Rotatorenmanschettenrekonstruktion erklärt
Die Rotatorenmanschettenrekonstruktion ist ein operativer Eingriff zur Wiederherstellung gerissener Sehnen der Schulter. Sie lindert Schmerzen und stellt die Schulterfunktion wieder her.
Wissenswertes über "Rotatorenmanschettenrekonstruktion"
Die Rotatorenmanschettenrekonstruktion ist ein operativer Eingriff zur Wiederherstellung gerissener Sehnen der Schulter. Sie lindert Schmerzen und stellt die Schulterfunktion wieder her.
Was ist die Rotatorenmanschettenrekonstruktion?
Die Rotatorenmanschettenrekonstruktion ist ein chirurgischer Eingriff, bei dem gerissene oder beschädigte Sehnen der Rotatorenmanschette der Schulter operativ wieder befestigt werden. Die Rotatorenmanschette besteht aus vier Muskeln und deren Sehnen, die das Schultergelenk umgeben und stabilisieren. Sie ermöglicht das Heben, Drehen und Bewegen des Arms. Bei einem Riss – sei er unfallbedingt oder durch degenerative Veränderungen entstanden – kann diese Funktion erheblich eingeschränkt sein.
Ursachen und Indikationen
Ein Eingriff wird in der Regel empfohlen, wenn konservative Maßnahmen wie Physiotherapie, Schmerzmedikation oder Injektionen keine ausreichende Besserung bringen. Häufige Ursachen für Rotatorenmanschettenrisse sind:
- Degenerativer Verschleiß im Rahmen des Alterungsprozesses
- Akutes Trauma, z. B. ein Sturz auf den ausgestreckten Arm
- Überlastung durch repetitive Bewegungen (z. B. bei Sportlern oder handwerklichen Berufen)
- Impingement-Syndrom mit chronischer Sehnenreizung
Operationsverfahren
Arthroskopische Rekonstruktion
Die am häufigsten angewandte Methode ist die arthroskopische Rekonstruktion. Dabei werden kleine Schnitte gesetzt und eine Minikamera (Arthroskop) sowie spezielle Instrumente eingebracht. Die gerissene Sehne wird mit kleinen Ankern (sogenannten Fadenanker) wieder am Knochen befestigt. Diese Methode ist besonders gewebeschonend und ermöglicht eine schnellere Erholung.
Offene oder mini-offene Rekonstruktion
Bei größeren oder komplexen Rissen kann eine offene Operation erforderlich sein. Hierbei wird ein größerer Schnitt gesetzt, um einen direkten Zugang zur Schulter zu ermöglichen. Die mini-offene Technik kombiniert arthroskopische und offene Ansätze.
Ablauf der Operation
Der Eingriff erfolgt in der Regel unter Vollnarkose oder Regionalanästhesie. Der Patient liegt in einer speziellen Position (z. B. Strandstuhlposition). Nach der Sehnenrekonstruktion wird die Schulter mit einer Orthese ruhiggestellt. Der stationäre Aufenthalt beträgt meist ein bis zwei Tage.
Nachsorge und Rehabilitation
Die Nachsorge ist entscheidend für den Operationserfolg. Typischerweise umfasst sie:
- Ruhigstellung der Schulter in einer Armschlinge für vier bis sechs Wochen
- Passive Bewegungsübungen in den ersten Wochen unter physiotherapeutischer Anleitung
- Aktive Kräftigung ab etwa der sechsten bis achten Woche
- Vollständige Rehabilitation nach drei bis sechs Monaten, je nach Ausmaß des Risses
Sportliche Aktivitäten über Kopfhöhe sollten frühestens nach sechs Monaten wieder aufgenommen werden.
Risiken und Komplikationen
Wie bei jedem operativen Eingriff bestehen gewisse Risiken, darunter:
- Infektionen der Wunde oder des Gelenks
- Nerven- oder Gefäßschäden
- Versteifung der Schulter (Frozen Shoulder)
- Erneuter Riss der rekonstruierten Sehne
- Anker-Komplikationen (Lockerung oder Versagen der Fadenanker)
Erfolgsaussichten
Die Prognose nach einer Rotatorenmanschettenrekonstruktion ist insgesamt gut. Studien zeigen, dass die Mehrheit der Patienten eine deutliche Schmerzreduktion und eine verbesserte Schulterfunktion erreicht. Der Erfolg hängt jedoch von Faktoren wie dem Alter des Patienten, der Größe des Risses, der Muskelqualität sowie der konsequenten Durchführung der Rehabilitation ab.
Quellen
- Burkhart SS, Lo IK, Brady PC. Burkhart's View of the Shoulder: A Cowboy's Guide to Advanced Shoulder Arthroscopy. Lippincott Williams & Wilkins, 2006.
- Yamaguchi K et al. – Natural history of asymptomatic rotator cuff tears. Journal of Bone and Joint Surgery, 2001.
- Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) – Leitlinien zur Rotatorenmanschettenrekonstruktion, aktuelle Fassung: www.awmf.org
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