Retinopathie: Ursachen, Symptome & Behandlung
Retinopathie bezeichnet eine Erkrankung der Netzhaut des Auges. Sie kann die Sehkraft ernsthaft beeinträchtigen und ist häufig Folge von Diabetes oder Bluthochdruck.
Wissenswertes über "Retinopathie"
Retinopathie bezeichnet eine Erkrankung der Netzhaut des Auges. Sie kann die Sehkraft ernsthaft beeinträchtigen und ist häufig Folge von Diabetes oder Bluthochdruck.
Was ist eine Retinopathie?
Die Retinopathie (lat. Retinopathia) ist ein Oberbegriff für Erkrankungen der Netzhaut (Retina) des Auges. Die Netzhaut ist eine lichtempfindliche Gewebeschicht an der Innenwand des Augapfels, die visuelle Informationen aufnimmt und an das Gehirn weiterleitet. Bei einer Retinopathie werden die kleinen Blutgefäße der Netzhaut geschädigt, was langfristig zu einer erheblichen Beeinträchtigung oder sogar zum Verlust der Sehkraft führen kann. Die Erkrankung verläuft oft über lange Zeit ohne merkliche Symptome und wird deshalb häufig erst spät erkannt.
Ursachen
Es gibt verschiedene Formen der Retinopathie, die unterschiedliche Ursachen haben:
- Diabetische Retinopathie: Die häufigste Form. Ein dauerhaft erhöhter Blutzuckerspiegel bei Diabetes mellitus schädigt die Blutgefäße der Netzhaut. Sie ist eine der häufigsten Ursachen für Erblindung im Erwachsenenalter.
- Hypertensive Retinopathie: Langanhaltender Bluthochdruck (Hypertonie) schädigt die Netzhautgefäße und führt zu Veränderungen der Gefäßwände.
- Retinopathie bei Frühgeborenen (Retinopathia praematurorum): Betrifft zu früh geborene Säuglinge, bei denen die Blutgefäße der Netzhaut noch nicht vollständig ausgebildet sind.
- Sonstige Ursachen: Nierenerkrankungen, Bluterkrankungen, entzündliche Erkrankungen oder Medikamentennebenwirkungen können ebenfalls eine Retinopathie verursachen.
Symptome
Im Frühstadium verursacht eine Retinopathie oft keine Beschwerden. Mit fortschreitender Erkrankung können folgende Symptome auftreten:
- Verschwommenes oder verzerrtes Sehen
- Dunkel erscheinende Flecken oder Schatten im Gesichtsfeld (sogenannte „Russ- oder Rußregen“)
- Farbwahrnehmungsstörungen
- Plotzlicher, schmerzloser Sehverlust
- Verschlechterung des Nachtssehens
Diagnose
Die Diagnose einer Retinopathie erfolgt in der Regel durch einen Augenarzt (Ophthalmologen). Folgende Untersuchungsmethoden werden eingesetzt:
- Fundoskopie (Augenspiegelung): Direkte Betrachtung der Netzhaut mithilfe eines Ophthalmoskops nach Erweiterung der Pupille.
- Optische Kohärenztomografie (OCT): Bildgebungsverfahren, das detaillierte Querschnittsbilder der Netzhautschichten liefert.
- Fluoreszenzangiografie: Ein Farbstoff wird in die Blutbahn injiziert, um den Blutfluss in den Netzhautgefäßen sichtbar zu machen.
- Visusprüfung: Messung der Sehschärfe zur Beurteilung des Ausmaßes einer Beeinträchtigung.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache, dem Schweregrad und der Form der Retinopathie:
Kausale Therapie
Im Vordergrund steht die Behandlung der Grunderkrankung. Bei der diabetischen Retinopathie ist eine optimale Blutzuckereinstellung essenziell. Bei der hypertensiven Retinopathie muss der Blutdruck konsequent gesenkt werden.
Laserbehandlung (Laserkoagulation)
Durch gezielte Laserstrahlen werden geschädigte oder krankhaft neu gebildete Blutgefäße der Netzhaut verodert, um ein weiteres Wachstum und mögliche Blutungen zu verhindern.
Intravitreale Injektionen
Medikamente, wie sogenannte Anti-VEGF-Präparate (z. B. Ranibizumab, Bevacizumab), werden direkt in den Glaskorper des Auges injiziert, um das Wachstum krankhafter Blutgefäße zu hemmen und Schwellungen der Netzhaut (Makulaodeme) zu reduzieren.
Operative Behandlung (Vitrektomie)
In fortgeschrittenen Stadien kann eine operative Entfernung des Glaskorpers (Vitrektomie) notwendig sein, insbesondere bei Netzhautablösung oder nicht resorbierbaren Glaskorperblutungen.
Vorbeugung
Eine frühzeitige Vorsorge und regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Augenarzt sind entscheidend. Diabetiker sollten mindestens einmal jährlich eine Augenuntersuchung wahrnehmen. Eine gute Einstellung von Blutzucker und Blutdruck sowie ein gesunder Lebensstil können das Risiko einer Retinopathie erheblich reduzieren.
Quellen
- Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG): Leitlinie zur diabetischen Retinopathie und diabetischem Makulaödem (2022). Verfügbar unter: www.dog.org
- Hammes HP et al. - Diabetische Retinopathie. In: Diabetologie und Stoffwechsel, Georg Thieme Verlag (2021).
- World Health Organization (WHO): Blindness and vision impairment - Diabetic retinopathy (2023). Verfügbar unter: www.who.int
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