Rippenfellentzündung Symptome – Pleuritis erkennen
Rippenfellentzündung (Pleuritis) verursacht stechende Brustschmerzen, die sich beim Atmen verstärken. Erfahren Sie, welche Symptome auftreten können und wann ärztliche Hilfe nötig ist.
Wissenswertes über "Rippenfellentzündung Symptome"
Rippenfellentzündung (Pleuritis) verursacht stechende Brustschmerzen, die sich beim Atmen verstärken. Erfahren Sie, welche Symptome auftreten können und wann ärztliche Hilfe nötig ist.
Was ist eine Rippenfellentzündung?
Die Rippenfellentzündung, medizinisch als Pleuritis bezeichnet, ist eine Entzündung der Pleura – des zweischichtigen Gewebes, das die Lunge umhüllt und die Brusthöhle auskleidet. Zwischen diesen beiden Schichten befindet sich normalerweise eine dünne Flüssigkeitsschicht, die eine reibungslose Atembewegung ermöglicht. Bei einer Pleuritis reiben die entzündeten Schichten aufeinander, was die typischen Beschwerden verursacht.
Typische Symptome der Rippenfellentzündung
Die Symptome einer Pleuritis können je nach Schweregrad und Ursache variieren. Die häufigsten Beschwerden sind:
- Stechende oder scharfe Brustschmerzen: Das Leitsymptom der Pleuritis sind einseitige Schmerzen in der Brust, die sich beim tiefen Einatmen, Husten, Niesen oder bei bestimmten Körperbewegungen deutlich verstärken. In Ruhe oder beim flachen Atmen lassen die Schmerzen oft nach.
- Erschwertes Atmen (Dyspnoe): Viele Betroffene atmen bewusst flach, um den Schmerz zu vermeiden, was zu einem Gefühl von Atemnot führen kann.
- Reizhusten: Ein trockener, schmerzhafter Husten tritt häufig begleitend auf.
- Reibegeräusch: Der Arzt kann beim Abhören der Lunge ein charakteristisches Reibe- oder Kratzgeräusch hören (sog. Pleurareiben), das durch das Aufeinanderreiben der entzündeten Pleurblätter entsteht.
- Ausstrahlende Schmerzen: Die Schmerzen können in die Schulter oder den Bauch ausstrahlen, besonders wenn das Zwerchfell betroffen ist.
- Fieber und allgemeines Krankheitsgefühl: Besonders bei einer infektiösen Ursache treten häufig Fieber, Schüttelfrost, Müdigkeit und Abgeschlagenheit auf.
Begleitende Symptome bei Pleuraerguss
Wenn sich infolge der Entzündung Flüssigkeit zwischen den Pleurblättern ansammelt (sogenannter Pleuraerguss), können die stechenden Brustschmerzen nachlassen, weil die Flüssigkeit als Puffer zwischen den Schichten wirkt. Stattdessen treten dann häufig folgende Beschwerden auf:
- Zunehmende Atemnot
- Druckgefühl in der Brust
- Trockener Husten
- In schweren Fällen: beschleunigter Herzschlag und Blaufärbung der Lippen (Zyanose)
Mögliche Ursachen der Rippenfellentzündung
Die Pleuritis ist keine eigenständige Erkrankung, sondern meist Folge einer anderen Grunderkrankung. Häufige Ursachen sind:
- Virusinfektionen: Die häufigste Ursache, z.B. durch Influenza- oder Coxsackie-Viren
- Bakterielle Infektionen: z.B. bei Lungenentzündung (Pneumonie) oder Tuberkulose
- Autoimmunerkrankungen: z.B. Lupus erythematodes oder rheumatoide Arthritis
- Lungenembolie: Ein Blutgerinnsel in der Lunge kann eine Pleuritis auslösen
- Tumorerkrankungen: sowohl primäre Pleuratumoren als auch Metastasen
- Verletzungen: z.B. nach einer Rippen- oder Brustkorb-Verletzung
Diagnose
Die Diagnose einer Pleuritis erfolgt durch eine Kombination aus:
- Körperliche Untersuchung: Abhören der Lunge (Auskultation) zum Nachweis des typischen Pleuareibens
- Bildgebung: Röntgen oder Ultraschall der Brust zum Nachweis eines möglichen Pleuraergusses
- Blutuntersuchungen: Bestimmung von Entzündungsparametern (z.B. CRP, Leukozytenzahl)
- CT-Untersuchung: Bei unklaren Befunden oder Verdacht auf ernsthafte Ursachen
Wann sollte man sofort zum Arzt?
Folgende Symptome erfordern eine sofortige ärztliche Abklärung:
- Plötzlich auftretende, starke Brustschmerzen
- Ausgepägte Atemnot oder Kurzatmigkeit
- Hohes Fieber über 39 °C
- Blaufärbung der Lippen oder Fingernägel
- Schneller oder unregelmäßiger Herzschlag
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der zugrundeliegenden Ursache. Allgemeine Maßnahmen umfassen:
- Schmerzlinderung: Entzündungshemmende Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Diclofenac
- Antibiotika: Bei bakterieller Ursache
- Behandlung des Pleuraergusses: Wenn nötig durch eine Pleurapunktion (Ablassen der Flüssigkeit)
- Behandlung der Grunderkrankung: z.B. Immunsuppressiva bei Autoimmunerkrankungen
Quellen
- Kasper DL et al. (Hrsg.) – Harrison's Principles of Internal Medicine, 20. Auflage, McGraw-Hill Education, 2018
- Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) – Leitlinien zur Diagnostik und Therapie von Pleuraerkrankungen, 2022
- Light RW – Pleural Diseases, 6. Auflage, Lippincott Williams & Wilkins, 2013
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