Resistin: Hormon, Wirkung & Bedeutung für den Stoffwechsel
Resistin ist ein Hormon aus dem Fettgewebe, das Insulinresistenz fördern und Entzündungsprozesse beeinflussen kann. Es spielt eine Rolle bei Stoffwechselerkrankungen wie Typ-2-Diabetes.
Wissenswertes über "Resistin"
Resistin ist ein Hormon aus dem Fettgewebe, das Insulinresistenz fördern und Entzündungsprozesse beeinflussen kann. Es spielt eine Rolle bei Stoffwechselerkrankungen wie Typ-2-Diabetes.
Was ist Resistin?
Resistin ist ein Protein-Hormon, das hauptsächlich von Fettgewebe (Adipozyten) produziert wird. Der Name leitet sich vom englischen Begriff resistance to insulin ab, also Insulinwiderstand. Resistin gehört zur Gruppe der Adipokine – Botenstoffe, die vom Fettgewebe ausgeschüttet werden und vielfältige Wirkungen im Körper entfalten. Beim Menschen wird Resistin zusätzlich auch von Immunzellen, insbesondere Makrophagen, produziert, was es von anderen Spezies unterscheidet.
Wirkmechanismus
Resistin wirkt auf verschiedene Gewebe und beeinflusst den Stoffwechsel auf mehreren Ebenen:
- Insulinresistenz: Resistin hemmt die Wirkung von Insulin in Leber, Muskel- und Fettgewebe. Dadurch können Körperzellen Glukose (Zucker) schlechter aufnehmen, was den Blutzuckerspiegel erhöht.
- Förderung von Entzündungen: Resistin aktiviert Signalwege, die Entzündungsreaktionen im Körper anregen. Es steigert die Produktion von entzündungsfördernden Botenstoffen (Zytokinen) wie TNF-alpha und Interleukin-6.
- Einfluss auf den Lipidstoffwechsel: Resistin kann die Fettverbrennung hemmen und die Einlagerung von Fett fördern.
Medizinische Bedeutung
Zusammenhang mit Stoffwechselerkrankungen
Erhöhte Resistin-Spiegel im Blut werden mit verschiedenen Erkrankungen in Verbindung gebracht:
- Typ-2-Diabetes mellitus: Hohe Resistin-Konzentrationen können die Insulinsensitivität verringern und zur Entstehung von Typ-2-Diabetes beitragen.
- Metabolisches Syndrom: Bei Übergewicht und Fettleibigkeit (Adipositas) sind Resistin-Spiegel häufig erhöht, was das Risiko für Herzkreislauf-Erkrankungen steigern kann.
- Atherosklerose: Resistin fördert entzündliche Veränderungen in den Blutgefäßen und kann so zur Entstehung von Arteriosklerose (Gefäßverkalkung) beitragen.
- Nicht-alkoholische Fettleber (NAFLD): Resistin wird auch mit der Entstehung und dem Fortschreiten der Fettlebererkrankung assoziiert.
Resistin und Entzündungserkrankungen
Da beim Menschen Resistin vor allem von Makrophagen (Immunzellen) produziert wird, spielt es eine bedeutende Rolle bei entzündlichen Erkrankungen. Erhöhte Resistin-Werte wurden bei rheumatoider Arthritis, entzündlichen Darmerkrankungen und anderen chronisch-entzündlichen Erkrankungen nachgewiesen.
Resistin im Vergleich zu anderen Adipokinen
Adipokine sind Hormone des Fettgewebes, zu denen neben Resistin auch Leptin, Adiponektin und Visfatin gehören. Während Leptin vor allem den Appetit reguliert und Adiponektin entzündungshemmende Eigenschaften hat, wirkt Resistin eher entzündungsfördernd und stoffwechselschadend. Ein Ungleichgewicht dieser Hormone – oft bedingt durch Übergewicht – kann das Risiko für chronische Erkrankungen erhöhen.
Diagnose und Messung
Resistin kann im Blutserum gemessen werden. Erhöhte Werte können ein Hinweis auf bestehende Entzündungsreaktionen oder ein metabolisches Risiko sein. Die Resistin-Messung ist jedoch noch kein Routineparameter in der klinischen Praxis und wird hauptsächlich in der Forschung eingesetzt. Normalwerte können je nach Labor variieren.
Einflussfaktoren auf den Resistin-Spiegel
Verschiedene Faktoren beeinflussen den Resistin-Spiegel im Blut:
- Körpergewicht: Übergewicht und Adipositas erhöhen den Resistin-Spiegel.
- Ernährung: Eine fettreiche, entzündungsfördernde Ernährung kann die Resistin-Ausschüttung steigern.
- Körperliche Aktivität: Regelmäßige Bewegung kann dazu beitragen, Resistin-Spiegel zu senken.
- Chronische Entzündungen: Entzündliche Erkrankungen erhöhen die Resistin-Produktion durch Makrophagen.
- Medikamente: Bestimmte Antidiabetika wie Thiazolidindione (z. B. Pioglitazon) können den Resistin-Spiegel senken.
Quellen
- Steppan C. M. et al. - The hormone resistin links obesity to diabetes. Nature. 2001;409(6818):307-312.
- Filkova M. et al. - The role of resistin as a regulator of inflammation. Implications for various human pathologies. Clinical Immunology. 2009;133(2):157-170.
- Schwartz D. R., Lazar M. A. - Human resistin: found in translation from mouse to man. Trends in Endocrinology and Metabolism. 2011;22(7):259-265.
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