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Reizdarmbiomarker sind messbare biologische Parameter, die zur Diagnose und Einordnung des Reizdarmsyndroms genutzt werden. Sie helfen, das Reizdarmsyndrom von anderen Darmerkrankungen abzugrenzen.
Reizdarmbiomarker sind messbare biologische Parameter, die zur Diagnose und Einordnung des Reizdarmsyndroms genutzt werden. Sie helfen, das Reizdarmsyndrom von anderen Darmerkrankungen abzugrenzen.
Reizdarmbiomarker sind biologische Messgrössen, die im Blut, Stuhl oder Gewebe bestimmt werden können und Hinweise auf das Vorliegen oder die Art eines Reizdarmsyndroms (RDS) geben. Da das Reizdarmsyndrom eine funktionelle Darmerkrankung ist, bei der klassische bildgebende oder endoskopische Verfahren oft keine eindeutigen Befunde liefern, gewinnen Biomarker zunehmend an Bedeutung für eine objektivere Diagnosestellung.
Das Reizdarmsyndrom ist eine häufige, chronische Erkrankung des Magen-Darm-Trakts, die durch Bauchschmerzen, Blähungen und veränderte Stuhlgewohnheiten (Durchfall, Verstopfung oder beides) gekennzeichnet ist. Die genaue Ursache ist multifaktoriell und umfasst Störungen der Darm-Hirn-Achse, veränderte Darmmotilität, intestinale Entzündungsreaktionen und Veränderungen der Darmflora (Mikrobiom). Die Diagnose erfolgt derzeit hauptsächlich anhand der ROM-IV-Kriterien (klinische Diagnosekriterien), da es keinen einzelnen spezifischen Biomarker gibt.
Stuhlbiomarker werden zur Unterscheidung des Reizdarmsyndroms von entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa eingesetzt:
Verschiedene Blutwerte werden auf ihre Eignung als Reizdarmbiomarker untersucht:
Das Darmmikrobiom – also die Gesamtheit der Mikroorganismen im Darm – zeigt bei Reizdarm-Betroffenen häufig Veränderungen in der Zusammensetzung. Bestimmte Bakterienprofile oder das Verhältnis von Bakterienstämmen werden als potenzielle Biomarker erforscht, sind jedoch noch nicht für den klinischen Alltag standardisiert.
Eine erhöhte Darmpermeabilität (sogenanntes Leaky-Gut-Syndrom) wird als möglicher Mechanismus beim Reizdarmsyndrom diskutiert. Marker wie Zonulin oder intestinales Fettsäure-Bindungsprotein (I-FABP) werden in Studien zur Messung der Darmbarrierefunktion eingesetzt.
Forschungen untersuchen genetische Varianten, die mit dem Reizdarmsyndrom assoziiert sind, beispielsweise Polymorphismen im Serotonintransporter-Gen (SERT/SLC6A4) oder im Bereich von Genen, die die Darm-Hirn-Kommunikation regulieren. Diese sind bislang noch nicht in der Routinediagnostik etabliert.
Kein einzelner Reizdarmbiomarker ist bisher als alleiniges diagnostisches Kriterium anerkannt. Vielmehr werden Biomarker als ergänzende Werkzeuge eingesetzt, um:
Die Forschung zu Reizdarmbiomarkern ist ein aktives und wachsendes Feld. Ziel ist es, zuverlässige, nicht-invasive Biomarker zu etablieren, die eine schnellere und präzisere Diagnose ermöglichen und die Entwicklung individualisierter Therapieansätze unterstützen. Multimarker-Panels, die mehrere Biomarker kombinieren, zeigen dabei vielversprechende Ergebnisse.
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