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S-Adenosylmethionin (SAMe) ist eine natürlich im Körper vorkommende Verbindung, die an zahlreichen Stoffwechselprozessen beteiligt ist und therapeutisch bei Gelenkbeschwerden und Depressionen eingesetzt wird.
S-Adenosylmethionin (SAMe) ist eine natürlich im Körper vorkommende Verbindung, die an zahlreichen Stoffwechselprozessen beteiligt ist und therapeutisch bei Gelenkbeschwerden und Depressionen eingesetzt wird.
S-Adenosylmethionin (kurz: SAMe oder AdoMet) ist eine körpereigene chemische Verbindung, die in nahezu allen Zellen des menschlichen Organismus vorkommt. Sie entsteht aus der Aminosäure Methionin und dem Energieträger Adenosintriphosphat (ATP) und spielt eine zentrale Rolle im zellulären Stoffwechsel. Die höchsten Konzentrationen finden sich in der Leber und im Gehirn. Als Nahrungsergänzungsmittel und Arzneistoff wird SAMe vor allem bei Gelenkerkrankungen, Lebererkrankungen und Depressionen eingesetzt.
S-Adenosylmethionin übernimmt im Körper drei wesentliche biochemische Funktionen:
In mehreren klinischen Studien wurde gezeigt, dass SAMe bei Osteoarthrose (Gelenkverschleiß) Schmerzen lindern und die Gelenkfunktion verbessern kann. Der Wirkmechanismus beruht vermutlich auf einer förderlichen Wirkung auf den Knorpelstoffwechsel sowie auf antientzündlichen Eigenschaften. Einige Studien stellten eine vergleichbare Wirksamkeit wie nichtsteroidale Antiphlogistika (NSAIDs) fest, jedoch mit einer besseren Verträglichkeit.
SAMe beeinflusst die Synthese und den Abbau von Neurotransmittern wie Serotonin, Dopamin und Noradrenalin. Klinische Studien deuten darauf hin, dass SAMe bei leichten bis mittelschweren Depressionen stimmungsaufhellend wirkt und als Ergänzung zur konventionellen antidepressiven Therapie eingesetzt werden kann.
Bei chronischen Lebererkrankungen, insbesondere bei alkoholbedingter Leberzirrhose und cholestatischen Erkrankungen, kann SAMe die Leberfunktion unterstützen. Es fördert die Glutathionproduktion, wirkt antioxidativ und kann einer Fetteleber entgegenwirken. In einigen europäischen Ländern ist SAMe als verschreibungspflichtiges Arzneimittel für Leberindikationen zugelassen.
Die in klinischen Studien verwendeten Dosierungen variieren je nach Anwendungsgebiet:
SAMe sollte auf nüchternen Magen oder zwischen den Mahlzeiten eingenommen werden, da die Resorption durch Nahrung vermindert werden kann. Da SAMe lichtempfindlich ist und leicht abbaut, ist auf eine sachgemäße Lagerung zu achten. Magensaftresistente Tabletten verbessern die Bioverfügbarkeit.
SAMe gilt bei bestimmungsgemäßer Anwendung allgemein als gut verträglich. Mögliche Nebenwirkungen umfassen:
Wechselwirkungen sind möglich mit Antidepressiva (insbesondere MAO-Hemmern und selektiven Serotoninwiederaufnahmehemmern), da ein Serotoninsyndrom entstehen kann. Eine gleichzeitige Einnahme sollte nur nach Rücksprache mit einem Arzt erfolgen.
SAMe wird im Körper kontinuierlich aus Methionin und ATP synthetisiert. Die Versorgung mit methioninreichen Lebensmitteln (z. B. Fleisch, Fisch, Eier, Hülsenfrüchte) sowie ausreichende Spiegel der Cofaktoren Folat, Vitamin B6 und Vitamin B12 unterstützen die körpereigene SAMe-Produktion. Ältere Menschen und Personen mit Lebererkrankungen können verminderte SAMe-Spiegel aufweisen.
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