Querlage: Ursachen, Risiken & Behandlung
Die Querlage ist eine Fehllage des Kindes im Mutterleib, bei der das Baby quer im Gebärmutter liegt. Sie erfordert ärztliche Überwachung und meist einen Kaiserschnitt.
Wissenswertes über "Querlage"
Die Querlage ist eine Fehllage des Kindes im Mutterleib, bei der das Baby quer im Gebärmutter liegt. Sie erfordert ärztliche Überwachung und meist einen Kaiserschnitt.
Was ist eine Querlage?
Als Querlage bezeichnet man eine Kindslage, bei der das ungeborene Kind quer in der Gebärmutter liegt – also weder mit dem Kopf noch mit dem Steiß in Richtung des Geburtskanals. Die Längsachse des Kindes verläuft dabei im rechten Winkel oder schräg zur Längsachse der Mutter. Die Querlage gehört zu den sogenannten regelwidrigen Kindslagen und kommt bei etwa 0,3 bis 0,5 % aller Geburten vor.
Ursachen
Es gibt verschiedene Faktoren, die eine Querlage begünstigen können:
- Mehrlingsschwangerschaften: Bei Zwillingen oder Mehrlingen ist der Platz in der Gebärmutter begrenzt, was eine regelwidrige Lage begünstigt.
- Mehrgeburtlichkeit (Multipara): Frauen, die bereits mehrere Kinder geboren haben, haben häufig eine erschlaffte Bauchmuskulatur, was dem Kind mehr Bewegungsfreiheit gibt.
- Plazenta praevia: Eine tief sitzende Plazenta kann den Eintritt des Kindskopfes in das kleine Becken verhindern.
- Polyhydramnion: Eine übermäßige Fruchtwassermenge ermöglicht dem Kind mehr Bewegungsraum.
- Uterusfehlbildungen: Angeborene oder erworbene Veränderungen der Gebärmutter (z. B. Myome) können die normale Kindslage behindern.
- Beckenenge: Ein enges Becken kann verhindern, dass sich der Kindskopf ordnungsgemäß einstellt.
Symptome und Diagnose
Die Querlage wird in der Regel durch eine Ultraschalluntersuchung festgestellt, die heutzutage Bestandteil der routinemäßigen Schwangerschaftsvorsorge ist. Zusätzlich kann der Arzt oder die Hebamme durch Tastuntersuchung des Bauches (sog. Leopold-Handgriffe) Hinweise auf eine Querlage erhalten. Dabei ist der Bauch oft auffällig breit und der Fundus uteri (oberer Rand der Gebärmutter) erscheint niedriger als erwartet. Im Becken ist kein vorangehender Kindsteil zu tasten.
Risiken für Mutter und Kind
Eine Querlage, die bis zur Geburt bestehen bleibt, ist mit erhöhten Risiken verbunden:
- Nabelschnurvorfall: Nach dem Blasensprung kann die Nabelschnur in den Geburtskanal vortreten, was eine lebensbedrohliche Notfallsituation für das Kind darstellt.
- Vernachlässigte Querlage: Wird eine Querlage unter der Geburt nicht erkannt und behandelt, kann es zu schwerwiegenden Komplikationen bis hin zur Gebärmutterruptur kommen.
- Frühgeburt: Eine Querlage erhöht das Risiko einer vorzeitigen Geburt.
Behandlung und Geburtsmanagement
Das weitere Vorgehen bei einer Querlage hängt vom Zeitpunkt der Schwangerschaft und von weiteren individuellen Faktoren ab.
Äußere Wendung (ECV)
Ab der 36. Schwangerschaftswoche kann versucht werden, das Kind durch eine äußere Wendung (External Cephalic Version, ECV) in eine Schädellagen zu bringen. Dabei wird das Kind durch gezielten Druck von außen auf den Bauch der Mutter in die richtige Lage gedreht. Dieser Eingriff wird stets unter Ultraschallkontrolle und in einer Klinik durchgeführt, da ein Notfallkaiserschnitt jederzeit möglich sein muss. Die Erfolgsrate liegt bei etwa 50 bis 60 %.
Kaiserschnitt
Bleibt die Querlage bis zum Ende der Schwangerschaft bestehen oder kann keine erfolgreiche Wendung durchgeführt werden, ist ein primärer Kaiserschnitt (Sectio caesarea) die Geburtsmöglichkeit der Wahl. Eine vaginale Geburt ist bei einer persistierenden Querlage nicht möglich und wäre mit lebensbedrohlichen Risiken verbunden.
Spontane Wendung
In frühen Schwangerschaftswochen (vor der 32. bis 34. Woche) wenden sich viele Kinder noch selbst in die korrekte Schädellage, weshalb frühzeitig erkannte Querlagen engmaschig beobachtet werden.
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG): Leitlinie zur Geburtshilfe bei Regelwidrigkeiten der Kindslage, 2020.
- Schneider H., Husslein P., Schneider K.T.M.: Die Geburtshilfe. 5. Auflage. Springer Medizin Verlag, Berlin, 2016.
- Royal College of Obstetricians and Gynaecologists (RCOG): External Cephalic Version and Reducing the Incidence of Term Breech Presentation. Green-top Guideline No. 20a, 2017.
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