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Die Säure-Basen-Regulierung hält den pH-Wert des Blutes konstant – ein lebenswichtiger Prozess für alle Körperfunktionen.
Die Säure-Basen-Regulierung hält den pH-Wert des Blutes konstant – ein lebenswichtiger Prozess für alle Körperfunktionen.
Die Säure-Basen-Regulierung (auch Säure-Basen-Regulation oder Säure-Basen-Haushalt genannt) bezeichnet die Gesamtheit aller physiologischen Mechanismen, mit denen der menschliche Körper den pH-Wert des Blutes in einem engen Bereich von 7,35 bis 7,45 konstant hält. Dieser Wert ist lebenswichtig: Bereits geringe Abweichungen können Zellfunktionen, Enzymaktivitäten und den Stoffwechsel erheblich beeinträchtigen.
Säuren sind Substanzen, die Wasserstoffionen (H⁺) abgeben, Basen (auch Laugen genannt) nehmen diese auf. Im Körper entstehen ständig Säuren – etwa durch Zellatmung, Muskelarbeit und Stoffwechselprozesse – weshalb eine kontinuierliche Regulation notwendig ist.
Der Körper verfügt über drei zentrale Systeme zur Aufrechterhaltung des Säure-Basen-Gleichgewichts:
Puffersysteme sind die schnellste Antwort auf pH-Schwankungen und reagieren innerhalb von Sekunden. Die wichtigsten Puffer im Blut sind:
Die Lunge reguliert den pH-Wert über die Ausscheidung von Kohlendioxid (CO₂). Bei einem zu niedrigen pH-Wert (zu viel Säure) wird die Atemfrequenz erhöht, um mehr CO₂ abzuatmen und so den pH anzuheben. Dieser Mechanismus wirkt innerhalb von Minuten.
Die Nieren sind das langsamste, aber wirksamste Regulationssystem. Sie können über mehrere Stunden bis Tage:
Wenn die Regulationsmechanismen überlastet oder gestört sind, können Ungleichgewichte entstehen:
Störungen des Säure-Basen-Haushalts werden in der Regel durch eine Blutgasanalyse (BGA) diagnostiziert. Dabei werden pH-Wert, CO₂-Partialdruck (pCO₂), Sauerstoffpartialdruck (pO₂) und Bikarbonat (HCO₃⁻) im Blut gemessen. Die Ergebnisse ermöglichen eine gezielte Einordnung der Störung und deren Ursache.
Schwere Störungen des Säure-Basen-Gleichgewichts können lebensbedrohlich sein und erfordern eine unmittelbare medizinische Behandlung. Die Therapie richtet sich stets nach der zugrundeliegenden Ursache:
In der Alltagsmedizin und im Bereich der Ernährung wird häufig von einer basischen Ernährung gesprochen, die den Säure-Basen-Haushalt positiv beeinflussen soll. Aus wissenschaftlicher Sicht ist der Einfluss der Ernährung auf den Blut-pH minimal, da die beschriebenen Regulationsmechanismen sehr effizient arbeiten. Allerdings kann die Ernährung die Säurebelastung der Nieren beeinflussen und den Urin-pH verändern. Eine ausgewogene Ernährung mit reichlich Gemüse, Obst und pflanzlichen Lebensmitteln wird dennoch aus allgemeinen Gesundheitsgründen empfohlen.
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