Pylera: Wirkung, Dosierung und Nebenwirkungen
Pylera ist ein verschreibungspflichtiges Kombinationspräparat zur Behandlung von Helicobacter-pylori-Infektionen. Es enthält drei Wirkstoffe und wird mit einem Protonenpumpenhemmer kombiniert.
Wissenswertes über "Pylera"
Pylera ist ein verschreibungspflichtiges Kombinationspräparat zur Behandlung von Helicobacter-pylori-Infektionen. Es enthält drei Wirkstoffe und wird mit einem Protonenpumpenhemmer kombiniert.
Was ist Pylera?
Pylera ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel, das zur Eradikation (Beseitigung) von Helicobacter pylori eingesetzt wird. Helicobacter pylori (kurz: H. pylori) ist ein Bakterium, das die Magenschleimhaut besiedeln und verschiedene Magenerkrankungen verursachen kann, darunter Magengeschwüre und chronische Magenentzündungen. Pylera ist als Kapsel erhältlich und wird stets in Kombination mit einem Protonenpumpenhemmer (PPI) wie Omeprazol angewendet.
Wirkstoffe und Zusammensetzung
Jede Pylera-Kapsel enthält drei Wirkstoffe:
- Wismutsubcitratkalium (140 mg): Ein wismuthaltiges Salz, das antibakteriell wirkt und die Magenschleimhaut schützt.
- Metronidazol (125 mg): Ein Antibiotikum und Antiprotozoikum, das gegen eine Vielzahl von Bakterien und Parasiten wirksam ist.
- Tetracyclin (125 mg): Ein Breitspektrum-Antibiotikum, das das Bakterienwachstum hemmt.
Wirkmechanismus
Die drei Wirkstoffe in Pylera ergänzen sich gegenseitig in ihrer Wirkung gegen H. pylori:
- Wismutsubcitratkalium schädigt die Zellwand des Bakteriums, hemmt seine Enzyme und verhindert, dass es sich an die Magenschleimhaut anlagert.
- Metronidazol dringt in die Bakterienzelle ein und schädigt die DNA, wodurch die Bakterien absterben.
- Tetracyclin hemmt die Proteinsynthese der Bakterien und verhindert so deren Vermehrung.
Der zusätzlich eingenommene Protonenpumpenhemmer senkt die Magensaeure und schafft so ein Milieu, in dem die Antibiotika besser wirken können.
Indikation und Anwendungsgebiete
Pylera ist zugelassen zur Behandlung von Helicobacter-pylori-Infektionen bei Erwachsenen, insbesondere in Kombination mit einem Protonenpumpenhemmer. Es wird eingesetzt bei:
- Magengeschwueren (Ulcus ventriculi) und Zwölffingerdarmgeschwueren (Ulcus duodeni), die durch H. pylori verursacht werden
- Chronischer Magenschleimhautentzündung (chronische Gastritis), die mit H. pylori assoziiert ist
- Situationen, in denen eine Erst-Therapie (z. B. Clarithromycin-basierte Tripeltherapie) versagt hat
Dosierung und Anwendung
Die empfohlene Standarddosis beträgt:
- 3 Pylera-Kapseln, viermal täglich (nach den Mahlzeiten und vor dem Schlafengehen)
- Zusätzlich 1 Kapsel Omeprazol 20 mg (oder ein anderer PPI) zweimal täglich
- Die Behandlungsdauer beträgt in der Regel 10 Tage
Die Kapseln sollten mit einem vollen Glas Wasser (mindestens 240 ml) eingenommen werden, um das Risiko einer Reizung der Speiseröhre durch Tetracyclin zu minimieren. Während der Behandlung sollte auf Alkohol verzichtet werden, da Metronidazol eine starke Wechselwirkung mit Alkohol haben kann.
Nebenwirkungen
Wie alle Arzneimittel kann Pylera Nebenwirkungen verursachen. Häufig berichtete Nebenwirkungen sind:
- Dunkelverfärbung des Stuhls (durch Wismut, harmlos)
- Übelkeit, Erbrechen und Durchfall
- Bauchschmerzen und Appetitlosigkeit
- Kopfschmerzen und Schwindel
- Dunkler Urin (durch Metronidazol)
- Lichtempfindlichkeit der Haut (durch Tetracyclin)
Seltene, aber schwerwiegende Nebenwirkungen können sein: allergische Reaktionen, Leberschäden oder neurologische Symptome. Bei anhaltenden oder schweren Beschwerden sollte umgehend ärztlicher Rat eingeholt werden.
Gegenanzeigen
Pylera darf nicht angewendet werden bei:
- Bekannter Überempfindlichkeit gegen einen der Wirkstoffe
- Niereninsuffizienz oder schwerer Lebererkrankung
- Schwangerschaft und Stillzeit (Tetracyclin kann die Knochenentwicklung des Kindes beeinträchtigen)
- Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren
Wechselwirkungen
Pylera kann mit anderen Arzneimitteln interagieren. Wichtige Wechselwirkungen betreffen:
- Alkohol: Gleichzeitiger Konsum kann Flush-Reaktionen, Übelkeit und Erbrechen verursachen (Metronidazol-Effekt).
- Antazida, Eisen- oder Kalziumpraeparate: Reduzieren die Absorption von Tetracyclin und sollten zeitlich versetzt eingenommen werden.
- Blutverdünner (z. B. Warfarin): Metronidazol kann die Wirkung von Antikoagulantien verstärken.
- Milchprodukte: Können die Aufnahme von Tetracyclin hemmen.
Quellen
- Europaeische Arzneimittel-Agentur (EMA) - Produktinformation Pylera, zuletzt aktualisiert 2023. Verfügbar unter: https://www.ema.europa.eu
- Malfertheiner P. et al. - Management of Helicobacter pylori infection: the Maastricht VI/Florence consensus report. Gut, 2022; 71(9): 1724-1762.
- Fischbach W. et al. - S2k-Leitlinie Helicobacter pylori und gastroduodenale Ulkuskrankheit. AWMF, 2022. Verfügbar unter: https://www.awmf.org
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