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Rocuronium ist ein muskelrelaxierendes Medikament, das in der Anästhesie eingesetzt wird, um die Skelettmuskulatur vorübergehend zu lähmen und eine Intubation oder Operation zu ermöglichen.
Rocuronium ist ein muskelrelaxierendes Medikament, das in der Anästhesie eingesetzt wird, um die Skelettmuskulatur vorübergehend zu lähmen und eine Intubation oder Operation zu ermöglichen.
Rocuronium (Wirkstoff: Rocuroniumbromid) ist ein nicht-depolarisierendes neuromuskuläres Blockmittel (auch Muskelrelaxans genannt), das in der klinischen Anästhesie und Intensivmedizin eingesetzt wird. Es gehört zur Gruppe der Aminosteroide und bewirkt eine vorübergehende Lähmung der Skelettmuskulatur, ohne dabei das Bewusstsein zu beeinflussen. Rocuronium wird häufig zur Erleichterung der endotrachealen Intubation (Einführung eines Beatmungsschlauches) und zur Muskelentspannung während chirurgischer Eingriffe verwendet.
Rocuronium entfaltet seine Wirkung durch kompetitive Hemmung am nikotinischen Acetylcholinrezeptor an der neuromuskulären Endplatte. Das bedeutet, dass es den natürlichen Botenstoff Acetylcholin verdrängt, ohne selbst eine Muskelkontraktion auszulösen. Dadurch wird die Signalübertragung vom Nerv auf den Muskel unterbrochen und es kommt zur schlaffen Lähmung der Skelettmuskulatur.
Im Unterschied zu depolarisierenden Muskelrelaxanzien wie Succinylcholin verursacht Rocuronium keine Muskelfaszikulationen (unwillkürliche Muskelzuckungen) vor Eintritt der Lähmung.
Die Dosierung von Rocuronium richtet sich nach dem Körpergewicht des Patienten sowie dem klinischen Ziel:
Der Wirkungseintritt erfolgt bei Standarddosis innerhalb von ca. 60–90 Sekunden, bei hoher Dosis (RSI) innerhalb von 60 Sekunden. Die Wirkungsdauer beträgt je nach Dosierung 30–60 Minuten.
Ein besonderer Vorteil von Rocuronium gegenüber anderen Muskelrelaxanzien ist die Möglichkeit der spezifischen Antagonisierung durch Sugammadex. Sugammadex ist ein ringförmiges Molekül (modifiziertes Gamma-Cyclodextrin), das Rocuronium in einem 1:1-Komplex einschließt und so die neuromuskuläre Blockade rasch und vollständig aufhebt. Dies gilt auch bei tiefer Blockade und macht Rocuronium besonders sicher in der klinischen Anwendung.
Alternativ kann die Wirkung bei flacher Blockade durch Cholinesterasehemmer wie Neostigmin (in Kombination mit Atropin) antagonisiert werden.
Rocuronium wird im Allgemeinen gut vertragen. Mögliche Nebenwirkungen umfassen:
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