Pterygium (Flügelfell) – Ursachen, Symptome & Behandlung
Ein Pterygium ist ein gutartiges Gewebewachstum auf der Bindehaut des Auges, das auf die Hornhaut übergreifen kann. Es entsteht häufig durch UV-Strahlung und Umwelteinflüsse.
Wissenswertes über "Pterygium"
Ein Pterygium ist ein gutartiges Gewebewachstum auf der Bindehaut des Auges, das auf die Hornhaut übergreifen kann. Es entsteht häufig durch UV-Strahlung und Umwelteinflüsse.
Was ist ein Pterygium?
Ein Pterygium (auch als Flügelfell bezeichnet) ist eine gutartige, dreieckige Wucherung der Bindehaut (Konjunktiva), die von der Lederhaut über den Hornhautrand hinaus auf die Hornhaut (Kornea) des Auges wächst. Der Begriff stammt aus dem Griechischen und bedeutet „kleiner Flügel“, was die charakteristische Form dieser Gewebewucherung beschreibt. Das Pterygium tritt am häufigsten auf der nasalen (nasenseitigen) Seite des Auges auf, kann jedoch auch auf der Schlafen-Seite entstehen.
Ursachen
Die genaue Entstehung eines Pterygiums ist noch nicht vollständig geklärt, jedoch gelten folgende Faktoren als wesentliche Auslöser:
- UV-Strahlung: Langjährige und intensive Exposition gegenüber ultraviolettem Licht gilt als Hauptrisikofaktor.
- Trockenheit und Wind: Häufiger Kontakt mit trockenem, windigem Klima reizt die Augenoberfläche chronisch.
- Staub und Umweltpartikel: Berufliche oder freizeitbedingte Exposition gegenüber Staub und Fremdpartikeln fördert die Entstehung.
- Genetische Veranlagung: Familiäre Häufung deutet auf eine erbliche Komponente hin.
- Geografische Lage: Häufiger in tropischen und subtropischen Regionen nahe dem Äquator.
Symptome
Ein Pterygium verläuft in frühen Stadien oft symptomlos. Mit fortschreitendem Wachstum können folgende Beschwerden auftreten:
- Rötung und Reizung des Auges
- Fremdkörpergefühl oder Brennen
- Tränen des Auges
- Verschwommenes Sehen oder veränderte Sehschärfe, wenn das Pterygium die Hornhautmitte erreicht
- Sichtbares weißlich-rötliches Gewebedreick auf dem Auge
- In schweren Fällen: Astigmatismus (Hornhautverkrümmung) durch Zugwirkung auf die Hornhaut
Diagnose
Die Diagnose eines Pterygiums erfolgt in der Regel durch eine augenärztliche Untersuchung mit der Spaltlampe, einem Spezialmikroskop für die Augenuntersuchung. Dabei kann der Augenarzt das Ausmaß des Wachstums und eine eventuelle Beteiligung der Hornhaut beurteilen. Zusätzlich können folgende Untersuchungen durchgeführt werden:
- Sehschärfetest: Zur Beurteilung einer Sehbeeinträchtigung.
- Hornhauttopografie: Zur Messung einer durch das Pterygium verursachten Hornhautverkrümmung.
- Fotodokumentation: Zur Verlaufskontrolle des Wachstums.
Behandlung
Konservative Therapie
Bei kleinen und symptomarmen Pterygien ist zunächst eine konservative Behandlung möglich:
- Augentropfen oder Gele zur Befeuchtung der Augenoberfläche
- Antientzündliche Augentropfen (z. B. mit Kortikosteroiden) bei Reizung
- Sonnenschutzmaßnahmen wie UV-Schutzbrille und Hut
Operative Therapie
Bei Wachstum in Richtung Hornhautmitte, starker Sehbeeinträchtigung oder anhaltenden Beschwerden ist eine operative Entfernung erforderlich. Der Standardeingriff ist die Pterygiumexzision mit Bindehautautotransplantation: Das Pterygium wird chirurgisch entfernt und der Defekt mit einem Transplantat aus der eigenen Bindehaut des Patienten gedeckt. Dies reduziert das Rückfallrisiko erheblich im Vergleich zu einer einfachen Entfernung. Alternativ oder ergänzend kann eine Behandlung mit Mitomycin C (ein Medikament, das das Zellwachstum hemmt) eingesetzt werden, um einem Wiederauftreten vorzubeugen.
Vorbeugung
Da UV-Strahlung als Hauptrisikofaktor gilt, ist der Schutz der Augen vor Sonnenlicht die wichtigste Präventionsmaßnahme:
- Tragen von Sonnenbrillen mit zertifiziertem UV-400-Schutz
- Verwendung von Hüten mit breiter Krempe
- Vermeidung langer Aufenthalte in stark staubigen oder windigen Umgebungen ohne Schutzbrille
Quellen
- Coroneo MT, Di Girolamo N, Wakefield D. The pathogenesis of pterygia. Current Opinion in Ophthalmology. 1999;10(4):282-288.
- Clearfield E, Muthappan V, Wang X, Kuo IC. Conjunctival autograft for pterygium. Cochrane Database of Systematic Reviews. 2016;2:CD011349.
- Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG). Leitlinien und Empfehlungen zur Augenmedizin. Verfügbar unter: https://www.dog.org
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