Pulmonale Hypertonie: Ursachen, Symptome & Therapie
Pulmonale Hypertonie ist ein erhöhter Blutdruck in den Lungengefäßen. Die Erkrankung belastet das Herz und kann zu Atemnot führen.
Wissenswertes über "Pulmonale Hypertonie"
Pulmonale Hypertonie ist ein erhöhter Blutdruck in den Lungengefäßen. Die Erkrankung belastet das Herz und kann zu Atemnot führen.
Was ist pulmonale Hypertonie?
Pulmonale Hypertonie (PH) bezeichnet einen krankhaft erhöhten Blutdruck in den Lungengefäßen, genauer gesagt im Lungenkreislauf. Normalerweise ist der Druck in der Lungenarterie deutlich niedriger als im Körperkreislauf. Steigt er dauerhaft auf über 20 mmHg im Ruhezustand an, spricht man von pulmonaler Hypertonie. Die Erkrankung führt dazu, dass das rechte Herz stärker pumpen muss, um Blut durch die verengten Gefäße zu treiben – was langfristig zur Herzschwäche führen kann.
Ursachen
Pulmonale Hypertonie ist keine einheitliche Krankheit, sondern ein Oberbegriff für verschiedene Formen mit unterschiedlichen Ursachen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) unterteilt sie in fünf Gruppen:
- Gruppe 1 – Pulmonal-arterielle Hypertonie (PAH): Idiopathisch (ohne erkennbare Ursache), erblich bedingt oder ausgelöst durch Bindegewebserkrankungen, HIV oder bestimmte Medikamente.
- Gruppe 2 – Linksherzkrankheit: Häufigste Ursache; Herzinsuffizienz oder Herzklappenerkrankungen erhöhen den Druck in den Lungengefäßen.
- Gruppe 3 – Lungenerkrankungen: Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD), Lungenfibrosen oder Schlafapnoe können zu PH führen.
- Gruppe 4 – Chronisch thromboembolische PH (CTEPH): Folge nicht aufgelöster Blutgerinnsel in den Lungengefäßen.
- Gruppe 5 – Unklare/multifaktorielle Ursachen: Z.B. bei Bluterkrankungen, Stoffwechselstörungen oder Sarkoidose.
Symptome
Die Symptome der pulmonalen Hypertonie entwickeln sich häufig schleichend und werden zunächst als allgemeine Schwäche oder Atemprobleme verkannt:
- Belastungsdyspnoe: Atemnot bei körperlicher Anstrengung, später auch in Ruhe
- Schnelle Ermüdbarkeit und allgemeines Schwächegefühl
- Schwindel oder Ohnmachtsanfälle (Synkopen)
- Brustschmerzen oder Druckgefühl in der Brust
- Wassereinlagerungen (Ödeme) in den Beinen oder im Bauch
- Beschleunigter Herzschlag (Palpitationen)
- Bläuliche Verfärbung der Lippen oder Fingernägel (Zyanose)
Diagnose
Da die Symptome unspezifisch sind, ist die Diagnose oft schwierig und verzögert. Folgende Untersuchungen kommen zum Einsatz:
- Echokardiografie: Ultraschall des Herzens zur Abschätzung des Lungenarteriendrucks; meist erste diagnostische Maßnahme
- Rechtsherzkatheter: Goldstandard zur genauen Druckmessung im Lungenkreislauf
- 6-Minuten-Gehtest: Beurteilung der körperlichen Belastbarkeit
- CT-Thorax und Lungen-Szintigrafie: Ausschluss von Lungenembolien (CTEPH)
- Lungenfunktionstests und Blutgasanalyse
- Laboruntersuchungen: z.B. BNP/NT-proBNP als Herzinsuffizienz-Marker
Behandlung
Die Therapie richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache und dem Schweregrad der Erkrankung.
Allgemeine Maßnahmen
- Körperliche Aktivität in angepasstem Maße (unter ärztlicher Aufsicht)
- Sauerstofftherapie bei Sauerstoffmangel
- Blutverдünner bei CTEPH (Antikoagulation)
Medikamentöse Therapie (vor allem bei PAH)
- Endothelin-Rezeptor-Antagonisten (z.B. Bosentan, Ambrisentan): Erweitern die Gefäße und hemmen Gefäßumbau
- Phosphodiesterase-5-Hemmer (z.B. Sildenafil, Tadalafil): Fördern die Gefäßerweiterung
- Prostazyklin-Analoga (z.B. Iloprost, Epoprostenol): Starke gefäßerweiternde Wirkung
- sGC-Stimulatoren (z.B. Riociguat): Wirken über den Stickstoffmonoxid-Signalweg
Interventionelle und operative Therapie
- Pulmonale Endarteriektomie (PEA): Operative Entfernung von Blutgerinnseln bei CTEPH; potenziell heilend
- Ballonpulmonalangioplastie (BPA): Katheterbasierte Behandlung bei nicht-operablen CTEPH-Patienten
- Lungentransplantation: Letzte Option bei therapierefrakтärer PH
Verlauf und Prognose
Pulmonale Hypertonie ist eine chronische und fortschreitende Erkrankung. Mit moderner Therapie kann das Fortschreiten deutlich verlangsamt werden. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung in einem spezialisierten Zentrum verbessert die Lebensqualität und Lebenserwartung der Betroffenen erheblich.
Quellen
- Humbert M. et al. - 2022 ESC/ERS Guidelines for the diagnosis and treatment of pulmonary hypertension. European Heart Journal (2022).
- World Health Organization (WHO) - Pulmonary Hypertension: Classification and Management. WHO Technical Report (2023).
- Galiè N. et al. - Updated Treatment Algorithm of Pulmonary Arterial Hypertension. Journal of the American College of Cardiology (2019).
Meistgekaufte Produkte
Der universelle Immunschutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Immunproteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des Immunsystems
Für eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac, Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Die neusten Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieOdermennig
Allergopharma
Amyotrophe Lateralsklerose (ALS)
Die meistgelesenen Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieMagnesiumcarbonat
Kaloriengehalt
Kölner Liste
Verwandte Suchbegriffe: Pulmonale Hypertonie