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PTLD (Post-Transplant lymphoproliferative Erkrankung) ist eine seltene, aber schwerwiegende Komplikation nach Organtransplantation, bei der sich Lymphzellen unkontrolliert vermehren.
PTLD (Post-Transplant lymphoproliferative Erkrankung) ist eine seltene, aber schwerwiegende Komplikation nach Organtransplantation, bei der sich Lymphzellen unkontrolliert vermehren.
PTLD steht für Post-Transplant lymphoproliferative Disease (deutsch: lymphoproliferative Erkrankung nach Transplantation). Es handelt sich um eine seltene, aber potenziell lebensbedrohliche Komplikation, die bei Patienten auftreten kann, die ein Organ- oder Stammzelltransplantat erhalten haben. Bei PTLD kommt es zu einer unkontrollierten Vermehrung von Lymphozyten (weiße Blutkörperchen), die verschiedene Formen annehmen kann – von gutartig bis hochgradig bösartig.
Die Hauptursache für PTLD ist die Immunsuppression, die nach einer Transplantation eingesetzt wird, um die Abstoßung des Spenderorgans zu verhindern. Durch die Unterdrückung des Immunsystems verliert der Körper seine Fähigkeit, bestimmte Viren unter Kontrolle zu halten.
Die Symptome von PTLD sind vielfältig und hängen von der betroffenen Organlokalisation und dem Schweregrad der Erkrankung ab. Häufige Symptome umfassen:
Die Diagnose von PTLD erfordert mehrere diagnostische Schritte:
Die Behandlung von PTLD richtet sich nach dem Subtyp, der Ausbreitung und dem Allgemeinzustand des Patienten. Folgende Ansätze werden eingesetzt:
Als erster Schritt wird häufig versucht, die immunsuppressive Therapie zu reduzieren. Dadurch kann das eigene Immunsystem wieder aktiver werden und gegen die veränderten Lymphozyten vorgehen. Dies birgt jedoch das Risiko einer Organabstoßung und muss sorgfältig abgewogen werden.
Rituximab ist ein monoklonaler Antikörper, der gezielt gegen das Oberflächenprotein CD20 auf B-Lymphozyten gerichtet ist. Es wird bei EBV-assoziierten, CD20-positiven PTLD-Fällen eingesetzt und hat die Behandlung deutlich verbessert.
Bei aggressiven oder auf Rituximab nicht ansprechenden Formen wird eine Chemotherapie (z.B. R-CHOP-Schema) durchgeführt.
Antivirale Medikamente wie Ganciclovir oder Valganciclovir werden in bestimmten Situationen eingesetzt, insbesondere zur Prävention bei hoher EBV-Last.
In spezialisierten Zentren kommen auch adoptive T-Zell-Therapien (EBV-spezifische zytotoxische T-Lymphozyten) sowie Strahlentherapie für lokalisierte Erkrankungen zum Einsatz.
Die Prognose von PTLD variiert stark je nach Subtyp und Therapieansprechen. Fruhe und polymorphe Formen sprechen oft gut auf die Reduktion der Immunsuppression an. Monomorphe Formen, insbesondere diffuse großzellige B-Zell-Lymphome, haben eine schlechtere Prognose und erfordern intensivere Behandlungen. Eine frühzeitige Erkennung und Behandlung verbessert die Heilungschancen erheblich.
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