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Ein Quecksilberantidot ist ein Gegenmittel zur Behandlung von Quecksilbervergiftungen. Es bindet das giftige Schwermetall im Körper und ermöglicht dessen Ausscheidung.
Ein Quecksilberantidot ist ein Gegenmittel zur Behandlung von Quecksilbervergiftungen. Es bindet das giftige Schwermetall im Körper und ermöglicht dessen Ausscheidung.
Ein Quecksilberantidot ist ein medizinisches Gegenmittel, das bei einer Quecksilbervergiftung eingesetzt wird. Quecksilber (chemisches Symbol: Hg) ist ein hochgiftiges Schwermetall, das in verschiedenen Formen vorkommt: als elementares Quecksilber (z. B. in alten Thermometern), als anorganische Quecksilberverbindungen oder als organisches Methylquecksilber, das vor allem in kontaminierten Fischen vorkommt. Ein Antidot dient dazu, das aufgenommene Quecksilber im Körper zu binden und dessen Ausscheidung über die Nieren zu fördern.
Eine Vergiftung mit Quecksilber kann durch verschiedene Quellen entstehen:
Die Symptome hängen von der Art des Quecksilbers und der Expositionsdauer ab:
Die Diagnose einer Quecksilbervergiftung erfolgt durch:
Quecksilberantidota wirken als sogenannte Chelatbildner. Das Wort Chelat stammt vom griechischen Wort für Schere und beschreibt, wie diese Substanzen das Quecksilberion gleichsam mit zwei oder mehreren Bindungsstellen umgreifen und fest komplexieren. Der so gebildete Chelat-Komplex ist wasserlöslich und wird über die Nieren ausgeschieden, wodurch die toxische Wirkung des Quecksilbers aufgehoben wird.
DMPS (Handelsname: Dimaval) ist das in Deutschland am häufigsten eingesetzte Antidot bei Quecksilbervergiftungen. Es kann intravenös, intramuskulär oder oral verabreicht werden und ist sowohl bei anorganischen als auch bei elementaren Quecksilbervergiftungen wirksam. DMPS erhöht die renale Quecksilberausscheidung deutlich und wird in der klinischen Toxikologie als Mittel der ersten Wahl angesehen.
DMSA (Succimer) ist ein oraler Chelatbildner, der ebenfalls bei Quecksilber- sowie bei Blei- und Arsenvergiftungen eingesetzt wird. Es ist gut verträglich und kann ambulant angewendet werden. Bei Methylquecksilber-Vergiftungen ist die Wirksamkeit jedoch begrenzt, da Methylquecksilber die Blut-Hirn-Schranke überwindet und DMSA dies nur eingeschränkt tut.
BAL (British Anti-Lewisite, Dimercaprol) ist eines der ältesten Antidota und wurde ursprünglich als Gegenmittel gegen den Kampfstoff Lewisit entwickelt. Es wird intramuskulär injiziert und ist bei anorganischen Quecksilbervergiftungen wirksam. Aufgrund seiner Nebenwirkungen (Schmerzen an der Injektionsstelle, Blutdruckanstieg, Übelkeit) wird es heute nur noch selten eingesetzt, wenn DMPS oder DMSA nicht verfügbar sind. Bei organischen Quecksilberverbindungen ist BAL kontraindiziert, da es die Toxizität sogar erhöhen kann.
N-Acetylcystein wird gelegentlich unterstützend eingesetzt, da es als Vorläufer von Glutathion die körpereigenen Entgiftungsmechanismen stärkt. Es ist jedoch kein klassischer Chelatbildner für Quecksilber und wird hauptsächlich als ergänzende Maßnahme betrachtet.
Die Behandlung umfasst folgende Schritte:
Die Anwendung von Quecksilberantidota sollte stets unter ärztlicher Aufsicht erfolgen, da die Wahl des richtigen Antidots von der Art der Quecksilberverbindung abhängt. Bei Verdacht auf eine Quecksilbervergiftung sollte umgehend der Giftnotruf oder eine Notaufnahme kontaktiert werden. In Deutschland ist der Giftnotruf unter den jeweiligen Landesgiftzentralen (z. B. Berlin: 030 19240, Bonn: 0228 19240) erreichbar.
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