Rheumaknoten: Ursachen, Symptome & Behandlung
Rheumaknoten sind feste Gewebeknoten unter der Haut, die häufig bei rheumatoider Arthritis auftreten. Sie gelten als typisches Zeichen einer fortgeschrittenen Erkrankung.
Wissenswertes über "Rheumaknoten"
Rheumaknoten sind feste Gewebeknoten unter der Haut, die häufig bei rheumatoider Arthritis auftreten. Sie gelten als typisches Zeichen einer fortgeschrittenen Erkrankung.
Was sind Rheumaknoten?
Rheumaknoten (medizinisch: rheumatoide Noduli) sind derbe, tastbare Gewebeknoten, die sich unter der Haut bilden. Sie treten überwiegend bei Patienten mit rheumatoider Arthritis auf und gelten als eines der charakteristischsten Zeichen dieser Erkrankung. Die Knoten können je nach Größe wenige Millimeter bis mehrere Zentimeter messen und sind in der Regel schmerzlos, können jedoch bei Druck auf empfindliche Stellen Beschwerden verursachen.
Ursachen und Entstehung
Die genaue Ursache der Rheumaknoten ist noch nicht vollständig geklärt. Es wird angenommen, dass eine lokale Entzündungsreaktion in kleinen Blutgefäßen (Vaskulitis) zur Bildung dieser Knoten führt. Das Immunsystem greift körpereigenes Gewebe an, was zu einer Ansammlung von Entzündungszellen und einer Verdickung des Bindegewebes führt.
- Auftreten bevorzugt an Druckstellen, z. B. an den Ellenbogen, Fingergelenken oder der Ferse
- Zusammenhang mit einem positiven Rheumafaktor im Blut
- Häufiger bei Patienten mit schwerer oder lang anhaltender rheumatoider Arthritis
- Rauchen gilt als Risikofaktor für die Bildung von Rheumaknoten
- Bestimmte Medikamente (z. B. Methotrexat) können paradoxerweise die Entstehung von Rheumaknoten fördern
Symptome
Rheumaknoten verlaufen häufig ohne Schmerzen, können jedoch je nach Lage verschiedene Beschwerden verursachen:
- Tastbare, harte oder gummiartige Knötchen unter der Haut
- Drückschmerz bei mechanischer Belastung (z. B. an der Ferse beim Gehen)
- Einschränkung der Beweglichkeit bei gelenknaher Lage
- In seltenen Fällen Ulzeration (Hautgeschwur) bei oberflächlichen Knoten
- Innere Organe wie Lunge oder Herz können in seltenen Fällen ebenfalls betroffen sein (viszerale Rheumaknoten)
Häufige Lokalisationen
Rheumaknoten entstehen bevorzugt an Stellen, die mechanischem Druck ausgesetzt sind:
- Streckseite der Unterarme, nahe dem Ellenbogen
- Fingergelenke und Fingerknochel
- Fersenbein und Achillessehne
- Hinterkopf (bei bettlägerigen Patienten)
- Seltener: Lunge, Herzklappen, Augen (Sklera)
Diagnose
Die Diagnose von Rheumaknoten erfolgt in erster Linie klinisch durch Ertasten und Inspektion der Hautveränderungen. Folgende Untersuchungen können ergänzend eingesetzt werden:
- Ultraschall: Darstellung der Ausdehnung und Tiefe des Knotens
- MRT (Magnetresonanztomographie): Bei unklarer Diagnose oder Verdacht auf innere Beteiligung
- Biopsie: Gewebeentnahme zur histologischen Sicherung, zeigt charakteristische granulomatose Entzündung mit zentraler Nekrose
- Blutuntersuchung: Nachweis von Rheumafaktor (RF) und Anti-CCP-Antikörpern
Behandlung
Rheumaknoten selbst erfordern in den meisten Fällen keine spezifische Therapie. Im Vordergrund steht die Behandlung der zugrunde liegenden rheumatoiden Arthritis:
Medikamentöse Therapie
- Basistherapeutika (DMARDs) wie Hydroxychloroquin können zum Rückgang der Knoten beitragen
- Methotrexat (MTX) kann paradoxerweise die Bildung neuer Knoten fördern (sog. Methotrexat-induzierte Nodulosis)
- Biologika (z. B. TNF-Hemmer) können bei schweren Verläufen eingesetzt werden
- Lokale Kortikosteroide (Injektionen) zur Größenreduktion einzelner Knoten
Chirurgische Behandlung
Eine operative Entfernung der Rheumaknoten ist nur in Ausnahmefällen sinnvoll, z. B. bei:
- Starken Schmerzen oder funktionellen Einschränkungen
- Wiederkehrenden Infektionen oder Ulzerationen
- Kosmetisch stark belastenden Knoten
Da Rheumaknoten nach operativer Entfernung häufig rezidivieren (wiederkehren), ist eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung notwendig.
Prognose
Rheumaknoten sind in der Regel gutartig und stellen keine unmittelbare Gefahr für die Gesundheit dar. Sie können jedoch auf eine aktive oder schwer verlaufende rheumatoide Arthritis hinweisen. Unter optimaler medikamentöser Therapie können sie sich zurückbilden. Patienten mit Rheumaknoten haben insgesamt ein höheres Risiko für systemische Komplikationen und sollten engmaschig rheumatologisch betreut werden.
Quellen
- Firestein GS, Budd RC, Gabriel SE et al. - Kelley & Firestein's Textbook of Rheumatology, 10th Edition. Elsevier, 2017.
- Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) - Leitlinien zur rheumatoiden Arthritis. Verfügbar unter: https://www.dgrh.de
- Turesson C, Jacobsson LT - Extraarticular manifestations of rheumatoid arthritis. In: Rheumatic Disease Clinics of North America, 2004.
Meistgekaufte Produkte
Der universelle Immunschutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Immunproteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des Immunsystems
Für eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac, Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Die neusten Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieEversionstrauma
Patellaluxation
Innenbandzerrung
Die meistgelesenen Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieMagnesiumcarbonat
Kaloriengehalt
Kölner Liste
Verwandte Suchbegriffe: Rheumaknoten