Rosmarinsäure – Wirkung, Anwendung & Vorkommen
Rosmarinsäure ist ein natürlicher Pflanzenstoff aus der Gruppe der Polyphenole, der in Rosmarin, Salbei und Basilikum vorkommt und antioxidative sowie entzündungshemmende Eigenschaften besitzt.
Wissenswertes über "Rosmarinsäure"
Rosmarinsäure ist ein natürlicher Pflanzenstoff aus der Gruppe der Polyphenole, der in Rosmarin, Salbei und Basilikum vorkommt und antioxidative sowie entzündungshemmende Eigenschaften besitzt.
Was ist Rosmarinsäure?
Rosmarinsäure ist eine natürlich vorkommende phenolische Verbindung aus der Gruppe der Polyphenole. Sie wird in zahlreichen Pflanzen der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae) gebildet, darunter Rosmarin (Rosmarinus officinalis), Salbei (Salvia officinalis), Basilikum (Ocimum basilicum), Pfefferminze (Mentha piperita) und Melisse (Melissa officinalis). Chemisch handelt es sich um einen Ester aus Kaffeesäure und 3,4-Dihydroxyphenylsäure. Rosmarinsäure wurde erstmals 1958 aus Rosmarin isoliert und ist seitdem intensiv erforscht worden.
Wirkmechanismus
Rosmarinsäure entfaltet ihre biologische Wirkung über mehrere Mechanismen:
- Antioxidative Wirkung: Rosmarinsäure neutralisiert freie Radikale und schützt so Körperzellen vor oxidativem Stress. Sie hemmt die Lipidperoxidation und stabilisiert Zellmembranen.
- Entzündungshemmende Wirkung: Der Stoff hemmt verschiedene Enzyme und Botenstoffe, die an Entzündungsreaktionen beteiligt sind, darunter Cyclooxygenase (COX), Lipoxygenase (LOX) sowie proinflammatorische Zytokine wie TNF-α und Interleukin-1β.
- Immunmodulation: Rosmarinsäure beeinflusst das Immunsystem, indem es die Aktivität von Immunzellen reguliert und überschießende Immunreaktionen dämpft.
- Antimikrobielle Wirkung: In Laborstudien zeigte Rosmarinsäure Aktivität gegen verschiedene Bakterien und Pilze.
- Neuroprotektive Wirkung: Rosmarinsäure kann die Blut-Hirn-Schranke überwinden und schützt Nervenzellen vor oxidativem Stress und toxischen Abläufen, was im Zusammenhang mit neurodegenerativen Erkrankungen erforscht wird.
Medizinische Anwendungsgebiete und Forschungsstand
Allergien und Atemwegserkrankungen
Klinische Studien deuten darauf hin, dass Rosmarinsäure die Ausschüttung von Histamin hemmen und allergische Reaktionen, etwa bei Heuschnupfen oder allergischem Asthma, lindern kann. Sie hemmt die Aktivierung von Mastzellen, die für die Freisetzung von Histamin verantwortlich sind.
Neurodegenerative Erkrankungen
In präklinischen Studien zeigte Rosmarinsäure, dass sie die Aggregation von Beta-Amyloid-Proteinen hemmen kann, die bei der Entstehung der Alzheimer-Erkrankung eine wichtige Rolle spielen. Die Forschung befindet sich jedoch größtenteils noch im Tierstudien- und In-vitro-Stadium.
Entzündliche Erkrankungen
Aufgrund ihrer entzündungshemmenden Eigenschaften wird Rosmarinsäure bei entzündlichen Erkrankungen wie rheumatoider Arthritis, entzündlichen Darmerkrankungen und Hauterkrankungen wie Neurodermitis untersucht.
Krebsforschung
In Laborstudien wurden antiproliferative Effekte beobachtet, das heißt, Rosmarinsäure kann das Wachstum bestimmter Krebszellen hemmen. Diese Erkenntnisse beruhen bisher überwiegend auf Zellkulturexperimenten und sind nicht direkt auf den Menschen übertragbar.
Vorkommen und Aufnahme
Rosmarinsäure ist in vielen Küchenkräutern enthalten, die regelmäßig in der Ernährung verwendet werden. Besonders reich an Rosmarinsäure sind:
- Rosmarin
- Salbei
- Oregano
- Thymian
- Basilikum
- Zitronenmelisse
- Pfefferminze
Zusätzlich ist Rosmarinsäure als Nahrungsergänzungsmittel, als Extrakt oder in kombinierten Pflanzenprodukten erhältlich. Über die genaue optimale Tagesdosis für den Menschen gibt es bislang keine offiziellen Empfehlungen etablierter Gesundheitsbehörden.
Dosierung und Sicherheit
In klinischen Studien wurden Dosen zwischen 50 mg und 500 mg pro Tag eingesetzt, meist als standardisierter Extrakt. Rosmarinsäure gilt in üblichen Mengen als sicher und gut verträglich. Bei sehr hohen Dosen können Magen-Darm-Beschwerden auftreten. Schwangere und Stillende sollten hohe Dosierungen als Nahrungsergänzungsmittel ohne ärztliche Rücksprache vermeiden, da die Datenlage hierzu begrenzt ist.
Wechselwirkungen
Rosmarinsäure kann die Aufnahme von Eisen im Darm hemmen, weshalb bei einem bekannten Eisenmangel Vorsicht geboten ist. Darüber hinaus können mögliche Wechselwirkungen mit blutverdünnenden Medikamenten nicht ausgeschlossen werden. Personen, die Medikamente einnehmen, sollten vor der Einnahme von Rosmarinsäure-Präparaten ärztlichen Rat einholen.
Quellen
- Petersen M., Simmonds M.S.J. - Rosmarinic acid (2003). Phytochemistry, 62(2), 121-125. PubMed PMID: 12482446.
- Bulgakov V.P. et al. - Rosmarinic acid and its derivatives: biotechnology and applications (2012). Critical Reviews in Biotechnology, 32(3), 203-217.
- European Food Safety Authority (EFSA) - Compendium of botanicals reported to contain naturally occurring substances of possible concern for human health when used in food and food supplements. EFSA Journal 2012;10(5):2663.
Verwandte Produkte
Für eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac, Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®
Für Deinen universellen Schutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Proteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des Immunsystems