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Relaxin ist ein körpereigenes Hormon, das vor allem in der Schwangerschaft eine wichtige Rolle spielt. Es lockert Bindegewebe und bereitet den Körper auf die Geburt vor.
Relaxin ist ein körpereigenes Hormon, das vor allem in der Schwangerschaft eine wichtige Rolle spielt. Es lockert Bindegewebe und bereitet den Körper auf die Geburt vor.
Relaxin ist ein Peptidhormon, das zur Familie der Insulin-ähnlichen Wachstumsfaktoren gehört. Es wird hauptsächlich vom Corpus luteum (Gelbkörper) im Eierstock sowie während der Schwangerschaft von der Plazenta und der Gebärmutter produziert. In geringen Mengen wird Relaxin auch im männlichen Körper, vor allem in der Prostata, gebildet. Das Hormon ist vor allem für seine Wirkung auf Bindegewebe, Bänder und glatte Muskulatur bekannt.
Relaxin erfüllt im menschlichen Körper mehrere wichtige Aufgaben:
Der Relaxinspiegel im Blut steigt bereits in der frühen Schwangerschaft stark an, erreicht seinen Höchstwert gegen Ende des ersten Trimesters und sinkt danach wieder ab. Trotz des Abfalls bleibt das Hormon während der gesamten Schwangerschaft nachweisbar. Die hohen Relaxinkonzentrationen erklären, warum viele Schwangere unter Gelenk- und Banderschlaffung leiden, was sich häufig als Beckenschmerzen oder Rückenschmerzen äußert.
Auch im männlichen Körper kommt Relaxin vor. Es wird in der Prostata produziert und gelangt über die Samenflüssigkeit in den Fortpflanzungstrakt. Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass Relaxin die Beweglichkeit der Spermien verbessert und somit eine Rolle bei der männlichen Fertilität spielt.
Synthetisch hergestelltes Relaxin (insbesondere Serelaxin, eine rekombinante Form des humanen Relaxin-2) wurde klinisch auf seine Einsatzmöglichkeiten bei akuter Herzinsuffizienz untersucht. In Studien zeigte Serelaxin Vorteile bei der Linderung von Atemnot und der Verbesserung der Nierendurchblutung. Die Zulassung als Standardmedikament blieb jedoch bisher aus, da große klinische Studien die erhofften Langzeitergebnisse nicht vollständig bestätigen konnten. Die Forschung zu weiteren therapeutischen Anwendungen von Relaxin, z. B. bei Fibrose, systemischer Sklerose und Wundheilung, ist weiterhin aktiv.
Relaxin bindet an spezifische G-Protein-gekoppelte Rezeptoren (RXFP1 und RXFP2 – Relaxin Family Peptide Receptors). Über diesen Signalweg aktiviert es die Adenylatcyclase, erhöht den intrazellulären cAMP-Spiegel und löst so eine Kaskade von Reaktionen aus, die u. a. zu einer erhöhten Kollagenaseproduktion, Hemmung der glatten Muskulatur und Vasodilatation führen.
Der Relaxinspiegel kann über Bluttests (Immunoassays) bestimmt werden. Erhöhte Werte sind physiologisch in der Schwangerschaft. Abnorm niedrige Werte können mit Fertili-tätsproblemen oder Schwangerschaftskomplikationen in Zusammenhang stehen. Derzeit ist die klinische Routinemessung von Relaxin jedoch nicht standardmäßig etabliert.
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