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rpoB ist ein bakterielles Gen, das die Beta-Untereinheit der RNA-Polymerase kodiert. Mutationen in rpoB führen zu Rifampicin-Resistenz und sind zentral für die Diagnostik von Tuberkulose.
rpoB ist ein bakterielles Gen, das die Beta-Untereinheit der RNA-Polymerase kodiert. Mutationen in rpoB führen zu Rifampicin-Resistenz und sind zentral für die Diagnostik von Tuberkulose.
Das rpoB-Gen kodiert die Beta-Untereinheit (β-Untereinheit) der bakteriellen RNA-Polymerase – eines Schlüsselenzyms, das für die Transkription, also die Umschreibung der DNA in RNA, verantwortlich ist. Dieses Gen kommt in nahezu allen Bakterien vor und ist hochgradig konserviert, d. h. seine Sequenz ist über viele Bakterienarten hinweg ähnlich. Besondere klinische Bedeutung erlangt rpoB im Zusammenhang mit dem Erreger der Tuberkulose, Mycobacterium tuberculosis.
Mutationen im rpoB-Gen führen zu Veränderungen in der Struktur der RNA-Polymerase. Diese strukturellen Veränderungen verhindern, dass das Antibiotikum Rifampicin (auch Rifampin genannt) an sein Zielmolekül binden kann. Rifampicin gehört zur Standardtherapie der Tuberkulose und hemmt normalerweise die bakterielle RNA-Polymerase. Liegt eine rpoB-Mutation vor, bleibt diese Hemmung aus – der Erreger ist resistent.
Mehr als 95 % aller Rifampicin-resistenten Mycobacterium-tuberculosis-Stämme weisen Mutationen im sogenannten Rifampicin-Resistenz-Determinierungsbereich (RRDR, Codons 507–533) des rpoB-Gens auf. Da Rifampicin-Resistenz in der Praxis häufig mit einer gleichzeitigen Resistenz gegenüber Isoniazid einhergeht, gilt rpoB-Resistenz als Surrogat-Marker für multiresistente Tuberkulose (MDR-TB).
Der Nachweis von rpoB-Mutationen hat große Bedeutung für die schnelle Diagnostik von Rifampicin-resistenter Tuberkulose. Moderne molekulardiagnostische Verfahren ermöglichen den Nachweis direkt aus klinischen Proben, ohne dass eine langwierige Anzucht des Erregers nötig ist.
Der Nachweis einer rpoB-Mutation hat direkte Auswirkungen auf die Behandlung einer Tuberkulose-Erkrankung:
Neben seinem klinischen Einsatz in der Tuberkulosediagnostik wird das rpoB-Gen auch als phylogenetischer Marker in der Mikrobiomforschung genutzt. Da es in nahezu allen Bakterien vorkommt und weniger Transferereignisse zwischen Bakterienarten aufweist als andere Gene, eignet es sich gut zur Identifikation und Klassifizierung von Bakterienarten.
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