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Die Quercetinkinetik beschreibt, wie der Pflanzenstoff Quercetin im menschlichen Körper aufgenommen, verteilt, verstoffwechselt und ausgeschieden wird.
Die Quercetinkinetik beschreibt, wie der Pflanzenstoff Quercetin im menschlichen Körper aufgenommen, verteilt, verstoffwechselt und ausgeschieden wird.
Die Quercetinkinetik (auch: Quercetin-Pharmakokinetik) ist ein Teilgebiet der Pharmakologie und Ernährungswissenschaft, das untersucht, wie der sekundäre Pflanzenstoff Quercetin im menschlichen Organismus aufgenommen, transportiert, verteilt, metabolisiert und ausgeschieden wird. Das Verständnis dieser Prozesse ist entscheidend, um die biologische Verfügbarkeit und die gesundheitlichen Wirkungen von Quercetin korrekt einzuschätzen.
Quercetin ist ein Flavonoid, also ein pflanzlicher Mikronährstoff, der in zahlreichen Lebensmitteln vorkommt, darunter Zwiebeln, Äpfel, Beeren, Kapern und grünes Blattgemüse. Es zählt zu den am häufigsten vorkommenden Polyphenolen in der menschlichen Ernährung und wird intensiv auf seine antioxidativen, entzündungshemmenden und immunmodulierenden Eigenschaften untersucht.
Die orale Bioverfügbarkeit von Quercetin ist stark von seiner chemischen Form abhängig. Quercetin kommt in Lebensmitteln überwiegend als Glykosid (an Zuckermoleküle gebunden) vor, zum Beispiel als Quercetin-3-Glucosid (Isoquercitrin) oder Quercetin-Rutinosid (Rutin). Diese Formen werden unterschiedlich schnell und in unterschiedlichem Ausmaß resorbiert:
Die Aufnahme von Quercetin aus Nahrungsergänzungsmitteln kann durch die gleichzeitige Einnahme von Fetten sowie durch spezielle Formulierungen (z. B. phytosomengebundenes Quercetin oder nanopartikuläre Formen) deutlich verbessert werden.
Nach der Absorption wird Quercetin im Blut überwiegend an Albumin und Lipoproteine gebunden transportiert. Es verteilt sich in verschiedene Gewebe, darunter Leber, Niere, Lunge und Darmgewebe. Quercetin kann auch die Blut-Hirn-Schranke in gewissem Ausmaß überwinden, was neuroprotektive Wirkungen erklären kann.
Quercetin unterliegt einem ausgeprägten First-Pass-Effekt in der Darmwand und der Leber. Es wird durch Phase-II-Enzyme konjugiert, insbesondere durch:
Im Dickdarm wird Quercetin durch die Darmmikrobiota zu phenolischen Säuren abgebaut, insbesondere zu 3,4-Dihydroxyphenylessigsäure und 3-Hydroxyphenylessigsäure. Diese Metaboliten können ebenfalls biologisch aktiv sein.
Quercetin und seine Metaboliten werden hauptsächlich über die Nieren (renal) mit dem Urin ausgeschieden, ein Teil auch über die Galle und den Stuhl. Die Halbwertszeit von Quercetin im Plasma beträgt je nach Studie und Formulierung zwischen 11 und 28 Stunden, was eine einmal tägliche Einnahme grundsätzlich ermöglicht.
Die Quercetinkinetik wird von einer Vielzahl von Faktoren beeinflusst:
Das Verständnis der Quercetinkinetik ist essenziell für die Entwicklung wirksamer Nahrungsergänzungsmittel und therapeutischer Anwendungen. Da die Bioverfügbarkeit von Quercetin aus herkömmlicher Nahrung und Standard-Supplementen oft gering ist, arbeitet die Forschung intensiv an Formulierungen, die eine zuverlässigere Wirkstoffaufnahme gewährleisten. Quercetins potenzielle Wirkungen auf Entzündungsprozesse, Immunfunktion, kardiovaskuläre Gesundheit und Zellalterung sind nur dann klinisch relevant, wenn ausreichend hohe Gewebekonzentrationen erreicht werden.
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