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Eine Regulationsstörung bei Säuglingen bezeichnet anhaltende Schwierigkeiten bei Schlafen, Essen oder Beruhigen ohne organische Ursache.
Eine Regulationsstörung bei Säuglingen bezeichnet anhaltende Schwierigkeiten bei Schlafen, Essen oder Beruhigen ohne organische Ursache.
Der Begriff Regulationsstörung beschreibt bei Säuglingen und Kleinkindern eine anhaltende Beeinträchtigung der Fähigkeit, das eigene Verhalten, den Schlaf, die Nahrungsaufnahme oder die Emotionen selbst zu steuern. Betroffene Kinder zeigen übermäßiges Schreien, Schlafprobleme, Fütterungsschwierigkeiten oder extreme Reizbarkeit, ohne dass eine organische Erkrankung als Ursache gefunden wird. Die Störung betrifft immer auch das Zusammenspiel zwischen Kind und Bezugsperson.
Regulationsstörungen entstehen durch ein komplexes Zusammenspiel verschiedener Faktoren:
Das sogenannte Schreibaby schreit mehr als drei Stunden täglich, mehr als drei Tage pro Woche über einen Zeitraum von mindestens drei Wochen (Wessel-Kriterien). Das Schreien ist für Eltern schwer vorhersehbar und kaum zu beruhigen.
Betroffene Kinder haben große Schwierigkeiten, selbständig einzuschlafen oder durchzuschlafen. Sie benötigen intensive elterliche Unterstützung beim Einschlafen und wachen nachts häufig auf.
Probleme beim Stillen oder mit der Flasche, Verweigerung der Nahrungsaufnahme, Erbrechen oder extrem langsames Essen können ebenfalls Ausdruck einer Regulationsstörung sein.
Manche Kinder zeigen übermäßige motorische Aktivität, sind schwer zu beruhigen oder reagieren übermäßig stark auf Sinnesreize wie Geräusche, Licht oder Berührung.
Die Diagnose einer Regulationsstörung wird klinisch gestellt und umfasst:
Die Behandlung ist multimodal und richtet sich nach dem Schweregrad der Störung sowie den Bedürfnissen der Familie:
Eltern erhalten Informationen über kindliche Regulationsmechanismen und lernen, die Signale ihres Kindes besser zu verstehen und darauf einzugehen.
In spezialisierten Zentren werden Eltern und Kind gemeinsam behandelt. Ziel ist die Förderung einer sicheren Bindung und einer feinfühligen Eltern-Kind-Interaktion.
Strukturierte Schlafberatung hilft Eltern, gesunde Schlafgewohnheiten zu etablieren und das Kind beim selbständigen Einschlafen zu unterstützen.
Da Regulationsstörungen die gesamte Familie belasten, ist auch die Unterstützung der Eltern ein wichtiger Behandlungsbaustein. Bei Anzeichen einer elterlichen Depression oder Angststörung sollte ebenfalls Hilfe in Anspruch genommen werden.
In einigen Fällen werden ergänzend osteopathische Behandlungen oder physiotherapeutische Maßnahmen eingesetzt, um körperliche Spannungen beim Kind zu lösen. Die wissenschaftliche Evidenz hierfür ist begrenzt.
Die meisten Regulationsstörungen bessern sich im Verlauf des ersten Lebensjahres deutlich. Ohne ausreichende Unterstützung können jedoch nachfolgende Verhaltensauffälligkeiten, Bindungsprobleme oder elterliche Erschöpfungszustände entstehen. Frühzeitige Intervention verbessert die Prognose deutlich.
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