Rheumaschub: Ursachen, Symptome & Behandlung
Ein Rheumaschub ist eine plötzliche Verschlechterung einer rheumatischen Erkrankung mit starken Schmerzen, Schwellungen und Steifheit der Gelenke.
Wissenswertes über "Rheumaschub"
Ein Rheumaschub ist eine plötzliche Verschlechterung einer rheumatischen Erkrankung mit starken Schmerzen, Schwellungen und Steifheit der Gelenke.
Was ist ein Rheumaschub?
Ein Rheumaschub (auch Krankheitsschub oder Schub einer rheumatischen Erkrankung) bezeichnet eine vorübergehende, aber deutliche Verschlechterung der Krankheitsaktivität bei einer rheumatischen Erkrankung. Während eines Schubs nehmen Schmerzen, Schwellungen und Funktionseinschränkungen der betroffenen Gelenke oder Gewebe erheblich zu. Rheumaschübe können Tage bis Wochen andauern und wechseln sich typischerweise mit beschwerdefreien oder beschwerdearm en Phasen ab.
Ursachen und Auslöser
Die genauen Mechanismen, die einen Rheumaschub auslösen, sind nicht immer vollständig geklärt. Bekannte Auslöser und begünstigende Faktoren sind:
- Infektionen: Bakterielle oder virale Infekte können das Immunsystem aktivieren und einen Schub auslösen.
- Stress: Körperlicher und emotionaler Stress gilt als einer der häufigsten Auslöser.
- Witterungseinflüsse: Feuchtes, kaltes Wetter oder Wetterwechsel werden von vielen Betroffenen als Auslöser wahrgenommen.
- Unzureichende Medikation: Das Absetzen oder eine zu niedrige Dosierung von Basismedikamenten kann Schübe begünstigen.
- Körperliche Überlastung: Übermäßige körperliche Aktivität oder falsche Belastung der Gelenke.
- Erнährung: Bei bestimmten Formen wie Gicht können bestimmte Lebensmittel (z.B. purinhaltiger Ernährung) Schübe auslösen.
- Hormonelle Veränderungen: Besonders bei Frauen können Schwangerschaft, Menstruation oder Wechseljahre Einfluss haben.
Symptome eines Rheumaschubs
Die Symptome variieren je nach Grunderkrankung, typische Zeichen eines Rheumaschubs sind jedoch:
- Gelenkschwellungen und Gelenkrötungen
- Starke Gelenkschmerzen, auch in Ruhe
- Morgensteifigkeit, die länger als 30 Minuten anhält
- Erwärmung der betroffenen Gelenke
- Müdigkeit und Abgeschlagenheit (Fatigue)
- Einschränkung der Beweglichkeit und Alltagsfunktion
- Gelegentlich leichtes Fieber oder allgemeines Krankheitsgefühl
Betroffene Erkrankungen
Rheumaschübe treten bei verschiedenen rheumatischen Erkrankungen auf, darunter:
- Rheumatoide Arthritis (RA): Eine der häufigsten chronisch-entzündlichen Gelenkerkrankungen.
- Psoriasis-Arthritis: Gelenkentzündung im Zusammenhang mit Schuppenflechte.
- Lupus erythematodes (SLE): Eine systemische Autoimmunerkrankung.
- Morbus Bechterew (Ankylosierende Spondylitis): Entzündliche Erkrankung der Wirbelsäule.
- Gicht: Durch Harnsäurekristalle ausgelöste Gelenkentzündung.
Diagnose
Die Diagnose eines Rheumaschubs erfolgt in erster Linie klinisch durch den behandelnden Rheumatologen. Folgende Untersuchungen können eingesetzt werden:
- Blutuntersuchungen: Entzündungsparameter wie CRP (C-reaktives Protein) und BSG (Blutsenkungsgeschwindigkeit) sind häufig erhöht. Bei RA werden zusätzlich Rheumafaktor und Anti-CCP-Antikörper bestimmt.
- Bildgebung: Ultraschall oder MRT der Gelenke können Entzündungen und Ergüsse sichtbar machen.
- Klinische Untersuchung: Beurteilung der Anzahl geschwollener und druckschmerzhafter Gelenke.
Behandlung eines Rheumaschubs
Ziel der Behandlung ist es, den Schub schnell zu kontrollieren, Schmerzen zu lindern und Gelenksschäden zu verhindern. Die Therapie richtet sich nach der Grunderkrankung und der Schwere des Schubs.
Medikamentöse Therapie
- Kortikosteroide (Kortison): Können kurzzeitig in höherer Dosierung eingesetzt werden, um Entzündungen rasch zu dämpfen (oral oder als Injektion in das Gelenk).
- Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR): Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Diclofenac reduzieren Schmerz und Entzündung.
- Basistherapie (DMARDs): Eine Anpassung der langfristigen medikamentösen Therapie, z.B. mit Methotrexat oder Biologika, kann notwendig sein, um künftige Schübe zu verhindern.
Nicht-medikamentöse Maßnahmen
- Gelenkschonung und Ruhigstellung akut entzündeter Gelenke
- Kälteanwendungen (Kühlkompressen) zur Schmerz- und Schwellungslinderung
- Physiotherapie zur Erhaltung der Beweglichkeit außerhalb akuter Schübe
- Stressmanagement und psychologische Unterstützung
- Ernährungsanpassungen, z.B. mediterrane Diät mit entzündungshemmenden Eigenschaften
Wann zum Arzt?
Betroffene sollten bei folgenden Zeichen möglichst zeitnah einen Arzt aufsuchen:
- Plötzliche, starke Zunahme von Gelenkschmerzen und Schwellungen
- Anhaltende Morgensteifigkeit über mehr als eine Stunde
- Fieber zusätzlich zu Gelenkbeschwerden
- Keine Besserung trotz bekannter Schubmedikation
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh): S2e-Leitlinie – Management der frühen rheumatoiden Arthritis, 2019. Verfügbar unter: www.dgrh.de
- Smolen JS et al. – Rheumatoid arthritis. Nature Reviews Disease Primers, 2018. DOI: 10.1038/nrdp.2018.1
- Aringer M et al. – 2019 European League Against Rheumatism/American College of Rheumatology Classification Criteria for Systemic Lupus Erythematosus. Arthritis & Rheumatology, 2019.
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