Rhizarthrose: Ursachen, Symptome & Behandlung
Die Rhizarthrose ist eine Arthrose des Daumensattelgelenks. Sie verursacht Schmerzen und Bewegungseinschränkungen am Daumen und ist eine der häufigsten Gelenkerkrankungen der Hand.
Wissenswertes über "Rhizarthrose"
Die Rhizarthrose ist eine Arthrose des Daumensattelgelenks. Sie verursacht Schmerzen und Bewegungseinschränkungen am Daumen und ist eine der häufigsten Gelenkerkrankungen der Hand.
Was ist eine Rhizarthrose?
Die Rhizarthrose ist eine Arthrose (Gelenkverschleiß) des Daumensattelgelenks (Karpometakarpalgelenk des Daumens, CMC-I-Gelenk). Bei dieser Erkrankung wird der Gelenkknorpel zwischen dem ersten Mittelhandknochen und dem Handwurzelknochen Os trapezium zunehmend abgebaut. Die Rhizarthrose gehört zu den häufigsten Arthroseformen der Hand und betrifft vor allem Frauen nach der Menopause, kann aber auch jüngere Menschen nach Verletzungen des Gelenks treffen.
Ursachen
Die Rhizarthrose entsteht durch eine Kombination aus genetischer Veranlagung, hormonellen Veränderungen und mechanischer Überlastung des Daumensattelgelenks. Folgende Faktoren erhöhen das Risiko:
- Alter: Mit zunehmendem Alter nimmt die Knorpelqualität ab.
- Geschlecht: Frauen sind deutlich häufiger betroffen, insbesondere nach den Wechseljahren, da Östrogen eine schützende Wirkung auf den Knorpel hat.
- Genetische Veranlagung: Eine familiäre Häufung ist bekannt.
- Berufliche Überlastung: Tätigkeiten mit wiederholten Greif- und Kneifbewegungen (z.B. Handwerker, Musiker) erhöhen das Risiko.
- Verletzungen: Frühere Verletzungen oder Frakturen im Bereich des Daumensattelgelenks können eine sekundäre Rhizarthrose auslösen.
- Rheumatoide Arthritis: Entzündliche Gelenkerkrankungen können die Entstehung fördern.
Symptome
Die Beschwerden entwickeln sich meist schleichend und nehmen im Verlauf zu. Typische Symptome sind:
- Schmerzen an der Daumenbasis, besonders bei Greif- und Kneifbewegungen
- Schwellung und Druckempfindlichkeit im Bereich des Daumensattelgelenks
- Kraftverlust beim Greifen, z.B. beim Öffnen von Fläschchen oder beim Schreiben
- Einschränkung der Beweglichkeit des Daumens, besonders bei der Abspreizung (Abduktion)
- Krepitation (Knirschen oder Reiben) im Gelenk bei Bewegung
- Im fortgeschrittenen Stadium: sichtbare Deformität der Daumenbasis (Subluxation des Gelenks)
Diagnose
Die Diagnose wird durch den Arzt anhand von Anamnese, körperlicher Untersuchung und bildgebenden Verfahren gestellt:
- Klinische Untersuchung: Typisch ist der positive Grind-Test (Kompressionstest), bei dem Druck und Drehbewegung am Daumensattelgelenk ausgeführt werden und Schmerzen auslösen.
- Röntgenaufnahme: Sie zeigt Gelenkspaltverschmälerung, Osteophyten (knöcherne Anbauten) und Subluxation des Gelenks.
- MRT oder Ultraschall: Bei Unklarheiten können diese Verfahren weitere Informationen liefern, z.B. über Weichteilveränderungen oder Begleiterkrankungen.
Behandlung
Konservative Behandlung
Im frühen und mittleren Stadium stehen nicht-operative Maßnahmen im Vordergrund:
- Schienen (Orthesen): Eine Daumensattelgelenkschiene entlastet das Gelenk und reduziert Schmerzen, besonders bei Belastung und nachts.
- Physiotherapie: Gezielte Übungen stärken die Muskulatur und verbessern die Stabilität des Gelenks.
- Schmerzmedikamente: Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen oder Diclofenac lindern Schmerzen und Entzündungen.
- Kortison-Injektionen: Die Injektion von Kortikosteroiden direkt ins Gelenk kann bei akuten Schmerzen kurzfristig helfen.
- Hyaluronsäure-Injektionen: Diese können die Gelenkschmierung verbessern und Schmerzen lindern.
- Ergotherapie: Anpassung von Alltagsgewohnheiten und Hilfsmittelversorgung zur Entlastung des Daumens.
Operative Behandlung
Wenn konservative Maßnahmen keine ausreichende Linderung bringen, stehen verschiedene chirurgische Optionen zur Verfügung:
- Trapezektomie: Entfernung des Os trapezium (Handwurzelknochen). Dies ist der am häufigsten durchgeführte Eingriff mit guten Langzeitergebnissen.
- Denervierung: Durchtrennung der schmerzleitenden Nervenenden am Gelenk.
- Gelenkversteifung (Arthrodese): Besonders bei jüngeren, körperlich aktiven Patienten geeignet, da sie Stabilität bietet.
- Gelenkprothese: Ersatz des Gelenks durch ein Implantat, noch weniger verbreitet als bei großen Gelenken.
Verlauf und Prognose
Die Rhizarthrose ist eine chronische, fortschreitende Erkrankung. Durch frühzeitige Behandlung kann das Fortschreiten jedoch verlangsamt und die Lebensqualität deutlich verbessert werden. Nach operativer Behandlung, insbesondere nach einer Trapezektomie, berichten die meisten Patienten über eine deutliche Schmerzreduktion und verbesserte Funktion des Daumens.
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC): Leitlinie Rhizarthrose, 2021.
- Spies CK, Langer M, Hahn P, Unglaub F: Die Behandlung der idiopathischen Rhizarthrose. Deutsches Ärzteblatt International, 2018; 115(6): 83–90.
- Hochberg MC et al.: Rheumatology, 6th Edition. Mosby Elsevier, 2015.
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