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Resistente Stärke ist ein Kohlenhydrat, das im Dünndarm nicht verdaut wird und stattdessen den Dickdarm erreicht, wo es als Ballaststoff und Präbiotikum wirkt.
Resistente Stärke ist ein Kohlenhydrat, das im Dünndarm nicht verdaut wird und stattdessen den Dickdarm erreicht, wo es als Ballaststoff und Präbiotikum wirkt.
Resistente Stärke (RS) ist eine besondere Form der Stärke, die im menschlichen Dünndarm nicht vollständig abgebaut und aufgenommen werden kann. Stattdessen gelangt sie unverdaut in den Dickdarm, wo sie von nützlichen Darmbakterien fermentiert wird. Damit verhält sie sich ähnlich wie lösliche Ballaststoffe und gilt als wichtige präbiotische Substanz für die Darmgesundheit.
Resistente Stärke wird in vier Haupttypen unterteilt:
Im Dickdarm wird resistente Stärke von anaeroben Bakterien fermentiert. Dabei entstehen kurzkettige Fettsäuren (SCFAs), insbesondere Butyrat, Propionat und Acetat. Diese Stoffwechselprodukte üben zahlreiche positive Effekte auf den Körper aus:
Darüber hinaus senkt resistente Stärke den pH-Wert im Dickdarm, was das Wachstum schädlicher Bakterien hemmt und gleichzeitig nützliche Darmbewohner wie Bifidobacterium und Lactobacillus fördert.
Resistente Stärke fördert eine gesunde Darmflora (Mikrobiom), stärkt die Darmbarriere und kann das Risiko für entzündliche Darmerkrankungen sowie Darmkrebs reduzieren. Butyrat gilt als möglicher Schutzfaktor gegen kolorektale Karzinome.
Da resistente Stärke nicht im Dünndarm verdaut wird, führt sie zu einem niedrigeren und langsameren Anstieg des Blutzuckerspiegels nach einer Mahlzeit. Studien zeigen, dass sie den glykämischen Index von Mahlzeiten senkt und die Insulinsensitivität verbessern kann. Dies ist besonders relevant für Menschen mit Typ-2-Diabetes oder Prädiabetes.
Resistente Stärke hat einen niedrigeren Kaloriengehalt als reguläre Stärke (etwa 2 kcal/g statt 4 kcal/g) und fördert das Sättigungsgefühl durch die Fermentation und die Bildung von SCFAs. Dies kann eine unterstützende Rolle bei der Gewichtskontrolle spielen.
Propionat, das bei der Fermentation entsteht, kann die Cholesterinsynthese in der Leber hemmen. Einige Studien deuten darauf hin, dass ein regelmäßiger Konsum resistenter Stärke den LDL-Cholesterinspiegel senken kann.
Resistente Stärke kommt natürlicherweise in vielen alltaglichen Lebensmitteln vor:
Interessanterweise erhöht das Abkühlen von gekochten stärkehaltigen Speisen wie Kartoffeln oder Reis deren Gehalt an resistenter Stärke (Typ 3) erheblich, da beim Abkühlen eine sogenannte Retrogradation stattfindet.
Es gibt keine offizielle, einheitliche Empfehlung der WHO speziell für resistente Stärke. Im Rahmen der allgemeinen Ballaststoffempfehlungen empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) eine tägliche Ballaststoffzufuhr von mindestens 30 g für Erwachsene, zu der resistente Stärke beitragen kann. In westlichen Ernährungsweisen werden durchschnittlich nur 3–8 g resistente Stärke pro Tag aufgenommen, während in einigen traditionellen Gesellschaften Mengen von 30–40 g täglich erreicht werden.
Bei einer zu schnellen und starken Erhöhung der Zufuhr resistenter Stärke können vorübergehend Blähungen, Darmgeräusche und leichte Bauchschmerzen auftreten. Dies ist auf die verstärkte Fermentation im Dickdarm zurückzuführen. Eine schrittweise Erhöhung der Zufuhr gibt dem Mikrobiom Zeit, sich anzupassen und minimiert Beschwerden.
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