste Ursache
- Influenzaviren (Grippe)
- Respiratory-Syncytial-Virus (RSV)
- Adenoviren
- SARS-CoV-2 (COVID-19, als seltene Komplikation)
Darüber hinaus können bei Erwachsenen auch folgende Faktoren eine Rolle spielen:
- Allergische Reaktionen (allergischer Krupp)
- Gastroösophagealer Reflux (aufsteigende Magensäure)
- Inhalation von Reizstoffen oder Schadstoffen
- Immunschwäche oder Vorerkrankungen der Atemwege
Symptome
Die Symptome bei Erwachsenen ähneln denen bei Kindern, können jedoch weniger ausgeprägt sein oder sich anders präsentieren. Typische Beschwerden sind:
- Bellender Husten – charakteristisch für Pseudokrupp
- Heiserkeit bis hin zum Stimmverlust
- Inspiratorischer Stridor – pfeifendes oder zischendes Atemgeräusch beim Einatmen
- Atemnot (Dyspnoe), vor allem bei körperlicher Belastung
- Halsschmerzen und Schluckbeschwerden
- Leichtes Fieber
- Allgemeines Krankheitsgefühl, Müdigkeit
Im Gegensatz zu Kindern entwickeln Erwachsene aufgrund des größeren Atemwegsquerschnitts seltener eine lebensbedrohliche Atemwegsobstruktion. Dennoch sollten starke Atemnot oder ausgepägter Stridor immer ärztlich abgeklärt werden.
Diagnose
Die Diagnose wird in der Regel durch eine Kombination aus klinischer Untersuchung und Anamnese gestellt. Folgende Untersuchungen können eingesetzt werden:
- Laryngoskopie: Direkte Betrachtung des Kehlkopfes zur Beurteilung von Schwellung und Entzündung
- Bildgebung: Röntgen oder CT des Halses und Thorax zum Ausschluss anderer Ursachen (z.B. Epiglottitis, Fremdkörper)
- Laboruntersuchungen: Blutbild, Entzündungsparameter (CRP, Leukozyten), ggf. Virusnachweis
- Pulsoximetrie: Messung der Sauerstoffsättigung im Blut
Wichtig ist die Abgrenzung von ähnlichen Erkrankungen wie Epiglottitis (Kehldeckelentzündung), Angioödem oder Diphtherie, die ebenfalls Atemnot verursachen können und teils lebensbedrohlich sind.
Behandlung
Die Behandlung von Pseudokrupp bei Erwachsenen richtet sich nach der Schwere der Erkrankung:
Leichte bis mäßige Fälle
- Kortikosteroide (z.B. Dexamethason, Budesonid) – reduzieren die Schleimhautschwellung und sind die wichtigste medikamentöse Therapie
- Inhalation von feuchter Luft oder Kaltluft – kann Symptome lindern
- Ausreichende Flüssigkeitszufuhr und körperliche Schonung
- Antipyretika (fiebersenkende Mittel) wie Paracetamol oder Ibuprofen bei Fieber
Schwere Fälle mit ausgepägter Atemnot
- Adrenalin-Inhalation (Epinephrin) – wirkt schnell abschwellend auf die Atemwegsschleimhaut
- Sauerstoffgabe bei niedrige Sauerstoffsättigung
- Stationäre Aufnahme zur Überwachung
- In sehr seltenen extremen Fällen: Intubation oder Tracheotomie
Behandlung der Grundursache
Bei nachgewiesener bakterieller Superinfektion kommen Antibiotika zum Einsatz. Antivirale Medikamente werden nur bei bestimmten Virusinfektionen (z.B. Influenza) eingesetzt.
Verlauf und Prognose
Bei Erwachsenen verläuft Pseudokrupp in den meisten Fällen gutartig und heilt innerhalb weniger Tage bis zwei Wochen ab. Das Risiko schwerer Komplikationen ist bei Erwachsenen geringer als bei Kleinkindern. Dennoch sollten Personen mit Vorerkrankungen der Atemwege, Immunschwäche oder starker Atemnot umgehend einen Arzt aufsuchen.
Wann zum Arzt?
Erwachsene sollten bei folgenden Beschwerden sofort ärztliche Hilfe suchen:
- Starke oder zunehmende Atemnot
- Deutlich hörbarer Stridor in Ruhe
- Lippen- oder Fingernagelvefärbung (Zyanose, Zeichen von Sauerstoffmangel)
- Hohes Fieber über 39 °C
- Schluckbeschwerden oder Speichelfluss (möglicherweise Epiglottitis)
Quellen
- Robert Koch-Institut (RKI): Steckbrief Parainfluenza. Berlin, 2023. Verfügbar unter: www.rki.de
- Dworkin MS, Park DK, Borchardt SM: The changing epidemiology of invasive Haemophilus influenzae disease, especially in persons ≥65 years old. In: Clinical Infectious Diseases, 2007.
- Bjornson CL, Johnson DW: Croup in children. In: CMAJ. 2013;185(15):1317-1323. DOI: 10.1503/cmaj.121645
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