Quadrizepsruptur – Ursachen, Symptome & Behandlung
Die Quadrizepsruptur ist ein Riss der Quadrizepssehne am Oberschenkel. Sie verursacht starke Schmerzen und schränkt die Kniestreckung erheblich ein.
Wissenswertes über "Quadrizepsruptur"
Die Quadrizepsruptur ist ein Riss der Quadrizepssehne am Oberschenkel. Sie verursacht starke Schmerzen und schränkt die Kniestreckung erheblich ein.
Was ist eine Quadrizepsruptur?
Die Quadrizepsruptur bezeichnet den vollständigen oder teilweisen Riss der Quadrizepssehne – der Sehne, die den vierкöpfigen Oberschenkelmuskel (Musculus quadriceps femoris) mit der Kniescheibe (Patella) verbindet. Diese Verletzung gehört zu den schwereren Sehnenverletzungen des Bewegungsapparates und beeinträchtigt die Fähigkeit, das Knie aktiv zu strecken, erheblich oder vollständig.
Ursachen
Eine Quadrizepsruptur entsteht meistens durch eine plötzliche übermäßige Belastung der Sehne, häufig bei:
- Stürzen aus der Kniebeuge oder beim Treppensteigen
- Direkten Traumen auf das Knie
- Plötzlicher exzentrischer Muskelkontraktion (z. B. beim Abbremsen beim Sport)
Bestimmte Vorerkrankungen erhöhen das Risiko für eine Ruptur erheblich:
- Chronische Nierenerkrankungen und Dialysepflichtigkeit
- Diabetes mellitus
- Gicht (Hyperurikämie)
- Langfristige Einnahme von Kortikosteroiden oder Fluorchinolonen
- Rheuma und andere entzündliche Gelenkerkrankungen
- Vorausgegangene Knieoperationen oder lokale Kortisoninfiltrationen
Symptome
Typische Zeichen einer Quadrizepsruptur sind:
- Plötzlicher, heftiger Schmerz oberhalb der Kniescheibe
- Ein hörbares oder spürbares Reiß- oder Knallgeräusch im Moment der Verletzung
- Schwellung und Hämatom im Bereich des Oberschenkels oder Knies
- Tastbare Delle (Sehnenlücke) oberhalb der Kniescheibe
- Unfähigkeit, das Knie aktiv zu strecken bzw. das Bein anzuheben
- Instabilität und Unsicherheit beim Stehen oder Gehen
Diagnose
Die Diagnose erfolgt auf Basis einer klinischen Untersuchung sowie bildgebender Verfahren:
- Körperliche Untersuchung: Überprüfung der aktiven Kniestreckung, Palpation der Sehnenlücke
- Röntgenaufnahme: Zum Ausschluss knöcherner Begleitverletzungen; bei vollständiger Ruptur kann die Kniescheibe nach distal verlagert sein (Patella baja)
- Ultraschall (Sonographie): Schnelle und kostengünstige Darstellung der Sehne und des Ausmaßes des Risses
- Magnetresonanztomographie (MRT): Goldstandard zur genauen Beurteilung des Ausmaßes der Ruptur und begleitender Verletzungen
Behandlung
Konservative Therapie
Bei partiellen (unvollständigen) Rissen mit erhaltener Streckfähigkeit kann eine konservative Behandlung erfolgen. Diese umfasst:
- Ruhigstellung des Kniegelenks in Streckstellung mittels Orthese oder Gipsschiene für 4–6 Wochen
- Physiotherapie zur Wiederherstellung von Kraft und Beweglichkeit
- Schmerztherapie mit entzündungshemmenden Medikamenten (NSAR)
Operative Therapie
Bei vollständigen (kompletten) Rupturen ist in der Regel eine operative Refixation der Sehne notwendig. Je früher die Operation erfolgt, desto besser sind die funktionellen Ergebnisse. Der Eingriff umfasst:
- Nähen oder Reinsertieren der gerissenen Sehne an der Kniescheibe, häufig mit Nahtankern
- Bei veralteten Rupturen: Sehnenverpflanzung oder Augmentation mit Fremdmaterial
Rehabilitation
Nach der Operation folgt ein mehrmonatiges Rehabilitationsprogramm:
- Schrittweise Belastungssteigerung unter physiotherapeutischer Aufsicht
- Kräftigung des Quadrizepsmuskels
- Rückkehr zum Sport nach etwa 6–12 Monaten, abhängig vom Heilungsverlauf
Prognose
Bei frühzeitiger und korrekter Behandlung ist die Prognose der Quadrizepsruptur gut. Die meisten Patienten erreichen nach abgeschlossener Rehabilitation wieder eine volle oder nahezu volle Kniefunktion. Eine verspätete Behandlung kann jedoch zu dauerhaften Funktionseinschränkungen führen.
Quellen
- Steinbruck A et al. – Verletzungen der Kniescheibensehne und der Quadrizepssehne. In: Orthopädie und Unfallchirurgie up2date, Thieme Verlag, 2020.
- Howells NR, Brunton LR, Robinson J et al. – Acute quadriceps tendon rupture: a pragmatic approach to diagnostic imaging. European Journal of Emergency Medicine, 2013; 20(1):28–33.
- Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) – Leitlinien und Empfehlungen zu Sehnenverletzungen. www.dgou.de, abgerufen 2024.
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