Rebamipid – Wirkung, Dosierung & Anwendung
Rebamipid ist ein Magenschleimhaut-schützendes Medikament, das bei Magengeschwüren und Gastritis eingesetzt wird. Es fördert die Schleimproduktion und unterstützt die Regeneration der Magenschleimhaut.
Wissenswertes über "Rebamipid"
Rebamipid ist ein Magenschleimhaut-schützendes Medikament, das bei Magengeschwüren und Gastritis eingesetzt wird. Es fördert die Schleimproduktion und unterstützt die Regeneration der Magenschleimhaut.
Was ist Rebamipid?
Rebamipid ist ein Gastroprotektivum – ein Wirkstoff, der die Magenschleimhaut schützt und regeneriert. Es gehört zur Gruppe der schleimhautprotektiven Substanzen und wird vor allem in asiatischen Ländern, insbesondere in Japan, Südkorea und China, seit Jahrzehnten klinisch eingesetzt. In Europa gewinnt der Wirkstoff zunehmend an wissenschaftlichem Interesse.
Indikationen
Rebamipid wird eingesetzt bei:
- Magengeschwüren (gastroduodenale Ulzera)
- Gastritis, einschließlich Helicobacter-pylori-assoziierter Gastritis
- NSAR-induzierter Gastropathie – Magenschleimhautschäden durch nicht-steroidale Antirheumatika (z. B. Ibuprofen, Diclofenac)
- Mukositis im Rahmen von Chemotherapien
- Unterstützend bei der Eradikationstherapie gegen Helicobacter pylori
Wirkmechanismus
Rebamipid entfaltet seinen schützenden Effekt auf mehreren Wegen:
- Stimulation der Prostaglandin-Synthese: Rebamipid erhöht die Produktion von Prostaglandinen E2 und I2 in der Magenschleimhaut. Diese Botenstoffe fördern die Schleimsekretion und die Durchblutung der Schleimhaut.
- Erhöhung der Schleimproduktion: Der Wirkstoff stimuliert Becherzellen zur vermehrten Produktion von Muzinen, den Hauptbestandteilen des schützenden Magenschleims.
- Antioxidative Wirkung: Rebamipid neutralisiert freie Radikale und reduziert oxidativen Stress in der Schleimhautzellen.
- Hemmung proinflammatorischer Zytokine: Es vermindert die Freisetzung von Entzündungsmediatoren wie Interleukin-8 (IL-8) und TNF-alpha, was die entzündungsfördernde Wirkung von Helicobacter pylori abschwächt.
- Förderung der Zellregeneration: Rebamipid unterstützt die Proliferation und Migration von Epithelzellen, was die Abheilung von Schleimhautdefekten beschleunigt.
Dosierung und Anwendung
Die übliche Dosierung bei Magengeschwüren und Gastritis beträgt 100 mg dreimal täglich (morgens, mittags, abends), in der Regel als Tablette eingenommen. Die Therapiedauer richtet sich nach dem Krankheitsbild und der klinischen Reaktion und beträgt häufig 4 bis 8 Wochen. Bei NSAR-induzierter Gastropathie wird Rebamipid begleitend zur NSAR-Therapie gegeben.
Nebenwirkungen
Rebamipid wird im Allgemeinen gut vertragen. Mögliche Nebenwirkungen umfassen:
- Bauchschmerzen oder Magen-Darm-Beschwerden
- Verstopfung oder Durchfall
- Übelkeit
- Erhöhung von Leberenzymen (selten)
- Hautreaktionen wie Juckreiz oder Ausschlag (selten)
Schwere Nebenwirkungen sind selten. Bei bekannter Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff ist die Anwendung kontraindiziert.
Besondere Hinweise
Die Sicherheit von Rebamipid während der Schwangerschaft und Stillzeit ist nicht abschließend belegt. In diesen Fällen sollte die Anwendung nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den behandelnden Arzt erfolgen. Rebamipid ist in vielen europäischen Ländern noch nicht offiziell zugelassen, wird aber im Rahmen von Einzelfallentscheidungen eingesetzt.
Quellen
- Haruma K. et al. – Rebamipide, a mucosal protective drug, in combination with Helicobacter pylori eradication therapy. Journal of Gastroenterology, 2014.
- Tarnawski A.S., Ahluwalia A. – Molecular mechanisms of epithelial regeneration and neovascularization during healing of gastric ulcers. Current Medicinal Chemistry, 2012.
- Yoshikawa T. et al. – Rebamipide: overview of its mechanisms of action and efficacy in mucosal protection and ulcer healing. Digestive Diseases and Sciences, 1998.
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